Schulers Hofstatt 
Im Brandisischen Urbar (1505-4510 errichtet, LUB I/4, 253) sind 
unter den landesherrlichen Lehengütern eingetragen: «tem des schalers 
bomgarten genant, stost vorna an die Haingassen, und an Ulrich rygen 
Hinna an Hans blangken gueter. 
Me die Hofstatt die des schulers was obna im dorff gelegen, stosst zu 
dryen syten an die gassen, ainbalb an Ulrich Kindlis Hofstatt.» 
Und ebenso im Sulzisch-Hohenemsischen Urbar (1617-1619, 
LUB I/4, 410) erscheinen wieder als herrschaftliche Lehengüter auf- 
gezählt: «des Schuelers baumgarten/zu Triesen, vornen an die heimgassen» 
weiters «die Hofstatt die des Schuelers/was oben im dorff zu Thrisenizu 
dreyen seithen and gassen». 
Irgendwie müssen diese alten Lehengüter Beziehungen zu einem 
«Schuler» (Lehrer) gehabt haben, allenfalls sind es Überbleibsel der im 
Jahre 1494 von Freiherr Ludwig von Brandis mit Beihilfe der Gemeinde 
errichteten Kaplaneipfründe St. Mamerten. Sie war aber anfangs mit 
einem Frühmesser besetzt, der dem Pfarrer in allem auszuhelfen hatte, 
also wohl auch in der Schule. «Blanka-Bongert ist heute noch eine Flur- 
bezeichnung südöstlich der Pfarrkirche. Pfarrer Valentin von Kriss 
nimmt auf diese untergegangene St. Mamerten-Kaplaneipfründe mit 
dem Bemerken, dass seit unvordenklichen Zeiten kein Kaplan mehr 
darauf gewesen sei, bezug, als er 1689 die Frühmesspfründe stiftete und 
dabei ausdrücklich als Zweck das Halten der Schule anführte. Nicht 
unmöglich erscheint es, dass das von Pfarrer Valentin erkaufte und zur 
heutigen Kaplanei gegebene Haus des früheren «Schulers Hofstatt im 
Oberdorf» zwischen drei Gassen war! 
In einem Aufschreibbuch von 1652 an aus dem «Hansjökeli Spren- 
gers» Stammhaus Triesen (No. 61 neu) herkommend und erliegend bei 
No. 287 an der Halde in Triesen ist ein Eintrag auf Seite 14 enthalten: 
«Dem Johannes Sprenger zu Triesen 1701 geschriben Joseph Antoni Spren- 
ger zu Triesen 1701 Schuler genannt ist 80.» 
Auch dieses Haus No. 61 kann des «Schulers Hofstatt zwischen den 
drei Gassen im Oberdorfe gelegen» móglich sein. Schuppler záhlt in sei- 
ner Landbeschreibung von 1815 unter den Lehengütern der Herrschaft 
in Triesen auf: «Josef Niedbart et Consorten vom Schulersbaumgarten Urb. 
4 41 et 46/:90.91/: einen Lehenszins an Geld von 3 fl. 42 kr. 2 Pfennig». 
Josef Niedhart finden wir um diese Zeit wohnhaft in Triesen HNo. 57 alt 
— 111 neu (7; Haus). In HNNo. 56 alt, neu 112, wohnte dessen Bruder 
Franz Niedhart (> Haus), der Grundzins an das Rentamt bezahlte 
(18 kr.). Wenn schon mehr als 3 fl. für den ganzen Schulers Baumgarten 
bezahlt wurden, so müssen hier für «de Consorten» mehrere Grund- 
stücke zinspflichtige Lehen bestanden haben; denn im Vergleich hierzu 
bezahlte der Müller ab Mühle und Grundstücke 4 H. 34 kr. Schulers Hot- 
statt «zwischen den 3 Gassen» kann daher ebenso gut wie die alte Kapla- 
nei auch das Hausanwesen 56/57 bzw. 111/112 gewesen seın. 
Die Lateinschule in Feldkirch galt als die beste im ganzen Bistum 
Chur (bis 1818 gehôrte der obere Teil Vorarlbergs zum Bistum Chur). 
Dort wirkte um 1542 Johannes Kindle («Pedioneus») aus Triesen. 
Neben die traditionelle Lateinschule trat im ausgehenden Mittel- 
alter die deutsche Schule, nicht nur in der Stadt Feldkirch, sondern 
nachweisbar in Landgemeinden Vorarlbergs wie Rankweil und Nüzi- 
Die Schule 
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