Staats- und Gemeindehaushalt, Steuern, Masse, Geld, Zoll 
Zoll 
Dem Zöllner begegnen wir schon in der Bibel. Juden und Römer 
hoben Warenzölle ein. Die fränkischen Kaiser (481-768) übernahmen 
von den Rómern bereits im 5. Jahrhundert die Zollregalien. Zólle wur- 
den bald an allen Orten eingehoben, wo Reisende und Warentransporte 
vorbeikommen mussten, also auch von inländischen Waren, so dass eine 
Ware oft mehrmals zu verzollen war, sich verteuerte, und sicherlich der 
Schmuggel schon in ältester Zeit blühte. Dazu kamen noch die Weggel- 
der. Kein Wunder, wenn Warentransporte und Reisende jene Wege und 
Strecken benützten, auf denen sie am wenigsten Zoll zu zahlen hatten 
und dennoch sicheres Geleit fanden. 
Zoll, Weggeld, Maut, Rodfuhrwerk, Flöss und Fähre hingen wirt- 
schaftlich in alter Zeit bis zum Aufkommen der Eisenbahn im Rheintal 
(1853), der Verlagerung des grossen internationalen Verkehrs im 18. 
Jahrhundert auf die Schiffahrt (und nicht mehr Saumtier- und Rodfuhr- 
werktransporte) sowie Eingliederung Liechtensteins in das ósterrei- 
chische Zollgebiet 1852 aufs engste zusammen und machten einen wich- 
tigen Teil der Wirtschaft aus, von dem jede Gemeinde, die am Verkehrs- 
weg lag, beeinflusst wurde, so auch Triesen und das ganze heutige 
Gebiet Liechtensteins. 
Das Recht, Zölle zu erheben, lag ursprünglich beim Kaiser. Dieser 
verlieh das Recht als Reichslehen an Kirchen, Klöster, Grafen, Fürsten 
und Herzöge. So erwarben die Grafen von Werdenberg am 22. Juli 1396 
als Regenten unseres Landes mit der Reichsunmittelbarkeit auch aus- 
drücklich das Recht, Zölle in unserm Lande zu erheben. 
Kaiser Karl der Grosse (768-814) verschenkte den Zoll in der 
Stadt Chur an den dortigen Bischof und befreite andere vom Zollzwang. 
1227 erklärte König Heinrich das Kloster St. Luzı für zollfrei für das 
ganze Gebiet des Bistums Chur. 1719 erlaubte der Fürst aufgrund des 
alten Rechtes des Klosters den zum Lebensunterhalt notwendigen Wein 
und die Früchte bei den Zollstätten jederzeit auf Ansuchen frei passieren 
zu lassen. 1360 bestand schon eine Zollstätte in Vaduz, 1343 gab es einen 
Zollstreit zwischen Montfortern zu Feldkirch und Werdenbergern zu 
Sargans. Um 1500 bestand im inneren Gebiete des heutigen Liechten- 
steins nur mehr die Zollstation in Vaduz. Weitere Zollstationen an der 
Grenze bestanden in Ruggell und Balzers-Mäls, Nendeln, Rofenberg 
(Bendern). Da die Herren von Brandis (1416-1507) dem Kaiser klagten, 
dass ihre Maut und Zólle umfahren würden, gab der Kaiser ihnen das 
Recht, alle unrechten Strassen zu sperren und die Zollumfahrer zu pfán- 
den. 
Um 1390 musste ein Wollballen in Vaduz mit 2 sol. (Schilling) 
verzollt werden und nochmals in Balzers mit 8 Pfennig (den.), vorher 
schon in Schaan mit 2 sol. Dazu kamen die Gebühren in jeder Sust mit 2 
/ den. (Schaan und Balzers). Vaduz und Triesen besassen vor 1500 keine 
Susten. Hier wurde damals kein Zoll eingehoben. Die Sust in Triesen 
(bei der «Sonne», abgebrochen 1940) muss erst spáter in Verbindung 
mit der allgemeinen Raststátte aufgekommen sein. Im Verzeichnis um 
1390 über Abgaben für den Transport von Rheineck über Platten, Feld- 
kirch, Schaan, Vaduz, Maienfeld und Zizers nach Chur ist Triesen als 
Sust nicht verzeichnet. Es ist ausdriicklich bezeichnet, was beim Trans- 
port von Wollballen zu bezahlen sei, die aber als teure Ware wohl in den 
bewachten Susten (Kaufhäuser) aufbewahrt wurden. Eine solche befand 
 
        

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