schaftlicher Besitz, in Triesen sogar nur 1 ha. Den Grundstock der heuti- 
gen Gemeindewaldungen bilden die ursprünglich den Herrenhöfen und 
Hofsiedlungen zugehörigen Wälder. Mit der Zeit erwarben sich die 
Gemeinden von den Landesherren die Hochwaldungen dazu. Triesen 
löste als letztes 1838 das Holzschlagrecht in Valüna ein. 
Ursprünglich war die Nutzung an den Wäldern wohl unbe- 
schránkt. Aber bereits schon im 15. Jahrhundert zur Regierungszeit der 
Grafen von Brandis ist zu vernehmen, dass sich die Gemeinden das 
Recht einholten, jene besonders zu «besteuern», die den Wald allzuge- 
fáhrlich überschlugen. Es erstanden dann in der Folge die Waldordnun- 
gen der Gemeinden, die eine angebrachte Bewirtschaftung für den Wald 
sicherte. Im Interesse der Erhaltung des Waldes mussten Vorschriften 
über den Bezug von Forstprodukten, den Viehtrieb und die Aufforstung 
erlassen werden. 
Dazu kam, dass bereits schon am 26. Mai 1658 und dann mit den 
Waldordnungen vom 2.September 1732 und 1. August 1842 die 
Bewirtschaftung aller Wälder unter staatliche Aufsicht und Leitung 
gestellt ward. Diesem Umstande verdanken wir wohl noch den heutigen 
Bestand der Wälder. Die Gemeinden waren nicht mehr frei, den von 
ihnen bezeichneten Nutzungsberechtigten Forstprodukte nach Belie- 
ben zu überlassen. Die heute geltende Waldordnung vom 8. Oktober 
1865 (mit Nachträgen) engt die Freiheit der Gemeinden in der Bewirt- 
schaftung der Wälder noch mehr ein. Die Nutzung der Berechtigten 
wird grundsätzlich auf den eigenen Bedarf beschränkt. Ein Verkauf er- 
übrigten Holzes ausser Landes ist nur mit Bewilligung der Regierung 
môglich. Die Gemeinden besitzen daher nur mehr die Berechtigung, das 
aus der Nutzung erwachsende Holz entweder als Bürgerholz abzuge- 
ben oder zu verkaufen. Die Gewinnung des den Nutzungsberechtigten 
zugewiesenen Holzes hat ebenfalls nach Anordnung des Landes zu 
erfolgen. Daneben sind zusätzliche Nutzungen, wie das Laubsammeln, 
das Lesen von Klaubholz (Dürrholz) etc. gestattet. 
Wer sein Bürgerlosholz nicht braucht oder nicht beziehen will, 
erhàlt dafür aus der Gemeindekasse den entsprechenden Gegenwert in 
bar vergütet. Denn auf Grund des Gesetzes vom 12. Januar 1917 kónnen 
die Gemeinden den Verkauf des Brennholzes aus den Gemeindewaldun- 
gen auch im Inland und innerhalb des Gemeindegebietes untersagen, 
ebenso auf Grund des Gesetzes vom 16. Januar 1922 die Bezugsberech- 
tigung der ausserhalb der Bürgergemeinde wohnhaften Nutzungsbe- 
rechtigten herabsetzen. Je mehr Bezugsberechtigte erstehen, desto 
knapper wird der jährlich zur Verfügung stehende Nutzanteil und desto 
mehr greifen die Gemeinden auf die ın den Gesetzen vorgesehenen Mit- 
tel zur Einschränkung der Losholzabgabe zurück. Das Bedürfnis nach 
Brennholz ist in den letzten Jahren stark gesunken seit elektrische Kraft 
zu Koch- und Heizzwecken in grossem Masse verwendet wird. 
Heute gibt es praktisch keinen Haushalt mehr ohne elektrischen 
Kochherd. Von den 627 Haushaltungen, die 1980 in Triesen bestanden, 
besassen 526 Zentralheizungen (selten eine davon, die noch zusátzlich 
mit Holz befeuert werden konnte). - 
. . Eingekaufte Neubürger besitzen weder auf Losholz noch sonst 
einen Anspruch auf Anteil am Gemeindenutzen. Sie sind praktisch den 
Hintersassen vor 1864 gleichgestellt. - 
= Nach den bestehenden Holzbezugsstatuten und gemäss alter 
Übung erhielt der Bürger sein Brennholz aus dem Walde gegen ein klei- 
Der Wald 
 
        

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