Der Adel 
794 
St. Peterskapelle im Rheinwald 5 Saum Wein jährlicher Spende ver- 
schrieben. Er starb 1288. 
Ritter Kuno von Richenstein war unterdessen königlicher Vize— 
Reichsvogt in der Stadt Chur geworden und scheint als solcher 1282 auf. 
Auch er war am 10. Dezember 1281 Zeuge der Schenkung des Konrad 
von luvalt. In einer Gerichtsurkunde vom 30. Juni 1282 wird er erwáhnt 
als Vogt zu Chur; als solcher hatte er des Königs Gerichtsbarkeit auszu- 
üben. Diese Vogtei war sehr einträglich; der Blutbann und die Strafen 
warfen ein schönes Einkommen ab. Die Reichsvogtei war darum ein 
vom Adel des Landes sehr gesuchtes Ehrenamt, das vom deutschen 
Könige selbst vergeben wurde. Kuno von Richenstein erhielt dieses Amt 
also vom König Rudolf von Habsburg, gewiss nur als Belohnung für 
Verdienste um seine Interessen; denn die Richensteiner standen mit den 
Grafen von Werdenberg stets treu auf Seite Rudolfs. Ritter Kuno war am 
5. März 1287 Zeuge, als Propst Heinrich von Misox dem Bischof von 
Chur die St. Peterskapelle im Rheinwald verpfändete. Um diese Zeit ler- 
nen wir auch einen Ulrich von Richenstain kennen, der am 14. Februar 
1280 im Kloster St. Johann im Thurthal anwesend und mit anderen 
benachbarten Edlen Zeuge war, als Graf Hartmann von Werdenberg 
zum Heile seiner Seele und um Unrecht gutzumachen, dem genannten 
Kloster Zehnten und Güter bei Róthis schenkte. 
Während Kuno zu Chur als Beamter wirkte, sass Ritter Burkard 
v. Richenstein zu Triesen. Beide waren am 15. Juni 1291 mit Graf Hugo 
von Werdenberg und den Rittern Ulrich von Schellenberg, Eberhard 
von Fontnas u. a. im Dome zu Chur anwesend, als zwei Ritter von 
Aspermont sich mit dem Domkapital verglichen und von der Exkom- 
munikation befreit wurden, in die sie wegen mutwilligen Raubes kirchli- 
chen Besitzes gekommen waren. In der betreffenden Urkunde wird für 
die beiden (Brüder?) der Name «Richenstain» gebraucht. Im Volks- 
munde war vielleicht die Abkürzung Rink gebráuchlich, und von daher 
kommt vielleicht der Name «Rinkenacker». Kuno erscheint zum letz- 
tenmal am 6. Oktober 1299 als Zeuge zu Ragaz bei Ausgleichung der 
Anstánde; welche das Kloster Pfáfers mit seinem «Schirmvogte» hatte. 
Mit ihm waren dabei auch anwesend Ritter Ulrich und Johann von Tri- 
sun. Burkard hatte den Grafen von Werdenberg bedeutende Dienste 
geleistet. Ohne Zweifel hatte er an den Fehden teilgenommen, welche 
die Werdenberger Grafen gegen ihre Vetter zu Feldkirch (Montforte) 
gehabt haben, und wohl auch an den Kämpfen für Rudolf von Habs- 
burg. Zum Lohne gab Graf Hugo II. ihm 30 Mark Silber und vesetzte 
ıhm dafür, da er diese Summe nicht bar bezahlen konnte, seinen Hof zu 
Sevelen, von dem er jährlich drei Mark Zins angewiesen erhielt. 
Gemeint ist damit die Burg Herrenberg samt Zubehór. Hugo II. hatte sie 
auch nur als Pfand vom Bischof von Chur für geliehene 100 Mark Silber 
erhalten. Bischof Siegfried schlug noch 100 Mark dazu. Dieser Hof blieb 
in werdenbergischem Besitz. Spáter kam zum Lohn von 30 Mark Silber 
noch 10 Mark dazu. Der Umstand, dass die Grafen diese kleine Summe 
nicht bar ausbezahlten, beweist, dass es mit ihren Finanzen nicht mehr 
glänzend stand. 
Auch Burkards Söhne, von denen uns Konrad, Wilhelm und Sige- 
lin dem Namen nach bekannt sind, standen im Dienste der Grafen Wer- 
denberg. Hugo III., Heinrich II. und Albrecht I., die Söhne des Grafen 
Hugo II., urkundeten am 1. September 1314, dass ihr lieber Vater selig 
vor Zeiten dem Ritter Burkard von Richtenstein um seines förderlichen 
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.