Armut, Kriege und Notzeiten 
898 
wurde viel Jungwald vernichtet. Die Quelle für den Brunnen auf Scher- 
ris-Wiese lag im angebrannten Jungwald, ging stark zurück und erholte 
sich erst wieder mit dem nachgewachsenen Jungwald. 
1955 Brand in HNo. 3 an der Landstrasse (5. Oktober) in der 
Dörrerei. 
1957 entstand in der Garage des Hauses No. 186 ein Brand. 
1958 brannte das Chalet Welte im Unterfeld. 
1958 brannte es in der sich im Bau befindlichen neuen Kaplanei 
unterm Friedhof. 
1964 brannten Haus und Sägewerk HNo. 343. 
1967 brannte Haus und Magazin bei HNo. 179 aus. 
1985 10. Dezember, entstand in dem sich im Umbau befindlichen 
Haus No. 122 Dorfstrasse, ca. 16.30 ein Brand, der leicht die angebau- 
ten Häuser oben und unten hátte ebenfalls entzünden kónnen, aber von 
der gut ausgerüsteten Feuerwehr zu beherrschen vermocht worden war. 
Fóhnnot 
Die drei Landesnóte heissen «Rhein, Rüfe und Föhn». Alle drei 
besitzen ihre eigene Geschichte hier im Rheintale. Doch niemand weiss, 
wie alt sie eigentlich sind. Rhein und Riife bedrohen Wohnungen und 
Kulturland. Der Föhn weht oder «drückt» im Jahr durchschnittlich an 
sechzig Tagen in unseren Dörfern. Die Landesnöte sind Geschichte und 
Gegenwart und werden es bleiben. Der Föhn bringt den Frühling, 
schmilzt Eis und Schnee, reift im Herbst die Früchte, verlängert die 
warme Zeit. Damit ist er unser Helfer. Das nehmen wir so hin, soweit er 
das Obst nicht unreif von den Bäumen schüttelt. Vergessen wird aber 
nicht die Not, die er schon über Dorf und Landschaft brachte. Wieviel 
Mal riss der Föhnsturm Lücken in die Bergwälder! Es vergeht kaum ein 
Jahr, wo es ım Walde nicht Windwurf gibt. Von Magrüel und Maschera 
wissen wir, dass der Föhn im 17. Jahrhundert dort die Waldungen nie- 
derriss, und dass unsere Vorfahren die Landesherren, denen das Ober- 
eigentum an allen Gebirgswaldungen zustand, baten, ihnen das Auffor- 
sten zu erlassen und in dem Gebiet, wo der Wind den Wald geworben 
habe, Heuwachs zu gestatten. Wie oft lagen nach einer Föhnnacht im 
Dorfe die Ziegel auf der Strasse, ganze Dachungen waren abgedeckt. 
Die Triesner binden die Ziegel nicht umsonst heute mit «Sturmhaken» 
an. Zur Katastrophe wird ein Brandausbruch bei Fóhn. Der grosse Win- 
kelbrand vom 23. März 1913 wird dem Fôhne angelastet. Er brauste 
durchs Dorf und trug den Brandfunken von First zu First. Wie man sich 
gegen Bedrängnis von Rüfen und Rhein wehrte, so tat dies der Bewoh- 
ner des Dorfes auch gegen drohende Schäden vom Föhn: Feuerwache 
bei Föhn, Löscheinrichtungen in Ordnung halten, feuerfeste Bedachun- 
gen (Ziegel, Eternit, Blech) anstelle der Schindeln, Schadenversicherung 
und allgemein Vorsicht beim Umgang mit Feuer. 
Hexenprozesse 
In den Jahren 1487-1489 erschien ein Buch mit dem Titel «Der 
Hexenhammer», nachdem Papst Innozenz VIII. 1484 die Hexenfrage 
als eine Angelegenheit der geistlichen Gerichte erklärt hatte. Darin sah 
man die Frau geradezu als dazu geschaffen an, Zauberin und Hexe zu 
sein. Dieses Buch diente durch Jahrhunderte der geistlichen und später
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.