Im Winter, als die Rheinauen noch nicht 
kultiviert und mit Eis bedeckt waren, fuhr 
er oft mit den Schlittschuhen bis nach 
Balzers. 
Vater musste sich aber auch als Zahnarzt 
betätigen. Er besass eine grosse Hebel- 
zange. Als er einmal einem Triesenberger 
einen Zahn reissen sollte, musste ich dem 
Berger, der auf einem Stuhl sass, den 
Kopf nach hinten halten. Als Vater mit 
der grossen Zange kam, schrie der Berger 
laut auf und rannte auf Nimmerwieder- 
sehen zur Tür hinaus. 
Vater hatte seinerzeit das erste Veloziped, 
ein Hochrad im Ländle, das viel Aufsehen 
erregte. Als er einmal damit nach Triesen 
fuhr, eilte das Töchterchen vom «Gast- 
haus Sonne» hinein und rief: «Mama, an 
wüetiga Scheraschliefer!» 
Sonntags machte Vater immer mit der 
ganzen Familie einen Ausflug zu Fuss 
nach Schaan, Sevelen oder Triesen, wo 
man immer Bekannte traf. Alle wussten 
schon, dass ich schóne Liedchen singen 
konnte, die Vater mich gelehrt hatte. Ich 
liess mich oft lange bitten, bis ich mich 
herbeiliess zu singen. Man schenkte mir 
dann als Honorar Zehnerli und Zwanz- 
Klein Rudolf, geboren 
am 31. März 1903, 
in elegantem Kinder- 
gefährt 
  
  
  
gerli. Lieber wäre ich mit den andern Kin- 
dern herumgetollt. Das Geld brachte ich 
auf die Postsparkasse, wo mich der Post- 
Meier oft anfuhr, ich soll nicht wegen 
jedem Dreck daherkommen. Als ich mich 
verlobte, konnte ich aus dem zusammen- 
getragenen «Dreck» meinem Verlobten 
sogar einen schönen Brillantring kaufen. 
Ich hatte den innigen Wunsch, einmal 
Sängerin zu werden, aber man wollte 
mich nicht einem unsicheren Beruf aus- 
setzen. 
Emma Róder-Schádler, Schwester von 
Rudolf Schädler 
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- Jweliverehrter! 
  
  
 
        

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