Bilder aus Kultur, Leben im Dorf und Volkswirtschaft 
Stände 
Mit den Römern waren die Stände ins Land gekommen. So bilde- 
ten sich neben den freien Bauern der Stand der hofeigenen Leute, jener 
der Pächter, der Krieger und Beamten, der Kloster- und Weltgeistlich- 
keit, zu denen für rund fünfhundert Jahre der Stand der Ritter kam, der 
besonders in Triesen aufschien. 
Die Stände pflegten auf ihre Art die Fortentwicklung der Land- 
nutzung, das Zusammenleben in der Gemeinschaft, der Kunst, des Gei- 
steslebens, der Sitte, Sprache und Bräuche. In unserer Gegend war es bis 
ins 19. Jahrhundert die Kirche, die in allen Belangen führend in der Ent- 
wicklung war, besonders mit den Klöstern, in Klosterschulen, ebenso 
mit der Geistlichkeit im Dorfe und mit den Lehenherren, die dort wirk- 
ten. Die Geistlichkeit war durch alle Zeit nicht nur Seelsorger, sie war 
dem Volke Ratgeber, Helfer und Betreuer auch in rein weltlichen Din- 
gen. 
Kirche im Mittelalter 
Von Kaiser Karl dem Grossen (768—814) heisst es: 
«Nicht das Schwert allein gebrauchte der grosse Kaiser; er nahm die 
Religion und die Schulen zu Hilfe, um durch ihren mächtigen Einfluss die 
Sitten seiner Völker zu mildern und zu veredeln. Darum begünstigte er die 
Kirche auf alle Weise als die Schöpferin und Bildnerin des neuen Lebens... 
In Kleidung und Mahlzeit war er einfach und widmete der Verbesserung 
der Landwirtschaft grosse Sorgfalt; nichts entging seinem umfassenden 
Geiste... 
Er war ein grosser Beförderer der deutschen Sprache. Die Kirchge- 
nossen mussten die Kirche, zu der sie gehörten, mit einem Hofe und zwei 
Mansus oder Hufen Landes ausstatten; auch schaffte er die Zehentabgabe 
ein, gegen welche sich die Deutschen am meisten sträubten. Weil sich 
damals viele in die Dienstbarkeit von Gotteshäusern und Kirchen bega- 
ben, um sich der Last des Kriegsdienstes zu entziehen, so verbot solches der 
Kaiser, es sei denn, dass man die Erlaubnis von ihm dazu eingeholt habe. 
Von den Bischöfen wurde Frömmigkeit und Weisheit, von den Pfarrgeistli- 
chen Wissenschaft in religiösen Dingen, Rednergabe und Kenntnis der 
Heilmittel für gewöhnliche Krankheiten verlangt. Die Bischöfe sollten 
selbst predigen und die Geistlichkeit ihrer Sprengel unter strenger Aufsicht 
halten und die Überreste des Heidentums und die heidnischen Gebräuche, 
die noch unter dem gemeinen Volke im Schwunge waren, abstellen. Nie- 
mand sollte vor dem dreissigsten Jahre und ohne strenge Prüfung seiner Si- 
ten und Kenntnisse zum Priester geweiht werden. Die Eltern wurden 
strenge angehalten, ihre Kinder ın Klosterschulen oder zu einem Geistli- 
chen zu schicken, um sie in den Lebren der Religion und Sittlichkeit unter- 
richten zu lassen. So blihten die Stiftsschule zu Chur und die zu Disentis 
und Pfäfers und wirkten segensreich auf ihre Umgebung.» 
  
= 1 caua 
; di à 8 ergibt sich aus den Urkun- aE 
Was die Landessprachen anbetr ifft, so ergibt sich au Kal der Grosse, Suxckfigur 
den: ; in der Klosterkirche 
um 800 = % Alemannen, % Romanen; 850-890 = /, Romanen, St. Johann zu Müstair 
/, Alemannen. (Graubünden), ca. 800 n. Chr. 
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