Der Gemeindenutzen (Bürgernutzen) 
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seine Frau ins Alprecht miteinkaufen, erst dann war seine Familie alp- 
berechtigt. 
Dagegen konnte ein einmal alpberechtigt gewordener Bürger 
auch dann, wenn er ausserhalb der Gemeinde oder seiner Genossen- 
schaft lebte, der er zugeteilt war, das Alprecht ansprechen. Immer war 
für das Ausüben des Alprechtes Voraussetzung, dass der Ansprechende 
die vollen Lasten mittrug (Frondienst leistete, das heisst die sog. Alptage 
leistete, mithalf bei Alpräumung, Wegbauten, Stallbauten etc.). Dafür 
erhielt der Alpberechtigte bei Verpachtung der Alpe Anteil am Pacht- 
ertrágnis. 
Die Bewirtschaftung der Alpen überliess die Gemeinde Triesen 
seit jeher den für jede Alpe (Lawena, Valüna, Wang, Voralpen Platta und 
Münz) bestellten Organen nach Gewohnheitsrecht und Statuten. Wer 
sein Alprecht als Bürger nicht ausnützte, weil er kein Vieh auftreiben 
konnte, der erhielt - jedoch erst seit dem Inkrafttreten des Gemeindege- 
setzes von 1864 - den sog. Grasnutzen. Das heisst, der Viehtreibende 
musste, abgestuft nach seiner aufgetriebenen Habe, ein Weidgeld bezah- 
len, das dann auf alle Alpberechtigten - nach Familien - im Alpertrágnis 
als Grasnutzen zugeteilt wurde. 
Nach und nach, besonders dann, wenn die eigenen Bürger als 
Alpberechtigte die Alp nicht voll zu bestossen vermochten, konnten 
auch die sog. Hintersassen vor auswártigen Interessenten alpen, sie wur- 
den angenommen, mussten aber zahlen. 
Der Wald als Teil des Bürgernutzens 
Der Nutzen an den Waldungen (Holzbezugsrecht) stand nur dem 
Bürger zu, der Nichtbürger (Hintersass) musste das Holz kaufen. Bis in 
die neueste Zeit ist der Unterschied klar ersichtlich bei der Zuteilung des 
sog. Losholzes, das als Brennholz nur der Bürger beanspruchen kann, 
und zwar nur jener, der in der Gemeinde wohnt. Dieses Vorrecht ist seit 
dem Übergang zur Heizung mit Ol, Gas, Kohle, Elektrizität etc. und 
dem Überangebot der-Holznutzung gegenüber der Nachfrage seit den 
1950er Jahren illusorisch geworden. Ausgeübt wird noch das Recht des 
Klaubholzsammelns, dann wáührend des «offenen Waldes» (vom 
3. November bis Ende Márz) das Recht, Dürrholz bis zu 10 cm Durch- 
messer ohne Entschádigung nutzen zu dürfen, weiters, sich Zaunholz 
und Laub zu holen, wahrend das Sammeln wildwachsender Beeren und 
Schwámme grundsátzlich jedermann auf Allmeind und in Wald und 
Alpe gestattet ist. (Art. 113 Sachenrecht, aus dem Gewohnheitsrecht 
übernommen.) Zeitweilig war der Einkauf ins volle Bürgerrecht noch 
getrennt zwischen Bürgerrecht (mit Anteil an Gemeindeboden) und 
Einkauf ins Alprecht. 
Neubürger sind auch in Triesen seit 1922 vom Anteil am Gemein- 
denutzen und den Alpen ausgeschlossen. Ob für sie ein gesonderter Ein- 
kauf möglich ist? Mangels Interesse daran ist diese Frage bisher nicht 
berührt worden.
        

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