Der Gemeindenutzen (Bürgernutzen) 
bezahle etc., «bandasiert»! Die Innsbrucker Regierung befahl nun dem 
Vogteiamt in Feldkirch, Diener und Untertanen des Grafen, wenn 
solche auf ósterreichischem Boden ertappt werden, gefánglich einzuzie- 
hen und den Wolfinger und die anderen Lehenleute zu schützen. (Gräf- 
liche Untertanen liessen sich wohlweislich in Feldkirch nicht mehr 
sehen!) Die Klagen gingen hin und her. 
«Da die Regierung in Innsbruck Kaspar von Ramschwag unter- 
stützte und auf der Gefangennabme des Grafen oder dessen Schreibers bei 
ihrem Betreten österreichischen Bodens bestand, erliess der Graf ein stren- 
ges Verbot, irgend etwas aus dem Lande in österreichisches Gebiet zum Ver- 
kaufe zu bringen. An die Beamten in Feldkirch schrieb er: ‚Wenn sich der 
Ramschwag so nachbarlich verhielte wie seine Vorfahren, dass er den Balz- 
nern in Frondienst und Wubren beiständig und hilfreich wäre, so würden 
sie ibm des Viehes wegen keine Schwierigkeiten machen.’ Indessen hatte 
der Graf zu einem neuen Gewaltmittel gegen Kaspar von Ramschwag 
gegriffen. Er batte auf den Zebentwein in Triesen, den die Ramschwage zu 
Lehen hatten, Beschlag gelegt. 
Nun wurde ôsterreichischerseits beschlossen, auch Repressalien 
gegen den Grafen anzuwenden. Es wurden folgende Vorschläge gemacht: 
mit 300 Mann unter dem Hauptmann von Raitenau nach Triesen zu mar- 
schieren und den arrestierten Wein mit Gewalt wegzunehmen, oder die 
sulzische Herrschaft Blumenegg zu besetzen, oder die sulzischen Unterta- 
nen, wenn sie sich in Vorarlberg sehen liessen, gefangen zu setzen. Aber es 
liess sich keiner daselbst sehen; der Feldzug nach Triesen schien teurer zu 
werden als der Wein wert war, und die Besetzung eines Landes konnte bei 
den Nachbarn und Freunden des Grafen unliebsames Aufsehen erregen. 
Schliesslich kam man auf ein anderes Mittel. Man drohte dem Grafen mit 
Entziehung des Guthabens, das derselbe bei der österreichischen Kammer 
hatte. Darauf liess dieser den Zehentwein dem Ramschwag ausfolgen. Der 
Streit mit der Gemeinde dauerte drei Jahre. Nachdem auch der Vorschlag 
der Innsbrucker Regierung, den Untertanen des Grafen die Benützung 
ihrer im österreichischen Gebiete liegenden Alpen zu verhindern, die Her- 
ren in Feldkirch mit dem Hinweis auf die grössere Zahl der österreichischen 
Untertanen gehörigen aber auf sulzischem Gebiet liegenden Alpen abge- 
lehnt hatten, scheint Österreich nachgegeben zu haben. Gutenberg verlor 
auch immer mehr an strategischer Bedeutung.» (KB 394). 
12. Der Gemeindenutzen (Bürgernutzen) 
In allen Gemeinden unseres Landes gibt es heute noch den sog. 
Gemeindenutzen oder das Gemeindegut, bestehend aus zur Nutzung 
überlassenem Acker- und Wiesland, Alprecht, Anteil am Alperträgnis 
(Weidegeld, Grasnutzen), Viehauftrieb auf die Allmeind (gemeinsame 
Atzung), Bezug von Forstprodukten (Losholz) etc. 
Die heute im Gemeindeeigentum stehenden Wilder, Alpen 
(solche teilweise bei Anlage des Grundbuches ab 1809 aut «Genossen- 
schaften» überschrieben) und Gemeindeboden sind im wesentlichen 
nichts anderes als der Rest des einstigen grossen Gemeinheitenbesitzes 
der Dorfgemeinde, an einzelnen Orten im Laute der Jahrhunderte noch 
um etwas vergróssert. Viel des sog. Gemeindebodens ist durch Verteilen 
an Bürger in deren privates Eigentum übergegangen. 
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