Kirche und kirchliche Verhältnisse, Pfarrer und Kirchenbauten 
Kapellen, der Kosten der Gottesdienste (Messmer, Chor etc.) sowie die 
Übernahme der Kosten für die Priesterschaft (Gehalt, Nahrung, Aushil- 
fen), wofür ihr die noch bestehenden Pfrundeinkünfte überlassen blei- 
ben. 
Der Friedhofunterhalt ging mit dem Patronat 1863 pflichtig an 
die politische Gemeinde über. Triesen hatte ihn praktisch bereits 1845 
mit dessen Neuanlage im Zusammenhang mit dem Kirchenneubau 
übernommen. 
Patronatsrecht Muttergottes-Kapelle 
Die Muttergotteskapelle war ursprünglich eine Eigenkirche der 
Primonstratenser-Mónche des Klosters St. Luzi, Chur. Als solches hat- 
ten diese alle kirchlichen und baulichen Vorsorgen zu treffen. 
Als sie 1429 das St. Luzi-Lehen als Leib-Erblehen weitergaben, 
begann die Abwálzung der Unterhaltskosten auf die Lehenleute. «Der 
allmábliche Übergang der Lasten vom Kloster auf die mit dem Gut belehn- 
ten Meier lässt sich in den Vertrágen verfolgen.» (Poeschel 130). 
Der bischôfliche Visitationsbericht von 1595 besagt von der Mut- 
tergottes-Kapelle, sie besitze 2 Kelche, 2 Altäre und 2 Glocken, und der 
Herr von Ramschwag, Vogt auf Gutenberg, habe die Sorge für sie als 
Inhaber des St. Luzi-Lehens (1553-1610) zu tragen. Nachher waren es 
wieder die Mönche von St. Luzi, bis dann 1701 bzw. 1721 die Gemein- 
deleute von Triesen das gesamte Lehen kauften und damit auch die Un- 
terhaltspflichten übernahmen. Die kirchlichen Belange wurden der 
Pfarrkirche übertragen. Eine eigene Pfründe besass die Kapelle nicht, 
ebenso nie einen eigenen Priester. Sie diente z. B. als Wallfahrtskirche 
(St. Magnustag etc.) und als Bethaus. Wôchentlich wurde dort eine 
Messe vom Pfarrer oder Kaplan gelesen, 1834 bis 1843 während des 
Pfarrkirchenbaues war sie Ersatz für die Pfarrkirche, ebenso bei deren 
Renovation 1943, nach 1964 diente sie als Frühgottesdienst-Kirche, 
1959 nach der Erbauung der neuen Schule (1960) wird sie für Schüler- 
gottesdienste benutzt. 
An weiteren Kapellen in der Gemeinde bestanden keine Investie- 
rungen von Priestern, abgesehen von zwei Fällen für St. Mamerten nach 
Stiftung der kurzlebigen Kaplaneipfründe 1494. Im besonderen ist auch 
nichts von der St. Wolfgangskapelle bekanntgeworden, dessen eigentli- 
chen Stifter man nicht kennt. 
Die Kapellen waren stets mit der Pfarrkirche verbunden, wurden : 
von dort aus baulich und kirchlich betreut. Lediglich mit der Kaplanei- — Sankt Gallus vom alten 
stiftung Pfarrer von Kriss 1689 wurde die Einsetzung eines Kaplanes En entstanden um 
ganz dem Bischof überlassen (Collatur), während Pfrundgebäulichkei- > 
ten und Priesterunterhalt einer bestifteten Pfründe (und der Gemeinde) 
überlassen blieben. Das Patronatsrecht für die Bestellung eines Kaplanes 
liegt heute noch allein beim Bischof von Chur. 
Das Patronatsrecht ist im Mittelalter und eingangs der Neuzeit 
vom Landesherrn als eine Art herrschaftliches Lehen betrachtet wor- 
den, was der kirchlichen Auffassung von demselben widersprach. 
Durch Jahrhunderte hindurch sind Streitigkeiten zwischen Landesherrn 
und Landesbischof bekannt. 
 
        

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