Feinden Vorschub geleistet und brandschatzten deshalb bis in die Alpen 
hinein. 
Die Zeit der Hohenemser (1614-1699/1712) war wohl die 
schwerste Leidenszeit, die je unser Land erlebte. Der Dreissigjáhrige 
Krieg (1618-1648) und die Schwedeneinfálle 1647, Not und Elend des 
Hexenwahnes verbunden mit dem Hinmorden so vieler Unschuldiger, 
rund 1/10 der Bevôlkerung fand in den Hexenprozessen des 17. Jahr- 
hunderts - 300 unschuldige Personen - den Martertod, dem Entfliehen 
so vieler aus der Heimat vor solchen Greueln, die furchtbaren Pestjahre, 
ein komplett herunter gekommenes und vor keiner Schandtat mehr zu- 
rückschreckendes, verarmtes Herrschergeschlecht der Hohenemser, die 
Bündnerwirren mit den Raubzügen der Bündner nach unserm mit 
Osterreich literten Land, fremder Kriegsdienst etc. trieben Land und 
Leute an den Bettelstab. 
Das 17. Jahrhundert war das schlimmste in unserer Geschichte: 
In den Bündner Wirren, der kriegerischen Auseinandersetzungen zwi- 
schen Osterreich und Graubünden zogen ganze Regimenter plündernd 
und brandschatzend durch unser Land, und im Dreissigjáhrigen Kriege 
wurde es noch árger. Die Soldateska brachte die Pest mit sich, der Hun- 
derte von Einwohnern (die Zahlen sind nicht mehr feststellbar) erlagen. 
Gegen Ende des Krieges mussten die Gemeinden riesige Schulden auf- 
nehmen, um sie den Schweden als «Brandschatzung» zu zahlen, das 
heisst, als Lósegeld, um sich von Plünderungen freizukaufen. 
Zum letzten Male verkauft - Das Fürstentum Liechtenstein 
Die Grenzen des Landes waren nun fest. Verándert wurde nichts 
mehr. Die immer grósser werdende Schuldenlast zwang die Grafen von 
Hohenems, das Land zu verkaufen. Schon vorher nahm ihnen der Kai- 
ser zeitweilig die Verwaltung ab (1684-1686; 1693-1712) und betraute 
damit den Fürstabt von Kempten. 
Am 18. Jänner 1699 kaufte Fürst Johann Adam Andreas von 
Liechtenstein die Herrschaft Schellenberg und am 22. Februar 1712 die 
Grafschaft Vaduz. 
Mit dem Palatinatsdiplom vom 23. Jänner 1719 erhob der dama- 
lige Kaiser Karl VI. die beiden Landschaften zum reichsunmittelbaren 
Fürstentum Liechtenstein. Das Haus von Liechtenstein gab dem neuen 
Land seinen Namen. Bis zum 12. Juli 1806 verblieb das Fürstentum 
Liechtenstein ein Bestandteil des Deutschen Reiches. An diesem Tage 
erfolgte seine Zuweisung zum Rheinbund Napoleons und damit die 
Loslôsung vom alten Deutschen Reiche. Das Fürstentum Liechtenstein 
ist am 12. Juli 1806 ein souveränes Staatswesen geworden. Als solches 
stand es von 1815 bis 1866 im Deutschen Bunde, trat dann 1866 aus 
demselben unter Fürst Johann II. aus, der 1868 das liechtensteinische 
Militär entliess und das Land keinem anderen Staate mehr anschloss. 
Das Land unterhielt mit seinen Nachbarn die engsten wirtschaftlichen 
Beziehungen. Bis zum 2. August 1919 verblieb es im österreichischen 
Zollverein und am 29. März 1923 schloss es mit der Schweiz einen Ver- 
trag ab über den Anschluss des Fürstentums Liechtenstein an das 
schweizerische Zollgebiet (Zollvertrag), der seit dem 1. Jänner 1924 ın 
Kraft steht. ; 
Seit dem 13. Jahrhundert befinden sich Rittertum und Adel in 
einem Schritt um Schritt forschreitenden Macht- und Vermógensver- 
fall. Die Grafenregentenfamilien lósten sich jedes Jahrhundert ab. Erst 
Unser Land 
 
        

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