Staats- und Gemeindehaushalt, Steuern, Masse, Geld, Zoll 
als steuerpflichtig erklärt. Alle steuerbaren Güter sollten in ihrem Ver- 
kehrswert geschätzt und in ein Steuerbuch eingetragen werden. Die 
Schätzung sollte vom Oberamt, den beiden Landammännern und je drei 
Vorstehern aus dem Ober- und Unterland vorgenommen werden. Der 
Steuersatz wurde mit 1 % des Steuerwertes festgelegt, wobei aber eine 
solche Steueranlage mehrmals jährlich vorgenommen werden konnte. 
1807/1808 wurden die Steuergüter geschätzt und in 4 Wertklas- 
sen eingeteilt. 
Ackerland 12-3 Kreuzer pro Klafter 
Fettwiesen 8-2 Kreuzer pro Klafter 
Magerheuwiesen 4-1 Kreuzer pro Klafter 
«Sauerheuwachs oder Pritschen» 2-1 Kreuzer pro Klafter 
«Heuwachs mit Atzung» 4-2  Kreuzer pro Klafter 
Streuland ohne Trattrecht 4-1 Kreuzer pro Klafter 
mit Trattrecht 1-7; Kreuzer pro Klafter 
Weingärten 20-10 Kreuzer pro Klafter 
Obstgärten 12-12 Kreuzer pro Klafter 
Das ergab für das ganze Land einen Steuerschätzwert von 
2026789 fl., wobei für die Steuer nur 1/3 eingesetzt wurde, also bereits 
damals für Grundbesitz ein bedeutend niedriger Steuerwert als der Ver- 
kehrswert. Das 1807 eingeführte System des Erfassens des Grundbesit- 
zes ist im Grunde bis heute verblieben und nur verfeinert worden. Steu- 
erkapital daher: 656 057 fl., davon Triesen: 
Gemeinde und Privatvermógen 47 560 fl. 
Pfarrpfründe Triesen 2654 fl. 
Frühmesspfründe Triesen 132711 
Von 1808 bis 1865 galt diese Steuerordnung. Aber Steuern wur- 
den nur eingehoben, wenn man sie brauchte. So wurde der Steuereinzug 
1848 unterbrochen und erst wieder 1857 aufgenommen, als man Geld 
fur den Bau der Rheinwuhre brauchte. 
1865 ging man mit einem Steuergesetz wieder einen Schritt wei- 
ter. Nach dem neuen Steuergesetze vom 20. Oktober 1865 zerfiel die 
Landessteuer in Grundsteuer, Gewerbesteuer, Personal- und Klassen- 
steuer. 
Das Steuergesetz von 1865 verlangte für die Grundsteuer eine 
neue Ordnung: Die Katastralvermessung und Einschátzung der Grund- 
stücke. Die Landesvermessung wurde 1871 beendet, und für jedes 
Objekt wurden Fliche, Kulturart, Wert, Steuerklasse, Grundbuch- 
folium und Eigentümer angegeben. Seit dieser Zeit bezeichnet man in 
Verträgen, die Grundstücke oder Rechte an solchen zum Gegenstande 
haben, das Grundstück z. B. so: Tr. B. 2 Fol. 17 Kat. 43/VIII. Das Steu- 
ersummarium betrug für Triesen 497 794 fl. worauf lediglich 1 %o = 497 
fl. Steuer eingehoben wurde. Die Beträge belasteten den Grundbesitz 
wenig. Weit schwerer wiegten die Ansprüche der Gemeinden an die 
Grundbesitzer. Die Gemeinden bestritten ihre Ausgaben, soweit sie 
nicht durch herkómmliche Einnahmen erbracht wurden, wiederum 
durch um ein Vielfaches hóhere Grundsteuern, die die Landwirtschaft 
empfindlich belasteten. | 
Die Gemeindesteuern gliederten sich in die eigentlichen Gemein- 
deumlagen und die Wuhrsteuern der Rheingemeinden. Die gesetzliche 
Grundlage für die Gemeindeumlagen bildete Paragraph 78 des Gemein- 
degesetzes vom 24. Mai 1864. Danach konnte der Gemeinderat, wenn 
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