Staats- und Gemeindehaushalt, Steuern, Masse, Geld, Zoll 
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Verhältnisse wirklich kannte (besonders nach dem ersten Besuche eines 
Fürsten 1842 in unserem Lande), helfen und tat es auch. Der Landes- 
fürst gewährte Beiträge an Gemeindebauten und finanzierte mit Darle- 
hen die Rheinwuhrbauten. Kaum ein öffentliches Werk entstand nach 
1850 ın unserm Lande ohne finanzielle Beihilfe des Landesfürsten. Fürst 
und Land halfen den Gemeinden. Der Gemeindeeinwohner wurde von 
Fronen entlastet, er erhielt für Arbeiten bei der Gemeinde einen Bar- 
lohn. Die «Fronen», das «Gemeindstagwerk», das «Verrechnen» (Ver- 
rait) verschwanden allmählich. Was Fürst und Land nicht übernahmen, 
wurde immer mehr der Allgemeinheit zu tragen zugedacht, nämlich auf 
dem Wege über die Steuern! 
Mit dem neuen Steuergesetze von 1923 wurden nicht nur der 
Immobilienbesitz, sondern erstmals ganz allgemein der Erwerb zu den 
allgemeinen Aufgaben herangezogen. Die «speziell Beteiligten» - wie es 
im Gemeindehaushalt heisst - verschwinden immer mehr. Die heute 
bestehenden Gemeindelasten für Schule, Kirche, Wege, Gebàulichkei- 
ten, Soziales und Kulturelles werden zum grossen Teile aus den allge- 
meinen Steuereingángen und nicht mehr von bestimmten Einwohner- 
klassen oder eben «speziell Beteiligten» getragen. 
Für den Gemeindehaushalt entstanden Richtlinien. So finden wir 
solche besonders im Gemeindegesetze von 1864, dem Gemeindehaus- 
haltgesetz von 1904, dem neuen Gemeindegesetz von 1959 und Nach- 
tráge hierzu, ebenso in den Steuergesetzen. Zwischen Staat und 
Gemeinde ist heute ein Finanzausgleich geschaffen. Die «grosse 
Gemeinde», das ist der Staat, nahm den Gemeinden immer mehr Auf- 
gaben ab und belastete sie kaum mit neuen (z. B. AHV etc.). Der 
Finanzausgleich ist jeweils jàhrlich im Finanzgesetz festgelegt und 
ebenso in einem Subventionsreglement, soweit nicht besondere gesetz- 
liche Regelungen bestehen über die Kostenaufteilung zwischen Land 
und Gemeinden. 
Subventionen und Finanzausgleichsbetráge erhielt die Gemeinde 
Triesen: 
1904 170.-- Kronen für Ortswegeunterhalt 
1924 2585.71 Franken Gesellschaftssteueranteil 
550.—— Franken Zuchtstiersubvention 
1934 11572.25 Franken Gesellschaftssteueranteil 
900.-- Franken Zuchtstiersubvention 
125.-- Franken Ebersubvention 
1984 4061 058.45 Franken gesetzl. Anteil an Landessteuern 
829 971.40 Franken Subvention für Hoch- und Tiefbau 
10 872.30 Franken Subvention für Feuerlôschmobiliar 
Von den Vorschriften über das Führen des Haushaltes sind seit 
Einführung des Gemeindegesetzes 1864 im besonderen zu erwähnen: 
Gemeindegesetz 1864 Grund und Boden kann nur in jener 
Gemeinde Triesen der Lasten in Anspruch genommen werden, in deren 
Gemarkung derselbe gelegen ist. ($ 4) 
Ungeschmälerte Erhaltung des Gemeindevermôgens, Stiftungs- 
vermögen nur zu Stiftungszwecken verwenden, die mittellosen und er- 
 
        

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