den Gemeinden die Kompetenz zu Wuhrvereinbarungen genommen 
und der Landeshoheit beidseits des Rheins unterstellt wurde. 1837 
wurde ein wichtiger Vertrag mit der Schweiz abgeschlossen, nämlich die 
Vereinbarung über die Rheinkorrektion. Das Oberamt führte einen 
ständigen Kampf mit den Gemeinden, welche die Wuhre oft nachlässig 
bauten und dadurch ständig das ganze Land gefährdeten. Andauernde 
Streitigkeiten gab es ebenfalls mit den schweizerischen Gemeinden, da 
von beiden Ufern aus durch sogenannte Schupfwuhre versucht wurde, 
den Lauf des Flusses auf die gegenüberliegende Seite zu lenken. Seit 
1832 eine Hofkommission die schlechten Verhältnisse bei den Rhein- 
bauten in Augenschein genommen hatte, wurde auch von Wien aus mit 
mehr Nachdruck eine Verbesserung der gegebenen Verhältnisse in 
Angriff genommen. Die Hofkanzlei verordnete, dass ein Techniker eine 
Besichtigung vornehmen müsse und Verbesserungsvorschläge machen 
solle. 1833 wurden Versuche zur Entwässerung einzelner Landteile un- 
ternommen, woran sich auch die Baudirektion des Fürsten beteiligte. 
Durch den Vertrag vom 7. Oktober 1837 wurden die alten Strei- 
tigkeiten zwischen der Schweiz und Liechtenstein beseitigt. Das 
Abkommen legte fest, dass Bauten jeglicher Art am Fluss nur mit Ein- 
verständnis des anderen Landes vorgenommen werden durften. Jedes 
Jahr hatte eine Besichtigung stattzufinden, bei der die Uferbauten festge- 
setzt wurden. Da der unregelmässige Verlauf des Flussbettes die Haupt- 
ursache der grossen Versumpfung der im Bereich des Rheins liegenden 
Güter war, wurde der Abstand für die Uferbauten auf 400 Fuss und für 
die Binnendámme auf 700 Fuss festgelegt. Der Bau von Wuhrkópfen, 
welche den Lauf des Flusses an das gegenseitige Ufer lenkten, wurde 
verboten und die schon bestehenden sollten nach Möglichkeit unschäd- 
lich gemacht werden. 
Anlässlich des Besuches von Fürst Alois II. im Jahre 1847 wurde 
die Frage der Rheinbauten erneut geprüft, da 1846 eine Rheinüber- 
schwemmung grosse Teile des Landes verwüstet hatte. Ein zweiter Ver- 
trag vom 31. August 1847 reduzierte den Abstand der Uferbauten auf 
380 Fuss, und die Mitte zwischen den beidseitigen Wuhrlinien wurde als 
Landesgrenze zwischen Liechtenstein und der Schweiz festgesetzt. Die 
anderen Bestimmungen des Vertrages von 1837 wurden beibehalten. 
Die Verträge allein brachten anfänglich nicht alles. Man hielt sich 
nicht daran, sondern vertraute mehr der eigenen Stärke und der 
Schwäche des Gegners. Die Wuhrstreite blieben. . 
Doch hatte man bereits vor 1800 erkannt, dass nur stückweises 
Einsetzen von Uferwerken nichts dauernd bringe, sondern nur durch 
eine geschlossene Bauweise, durch Einschränkung der zu breiten 
Stromrinne und durch die Beseitigung der scharfen Krümmungen - 
jedoch vor allem durch Beenden der Waldkahlschlige und Verbauung 
der Wildbàche in Graubünden - dem Rheintal Rettung gebracht werden 
kónne. So betrug die Rheinbreite vor 1800 am Schollberg 1000 m (meh- 
rere Giessen), bei Sargans 630 m, im Werdenbergischen 680 m. 
Bevor das gemeinsame Vorgehen mit Österreich und der Schweiz 
zur Korrektion des Rheins nachgezeichnet werden soll, rechtfertigt es 
sich, noch ein paar Sonderheiten aus der vorgehenden Zeit anzuführen. 
Dabei wird auf die nachfolgend wiedergegebenen Urkunden, Doku- 
mente und Berichtsauszüge verwiesen, die - wie schon im JBL Band 2 
(1902) «Geschichte der Pfarrei Triesen» - es verdienen, als eigentliche 
Ortsgeschichte des Rheindorfes Triesen auch hier wiedergegeben zu 
werden. 
Rhein und Rüfen 
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