Verkehr 
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der Landstrasse auswärts verbrachte. So bezahlte ein Verkäufer aus Trie- 
sen für ein Ross bei Ausfuhr nach Feldkirch 1 kr. 2 pf., bei Verkauf nach 
Bündten oder ins Sarganserland 1 kr. 2 pf., für Rindvieh bezahlte er 2 pf., 
für Kleinvieh 1 pf. Praktisch war es ein Ausfuhrzoll, der vom Landes- 
herrn eingezogen wurde. Der Bauer musste dazu noch die Fron (1 Tag 
pro Jahr + aufs Gemeindewerk gehen) leisten. Von 1859 an bezahlte 
man für ein bespanntes Zugpferd durch das ganze Land die Strasse 
benützend sogar 8 kr. Das Weggeld musste bei den Weggeld-Stationen 
Schaanwalder Mühle, Hauptzoll in Vaduz und zu Balzers abgeführt 
werden. Die Busse für das «Umfahren» der Weggeld-Stationen betraf 
soviel Gulden wie das Weggeld Kreuzer betragen hätte (der 60-fache 
Ansatz!!!). 1527 weigert sıch Kaspar Partel von Brunnenfeld in der 
Herrschaft Sonnenberg, den Zoll für geladene Rosse zu bezahlen und 
führt sich ungebührlich auf. Er wird in das Gefängnis nach Vaduz 
(Schloss) geführt und nach dreiwöchentlicher Haft entlassen, worauf er 
Urfehde schwört. Die Liechtensteiner hatten zwar für den Inlandver- 
kehr nichts zu bezahlen, dafür aber «. .. jedoch mit dieser ausdrücklichen 
Reservation und Bedingnis, dass selbe von Gemeind zu Gemeind, ausge- 
nommen die Bergleuthe zu Planken und Triesenberg, schulten und gehalten 
seyn sollen, so oft, und vielmal es die Nothdurft erheischen wird, die erfor- 
derlichen Kies-Häuflein zum Einleissen auf die Strasse zu führen, und 
obnentgeltlich berbeizuschaffen» (Weggelds-Ordnung 1.9.1782). Seit 
dieser Zeit sind landschaftliche Wegmacher angestellt. Wer das Land in 
Schaanwald oder Balzers (oder an den Rheinfáhren) betrat, erhielt eine 
«Weggeldpollete» (Quittung), die er beim Austritt wieder abzugeben 
hatte. 
Das Rodfuhrwerk 
Durch mehr als fünfhundert Jahre, das ist bis zum Bahnbau im 
Rheintal (1853 im st. gallischen Rheintal und anschliessend in Vorarl- 
berg) war das Rodfuhrwerk eine der bedeutendsten Einnahmen unserer 
Bevölkerung. «Zuschgen» (Susten) standen in jeder an der Landstrasse 
(Reichsstrasse) zwischen der Luziensteig und Feldkirch liegenden Ort- 
schaft. Die letzten zwei Zuschgen wurden abgebrochen in Triesen jene 
bei der «Sonne» (1940), in Balzers bei der Post (1937); das Kaufhaus 
(Balzers) wurde 1923 in das heutige Gasthaus Liechtensteiner Hof um- 
gebaut. 
Vom Rodfuhrwerk vernehmen wir aus alten Urkunden, was es 
für unser Land wirtschaftlich bedeutete. 
Eine besondere Zunahme desselben brachte die Aufnahme des 
Verkehrs über den Arlberg. Im Jahre 1342 (am 3. Mai 1342 war mit der 
Teilung zu Sargans die Grafschaft als eigenes Herrschaftsterritorium 
gebe entstand in Feldkirch das sog. Salzhaus, von dem aus von Tirol 
ergebrachtes Salz nach unserer Gegend und in die Schweiz verfrachtet 
wurde. Das brachte mehr Verkehr über Galmist und für den Gütertrans- 
port grossen Auftrieb, war doch Salz bis ins 19. Jahrhundert der am mei- 
sten mit dem Rodfuhrwerk transportierte Artikel im Wege von Feld- 
kirch über Bendern, Trübbach und die Luziensteig nach der Schweiz. 
Am 6. Dezember 1399 erliess Bischof Hartmann II. eine Verord- 
nung betreffend die Strasse über den Septimer und die Benutzung der- 
selben durch die Kaufleute für die Spedition ihrer Güter. Es hatte dies 
auch für die Leute von Vaduz und Schellenberg Bedeutung. 
 
        

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