beteiligte sich mit 1096. Das Darlehen betrug hóchstens Fr. 3000.-, war 
unverzinslich und in Raten zurückzubezahlen, soweit es später nicht 
von der Landesbank als Anschlusshypothek übernommen wurde. Das 
Sanierungsdarlehen wurde gewährt angesichts der schweren wirtschaft- 
lichen Lage, in der die Gefahr besteht, dass viele Haus und Hof verlieren 
und von der Erwägung ausgehend, dass die Zwangsversteigerung eini- 
ger Liegenschaften auf dem Liegenschaftsmarkte schwere Beunruhi- 
gung hervorrufen würde, und dass weiterhin um ihre Existenz 
gebrachte Familien mehr oder weniger der Öffentlichkeit zur Last fallen 
würden. 
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewährten die 
Gemeinden - so auch Triesen - Auswandererbeihilfen. Meistens über- 
nahmen die Gemeinden von solchen Auswanderungswilligen Grund- 
stücke, kauften sie ihnen ab oder nahmen sie für einige Zeit als Pfand. In 
seltenen Fállen wurden Bedürftige mit Bargeld unterstützt. 
Bereits zur Grafenzeit und noch vermehrt spiter bis ins 20. Jahr- 
hundert waren Osterreichische und im besonderen vorarlbergische Ver- 
hàltnisse Vorbild der sozialen Betreuung und der Armentürsorge in 
unserem Lande. Als Liechtenstein 1801 die Bettlerrazzia in engster Zu- 
sammenarbeit mit Vorarlberg durchführte, so war dies als eine Konse- 
quenz aus der bestehenden Verbundenheit unseres Gebietes mit Vorarl- 
berg. Es bestand eine Einheint in der Last und daher der Zwang, gemein- 
sam sich dieser zu erwehren. So geschah es auch in der folgenden Rege- 
lung des Armenwesens. Eine Anderung im Polizeiwesen, in der sozialen 
Absicherung des Volkes und der Fürsorge allgemein erfolgte erst nach 
der Loslósung von Osterreich und der Zuwendung zur Schweiz. 
Aus Vorarlberg vernehmen wir, dass bereits im 16. Jahrhundert 
das Armenwesen geregelt wurde. Fremde Bettler wollte man grundsátz- 
lich weghalten, fahrendes Volk bereits an der Grenze anhalten und zu- 
rückschicken. Dafür aber sollten die einheimischen armen Leute gezielt 
unterstützt werden. Die Initiative hiefür war in Liechtenstein der Geist- 
lichkeit überlassen, die ja zum gróssten Teile aus Osterreich stammte. 
«Obwobl Menzinger klare Vorstellungen darüber besass, wie diese Einrich- 
tungen aussehen sollten, bat er dennoch die Geistlichkeit um ibre Hilfe und 
Vorschläge. Wusste er doch, dass eine allgemeine Erfassung der Liechten- 
steiner für seine Pläne nur über das Sprachrohr der Geistlichkeit erfolgen 
konnte». 1802 begann man für die eigenen Armen regelmässig zu sam- 
meln. Obwohl die Gemeinden für die Armen zu sorgen hatten, kam 
dabei nicht viel heraus. Jetzt versuchte man über eine landschaftliche 
Armenkasse etwas zu erreichen, in welche die Beamten Beträge einbrin- 
gen sollten. Es gab Jahresbeiträge von 12-24 Gulden. Daneben sam- 
melte man auch Früchte und verteilte sie an Arme. 
Pfarrer Benedikt Schmidt, der von 1794-1807 in Triesen wirkte, 
entwarf ein «Armenkonzept» (JBL 1970 S. 495): : lp 
«Hatte das Oberamt anfänglich nur recht allgemeine Richtlinien 
ausgegeben, auch auf die Gefahr hin, dass folgedessen nichts geschah, so 
wollte es damit die Initiative der Geistlichkeit überlassen. Wer sonst 
kannte die Verhältnisse in den Gemeinden besser als sie! Hiebei war es 
vor allem Pfarrer Benedikt Schmidt aus Triesen zu verdanken, dass eine 
brauchbare Detailregelung über die Armenanstalten zustande kam: 
Das betraf einmal die Definition, was man unter einem Armen 
verstand. Schmidt teilte sie in drei Gruppen ein: Die Waisenkinder ohne 
Vermógen von armen Eltern; die Hausarmen und die Kranken, welchen 
Armut, Kriege und Notzeiten 
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