Umgespannt zum Weiterführen der Rodware wurde in Feldkirch, 
Schaanwald, Schaan und Balzers. 1838 besass Triesen noch 26 Pferde 
(4 Zweispánner und 18 Einspánner). Vaduz gehórte damals noch zu 
Schaan. Triesen wurde nur wenig beteiligt, weshalb es sich auch dagegen 
wehrte, dass die Som-Rosse in Silvaplana mit dem Triesner Vieh mit- 
weiden durften. 
  
Bevölkerung Land Triesen 
1789 4228 ca. 550 
1818 5546 650 
1861 8200 786 
1879 8664 950 
1921 8034 999 
Die Bedeutung des Rodfuhrwerkes für das obere Rheintal zeigt 
sich am besten, wie die Eróffnung des Gotthardtunnels 1882 betrachtet 
wurde (Verkehrsheft der RhB 1984): «Die wirtschaftliche Grundlage der 
beiden Talschaften (Sufers und Schams) bildete früber der Passverkehr (San 
Bernardino und Splügen). Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts zogen jähr- 
lich 30 000 Reisende über Rbeinwald, 400 Saumpferde standen im lal. Ein 
grosses Ereignis im Jahre 1882 - die Eröffnung der Gotthardbahn - brachte 
Hunger und Not ins Land.» 
Das Geleitrecht (Geleitpfennig) 
Geleit, d.i. der Schutz der Reisenden durch die öffentliche Gewalt 
mit bewaffneter Bedeckung oder Geleitbrief, war besonders im deut- 
schen Mittelalter üblich. Das Geleitrecht (jus conductus), das wegen des 
zu entrichtenden Geleitgeldes einträglich war, war königliches Regal, 
seit 1232 den Landesherren vom Kónig zu Lehen gegeben und stand seit 
Rudolf von Habsburg den Landesherren ohne weiters zu. 
«Im Jahre 1283 entspann sich eine Fehde zwischen den Grafen von 
Sargans und Heinrich von Wildenburg zu Freudenberg wegen des Geleit- 
rechtes, das damals eine wichtige und einträgliche Sache war.» Es war in 
der Zeit, als das Raubrittertum wucherte, das Reisen gefáhrlich war, und 
daher besonders reiche Leute, Kaufleute, Boten einen sicheren Schutz 
suchten, sofern sie nicht selbst mit genügender wehrfähiger Begleitung 
ausgerüstet waren. Eine solche Sicherheit versprach nun jener Lehen- 
nehmer zu geben, der vom Landesherrn mit der Fürlait belohnt war. 
1497 wies Kaiser Maximilian den Vogt zu Feldkirch an, dafür zu 
sorgen, dass organisierte Raubüberfille gegen St. Galler Kaufleute ver- 
hindert würden. 1466 hóren wir von einem Raubüberfall des Triesner 
Ritters Wilhelm von Richenstein (siehe «Adel»). Die Fürlait oder das 
Geleit war ein Gescháft geworden wie der Warentransport in der Rod. 
Mit dem Aufkommen regelmässiger Postkutscheneinrichtungen war es 
Sache des Kutschenhalters, für die Sicherheit der Reisenden zu sorgen. 
Im 19. Jahrhundert ging dies ganz an den Staat über, der Geleitpfennig 
wurde belanglos, ein landesherrliches Regal ging sang- und klanglos un- 
ter, brachte, wie dargetan, keine sichere bedeutende Einnahme mehr. 
1355 vereinbarten die Grafen Albrecht von Werdenberg und 
Rudolf von Sargans als Vormund der minderjährigen Graten von Vaduz 
wegen Gerechtsamen ın früher gemeinsamen Besitzungen im Montafon 
etc.: 
Händler im Mittelalter 
Verkehr 
  
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