Drei Gründe erklären die Auseinandersetzungen Schupplers mit 
dem französischen General: Einmal die Geldgier Froments, dann die 
bekannte Ländergier Bayerns, das Liechtenstein gerne besetzt hätte, zumal 
in Liechtenstein bayrischer Besitz (St. Luzi-Klosterleben in Bendern) lag, 
und endlich die Stellung des Fürsten als österreichischer General. Besonders 
durch die Dienste des Fürsten in der österreichischen Armee wurde die aus- 
senpolitische Lage des Fürstentums verworren: Obwobl Regent eines dem 
Rheinbunde zugehbórenden Staates, stand Johann I. in vorderster Reibe im 
Kampfe gegen Napoleon. Der Rheinbund aber leistete dem Korsen treue 
Gefolgschaft. Auch Liechtenstein hatte für ein von Nassau gestelltes Trup- 
penkontingent die Kosten aufzubringen. Auf diese Weise brauchten die 
Liechtensteiner keine eigenen Truppen aufzustellen und kamen so an der 
Notwendigkeit vorbei, gegen ibren Fürsten kampfen zu müssen. Zwar 
batte der Landvogt grosse Miübe, die Untertanen vom Kampf gegen Frank- 
reich zurückzubalten. Das fürstliche Vorbild durfte nicht nachgeabmt wer- 
den. Allerdings waren die Motive des Fürsten und die der Liechtensteiner 
verschieden: die liechtensteinischen Untertanen wollten die Neuerungen 
abschütteln; Fürst Jobann handelte aus seiner patriotischen österreichischen 
Gesinnung beraus.» 
Kriegserlittenheiten 17941802 
Die Kriegserlittenheiten, welche Liechtenstein (Land, Gemeinde 
und Private) von 1794802 zu tragen hatten, beliefen sich nach amtli- 
cher Schätzung auf fast eine Million Gulden. Dabei sind die Kontribu- 
tionen, das sind Auslagen für das Militär, an den Schwäbischen Kreis 
und Ablóse von Brandschatzung nicht gerechnet (KB S. 558). 
Im JBL 1907 ist zusammenfassend die Abrechnung zwischen den 
oberländischen Gemeinden über die Kriegserlittenheiten vom 
11. Januar 1798 bis 31. Márz 1801 betreffend Militàr-Einquartierungen, 
Verpflegungen und geleistete Fuhren enthalten: 
Des liechtenst. Oberlandes bestrittenen Militär-Finquartierun- 
gen, Verpflegungen und geleistete Fuhren: 
  
Die Summe betrug: für Verpflegung 224,591 fl. 
für Fuhrlohn 49,290 fl. 
Total 273,881 fl. 
Die Repartition dieser Summe wurde nach dem Steuervermógen 
der Gemeinden des Oberlandes vorgenommen. 
Das Steuervermógen betrug zu dieser Zeit 
in Schaan 80,268 fl. 
in Balzers 68,216 fl. 
in Triesenberg 60,712 fl. 
in Triesen 56,195 fl. 
in Vaduz 53,087 fl. 
in Planken 15,256 fl. 
Armut, Kriege und Notzeiten 
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