senberg vom Postautomobil abgelöst wurde. Um 1900 setzte ın Liech- 
tenstein der Automobilverkehr ein, doch stiess dieses Verkehrsmittel 
anfänglich auf erheblichen Widerstand in der Bevölkerung, so dass man 
1908 daran dachte, den Automobilverkehr ähnlich wie im benachbarten 
Kanton Graubünden ganz zu verbieten. Man behalf sich dann mit Son- 
derbewilligungen, die von den Gemeinden erteilt werden konnten. So 
bewilligte Triesen 1912 der Weberei das Fahren von der Landstrasse 
über die Dorfstrasse bis zur Fabrik, 1915 dem Landesphysikus das 
Befahren der Dorfstrasse zur ärztlichen Praxis mit Bedingung: Lang- 
samfahrt, keine Haftung für Unfälle und Kündigung vorbehalten! 1925 
erhielt ein Metzger die Bewilligung, die Bächlegatterstrasse (derzeit 
Feldstrasse benannt) zu befahren! 
Eine Verordnung vom 10. Juni 1906 regelt erstmals den Autover- 
kehr in unserem Lande mit der Vorschrift, einen Befáhigungsausweis 
nach österreichischen Vorschriften zu besitzen, die Motorfahrzeuge mit 
Kennzeichen zu versehen und innerorts nicht mehr als 15 km in der 
Stunde, ausserorts nicht mehr als 45 km zu fahren! Eine Verkehrszäh- 
Jung ergab 1913, dass gesamthaft 519 Automobile das Land durchfuh- 
ren, davon 128 aus der Schweiz, 30 aus England und der Rest aus ver- 
schiedenen andern Ländern! 
Als Kuriosum darf noch angeführt werden, dass 1960 grundsätz- 
lich das Projekt eines Flugplatzes ım Heilos vom damals noch zuständi- 
gen Eidgen. Luftamt (800 Meter lang, 30 Meter breit) genehmigt, das- 
selbe aber nicht ausgeführt wurde. 
Die Zaunpflicht entlang der Strassen 
Die Zaunpflicht entlang Strassen, Wegen, Viehweiden, Allmein- 
den und Wäldern wurde seit jeher als Selbstschutz der Grundbesitzer 
angesehen. Nicht der mit Vieh die Strasse oder Allmend benützende 
Viehtreiber war dafür verantwortlich, Heuwiesen, Bündten und Acker 
vor dem Viehzutritt zu schiitzen, sondern die Besitzer oder Eigentümer 
der Grundstücke selbst. Diese Zaunpflicht oblag nicht nur dem direkt 
anstossenden Grundstück, sondern war als nie verbuchte Last seit alters 
her nach Übung und Gewohnheit auch auf dahinter liegenden Gütern 
der betreffenden Flur auferlegt und so verteilt. Bei sog. Feldgàttern 
konnte es vorkommen, dass deren Unterhalt als Last auf weit entfernten 
Grundstücken lag und vom jeweiligen Besitzer oder Nutzer einer sol- 
chen Parzelle zu tragen war. | 
So hatte den Gatter am Vanetschaweg 1901 die evangelische Kir- 
chengenossenschaft als Eigentümerin des Hauses 202 am Gässle (Dort- 
strasse) zu unterhalten. Der Besitzer des «Schröfle» (Steinbrüchle an der 
Halde ob dem Dorf) hatte den Zaungatter beim alten Armenhaus zu un- 
terhalten (Grundlasten, Grunddienstbarkeiten). 1827 ersuchten die 
Triesner, an der neuen Landstrasse (um 1780 erbaut) zur Sommerszeit 
einen Gatter beibehalten zu dürfen, der schon 22 Jahre bestanden habe. 
Sonst müssten sie das ganze Gebiet beidseitig der Strasse 1m Aeule etc. 
einziunen. Der Gatter sperrte die Landstrasse gegen Vaduz ab, damit 
das zur Atzung auch nachts dort belassene Vieh nicht austreten kónne. 
Das Gesuch wurde abgewiesen, es musste làngs der Strasse gezàunt 
werden. 
An der 1864 neu erbauten Strasse vom Meierhof nach Triesenberg 
(neue Bergstrasse) wurden wieder die Grundanrainer als zaunpflichug 
Verkehr 
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