Bilder aus Kultur, Leben im 
  
auf die Allmeind. Im Oberdorf war eng zusammengebaut. Nicht jedes 
Haus hatte neben dem Stall noch eine genügend grosse Bündt. Sie lag 
vielfach schon abgerückt vom Haus. 
Das Bauen mit Mauerwerk blieb den Wohlhabenden vorbehalten, 
ebenso später den Handwerkern. Ein Grossteil der heute noch stehen- 
den alten gemauerten Häuser wurde nach Bränden so errichtet (z.B. 
Wiederaufbau des untern Winkels nach den Bränden von 1859, von 
1901 und 1913, nach dem Brande der ersten Fabrik 1868 die umliegen- 
den Häuser im Unterdorf). Die nach 1809 an der Landstrasse erstellten 
Häuser wurden fast ausnahmslos mit Mauerwerk errichtet und mit Zie- 
geln gedeckt, besonders nachdem in den 1880er Jahren am Matillaberg 
im Forst eine eigene Dachziegelei betrieben wurde. 
Die alten Hiuser waren durchwegs unterkellert. Der Keller 
diente der Vorratshaltung. Gewólbte Keller haben sich praktisch keine 
mehr erhalten. Das Erdgeschoss bestand im Einfamilienhaus aus Küche, 
Stube und Nebenkammer. Alles musste um den Ofen herum gebaut 
werden (zentral. Zur Beheizung der darüber liegenden Kammern 
befand sich über dem Kachelofen der Stube eine verschliessbare Off- 
nung, ein loses Brett in der Stubendecke. 
Bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts waren die Häuser durch- 
wegs mit Schindeln gedeckt, erst später verwendete man nach und nach 
Ziegel. Die billigste Bauart war der Riegelbau. Zwischen Holzstreben 
wurden aus Stroh und Lehm bzw. Strassenkot hergestellte Roller einge- 
legt und die so erstellte Mauer verputzt. Diese Bauart kann noch an den 
ältesten Häusern im oberen Winkel und auch an der Landstrasse testge- 
stellt werden. ; 
Die Zimmer waren niedrig, entsprechend den Menschen, die frü- 
her auch kleiner waren. Die Balkenaussenwand wurde ebenfalls 
geschindelt. Die Stille wurden meistens gemauert, der Heuschober 
dazu mit runden Balken aufgebaut, und das Dach ebenfalls mit Schin- 
deln gedeckt. Die Bretterverschalung der Stille und Schuppen kam erst 
in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf. | 
Nur wer eine eigene Ráuche, das ist ein Feuerwerk, einen Herd im 
Hause unterhielt, galt als Haushalter und voller Dorfgenosse. Noch mit 
Gasthof zum Schäfle 
(um 1900) 
Dorf und Volkswirtschaft 
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