Der Gemeindenutzen (Bürgernutzen) 
Süttigerwies, Tiefewald schräg durch die Litzenen der Poska zu. Er 
durfte nur zur Winterszeit benutzt werden. 
In der Bürgerabstimmung vom 22.11.1934 waren 137 bezugsbe- 
rechtigte Bürger dafür, die Litzenen neu aufzuteilen und als fälliges 
Gemeindegut zu belasten, nur 20 waren für deren Verpachtung. 
Seit 1956 sind die Litzenen ebenfalls grossflächig verpachtet, viel- 
fach nicht mehr kultiviert und seitens der Gemeinde bewaldet worden. 
Damit geht dort wieder ein Gebiet von 55 000 Klaftern mit viel Mühe 
geschaffenes und gehaltenes Kulturland in der heutigen Generation ver- 
loren. 
Im Jahre 1831 strebten jene Bürger, die 1809 keine Gemeinds- 
gründe zu den Häusern zugeteilt erhielten, eine neuerliche Aufteilung 
des Gemeindegutes an. Im abweisenden Bescheide des Oberamtes in 
Vaduz vom 25.4.1831 wird die Auffassung der Regierung vertreten, 
dass eine wiederholte Teilung die Interessen der Beteilten benachträch- 
tige und keine gesetzliche Handhabe vorhanden sei, eine solche zu for- 
dern. Die Gemeinde sei nicht schuldig, zu den Häusern, zu denen 
ursprünglich keine Gemeindsteilung zugewiesen wurde, jetzt solche 
beizumessen, dass aber auch die Gemeinde nicht berechtigt sei, eine 
irgend einem Gemeindegliede ursprünglich zugewiesene Gemeindstei- 
lung gewaltsam zu entziehen, sondern der ruhige Genuss nicht nur dem 
Beteilten, sondern auch seinen allfilligen Kindern, so lange sie Gemein- 
deglieder sind, gestatten müsse, dass aber auch nicht mehr Gemeinds- 
lasten solchen die Teilung nicht besitzenden Háusern aufgeladen wer- 
den könnten, als gemäss der bestehenden Übung und Vorschrift auf das 
blosse Haus fielen! 
Die mit ihren Forderungen abgewiesenen Bürger gaben sich nicht 
zufrieden und wiederholten sie einige Jahre später aufs neue. 1838 teilte 
die Gemeinde Gebiete des oberen Heilos als Sandteile auf alle Bürger- 
familien mit und ohne Hausnummer aus, nachdem das Gebiet 1835 mit 
Balzers abgeteilt worden war. Ebenso waren damals wieder Neugereut- 
teile zur 10jährigen Benützung ausgegeben worden, die 1843 den 
Gemeindewerkverpflichteten ins Eigentum überlassen werden sollten. 
Mit der Kultivierung dieser Neugereutteile auf dem Schuttkegel der 
Badtobelrüfe wollte es nicht so recht vorwárts gehen. Viele nahmen die 
Teile überhaupt nicht an oder kümmerten sich nicht darum. Die 
Gemeinde hatte einen Betrag von 10 fl. zur Abtragung der Gemeinde- 
schulden auf diese 154 Teile aufgeladen. (Einzelne Teile waren auch im 
Heilos angewiesen.) Das war 1863. Aus den Neugereutteilen sollten 
Rebhalden werden! (Heute noch heisst dort ein Platz «beim Torkel- 
bett».) Es beginnen die Reklamationen der Regierung, dass in Wirklich- 
keit dort nicht viel geschehen sei. Dies dauerte bis 1879. Wiesen gab es 
dann in der Folge, aber keine Rebberge! 
1843 zog die Gemeinde wieder solche Teile ein, die im Nutzge- 
nuss von Nicht-Hausbesitzern waren, worauf es zu einem langwierigen 
Prozess kam, der erst 1852 entschieden wurde. Inzwischen waren 1846 
wieder Teile zu je 400 Klafter ins Eigentum überlassen worden, wovon 
es bereits einige Jahre später hiess, dass sie von vielen schon verkauft 
wáren. Aus den Prozessakten ergibt sich weiters, dass 1780 das Gemein- 
degut zusammengeworfen und unter 53 Züger neu ausgeteilt worden 
war, dass bei einer neuerlichen Zusammenwerfung 1805/1807 sich 
schon 45 Züger mehr meldeten, wovon aber 38 Bürger beispielsweise 
keine Heureute mehr erhielten. Sie waren an die Poskahalde verwiesen 
544 
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.