Rudolf Schädler: Volkstänze und Chor 
Eine ganz andere Note, jene unverfälsch- 
ter Natur und frischer Almluft, wehte nun 
durch den Saal. Aus dem Festspiel 
«Liechtenstein», für die 250-Jahrfeier 1956 
gedacht, ertönten nun der «Tanz der 
Alpler» und der «Volkstanz für Bläser». 
Urwüchsige, wenngleich satztechnisch 
geschliffene Volksfestmusik. Das Bläser- 
ensemble der Liechtensteinischen Musik- 
schule, gut disponiert und wohl vorberei- 
tet durch ihren Leiter Josef Frommelt, 
spielte die rhythmisch akzentuierten 
Stücke mit allerlei Figurenwerk exakt, 
sauber, intonationsrein. 
Der Schülerchor Schellenberg war mit 
Feuereifer dabei, das im Tonsatz recht 
gemässigter Moderne geschriebene «Tanz- 
lied» möglichst trefflich darzubieten, was 
auch gelang und umso mehr Freude 
bereitete, als der Text in ein Loblied auf 
die Heimat Liechtenstein mündete. Die 
Bläser gestalteten den tänzerisch 
beschwingten auch imitatorisch durch- 
wirkten Satz lupenrein. 
Dieselbe Handschrift trug das hymnisch 
aufblühende A-cappella-Chorwerk «Land 
Liechtenstein» für vierstimmigen 
gemischten Chor, vom Erwachsenenchor 
der Musikschule mit aller Hingabe 
gesungen, von Istvan Lork zu gepflegtem 
Klangganzen geformt. 
Der während des ganzen Konzertes mit 
reger Anteilnahme gegenwärtige Rudolf 
Schädler, im Frühjahr anlässlich seines 
Achtzigers würdig geehrt, wurde von 
Kabinettsdirektor Robert Allgäuer auf die 
Bühne geleitet und durfte den anhalten- 
den Beifall des vollen Hauses für dieses 
und wohl auch sein gesamtes komposito- 
risches Schaffen entgegennehmen. 
Liechtensteiner Volksblatt, 4. Juli 1983 
Passivkonzert des Gesangsverein-Kirchen- 
chor Eschen 
Mit einem reichhaltigen Programm, das 
die Möglichkeiten musikalischen 
Schaffens voll ausschöpfte und die Viel- 
seitigkeit des Chores erneut bewies, 
gestaltete der Gesangverein-Kirchenchor 
Eschen am Abend des Stephanstages sein 
bereits traditionelles Passivkonzert. Es 
bildete wohl einen der Höhepunkte im 
abgelaufenen Vereinsjahr. Eine hohe 
Besucherzahl erwies den Sängerinnen und 
Sängern ihre Referenz, gewiss nicht 
zuletzt, weil man beim Eschner Chor 
erfahrungsgemäss mit niveauvollem 
Gesang rechnen darf, was sich im Verlauf 
des Konzertabends wiederholt bestätigte. 
Mit Lehrer Georg Meier, dem früheren 
Bundeschormeister, der sowohl für die 
Gesamtleitung verantwortlich zeichnete 
als auch für die gute Zusammenarbeit 
zwischen ihm und dem 66köpfigen Chor 
Gewähr bot, wurden Leistungen präsen- 
tiert, für die allen Mitwirkenden volle 
Anerkennung gebührt... 
Einleitend sang der Chor aus zwei Wer- 
ken des heimischen Musikschaffenden 
Rudolf Schädler, so das «Hohe Alpen», 
eine sehr eigenwillige Komposition, und 
das «Winterlied» aus dem Jahresreigen- 
Zyklus. Die Sopranistin Edeltraut Dünser 
entzückte durch ihre wechselnde Stimme 
von Innerlichkeit und kraftvoller Drama- 
tik. Bei den drei Soloeinlagen aus dem 
Repertoire Rudolf Schädlers, nämlich 
«Werdende Mutter», «Wilde Rosen» und 
das «Kuckuckslied», glänzte sie mit 
Bravour und Charme. 
Liechtensteiner Vaterland, 29. Dezember 1983 
75 
  
  
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.