Die Schule 
etwa Balzers, Mauren und Eschen, oder aber sie umfassten mehrere 
solche, wie Bendern (zu dem bis 1873 Gamprin, Ruggell und Schellen- 
berg gehórten), ebenso Schaan (mit Vaduz und Planken) und Triesen 
(zu dem bis 1769 Teile des Triesenbergs gehórten). Der Begriff der 
Kirchgemeinde ist auch in die neue Verfassung übernommen (Art. 38). 
Die Kirchgenossen treten in Urkunden des Mittelalters und der Neuzeit 
oft als Rechtstráger neben der Gemeinde oder an deren Stelle auf. 
15. Die Schule 
Allgemein die Entwicklung des Schulwesens 
in unserem Lande 
Graham Martin (1984) und Georg Malin (JBL 1953) berichten 
über die Entwicklung des liechtensteinischen Schulwesens. Diesen Dar- 
stellungen sind auszugsweise die auch für Triesen geltenden entnom- 
men. 
Graham Martin schreibt über die allgemeine Entwicklung der Pri- 
marschule: 
«Die Primar- bzw. Volksschule, als Schultyp, auf dem die Pflicht- 
schulbildung basiert, ist der Grundstein des Schulwesens in jedem Staat. [n 
Liechtenstein ist dies auch der einzige Schultyp, der so lange existiert, dass 
sich sein Ursprung in vielen Teilen des Landes nicht mehr fest bestimmen 
lässt. Von den 14 jetzt bestehenden Primarschulen im Fürstentum wurden 
lediglich zwei in so junger Zeit geschaffen, dass man ihre Gründung mit 
einem genauen Datum verseben kann; allerdings weist dies in einigen Fál- 
len eher auf Mängel in den Akten oder aber auf Lücken in der lokalge- 
schichtlichen Forschung als auf ein besonders ehrwürdiges Alter hin. Essteht 
immerhin ziemlich fest, dass vor der 1719 erfolgten Gründung des Fürsten- 
tums auf diesem kleinen Gebiet mindestens ein halbes Dutzend Dorfschu- 
len schon bestanden. 
Die ältesten Schulen hatten wohl ihren Ursprung in Privatunter- 
richt, der vom Pfarrer erteilt wurde; dies wurde dann in die Form von Klas- 
senunterricht ausgebaut, der entweder vom Pfarrer selbst, von seinem 
Vikar oder von einem von der Pfarrei angestellten Laien erteilt wurde. Von 
Laien geführte Schulen wurden wahrscheinlich mit der Zeit von den politi- 
schen Ortsbehörden (hierzulande der Reihe nach «Nachbarschaften», 
«Gerichte» und «Gemeinden» benannt) übernommen, welche in der Folge 
auch eigene Schulen dort ins Leben riefen, wo keine von der Pfarrei gegrün- 
det worden waren. Es muss allerdings betont werden, dass keine Akten 
bekannt sind, die die Übertragung einer Schule von den Pfarrei- auf die 
Gemeindebehörden in Liechtenstein (bzw. in den vormaligen Herrschaf- 
ten) betreffen; der obige Entwicklungsmodus basiert auf Vermutungen, 
welche aber den allgemeinen Tendenzen in Westeuropa entsprechen. 
Wenig Einzelheiten wurden überliefert in bezug auf Pfarrschulen im 
Lande, die von der Pfarreigeistlichkeit gegründet und geführt wurden. 
Immerhin ist bekannt, dass in Triesen zum Beispiel von der Zeit der Stiftung 
der Frübmesspfründe im Jahre 1689 bis ins Jahr 1790 die Führung der Dorf- 
schule zu den Pflichten der Hilfsgeistlichen gehörte. : 
Seit alterber gab es immer einen starken Zusammenhang zwischen 
der Pfarrei Triesen und dem Schulwesen; frühere Zeugnisse beweisen, dass 
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