Lehen und Grossgrundbestiz 
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Güter, alle im Triesner Kirchspil gelegen, nämlich: das Gut um die 
Kapelle herum samt der Kapelle, zwei Keller darunter, auch Haus und 
Hof; Hofstatt, Stadel und Torkel, alles an einander in einem Einfang, 
einem Baumgarten unter der Kapelle, ein Gut auf Runkels, darauf eine 
Stampfe steht, einen Acker ım Triesnerfeld, einen Acker bei der alten 
Arghurd (stosst abwärts an die Landstrasse), einen Acker im Resch, ein 
Stück Gut, genannt das hintere Gapont, ein Stück Gut, genannt das äus- 
sere Gapont, ein Stück im Feld, ein anderes Stück im Triesnerfeld, wie- 
der ein Stuck daselbst, eine Bündt in Feschagass, einen Acker bei der 
Arg, einen Acker bei dem Bächle, ein Gut in der Helebarten, einen 
Acker genannt «unter des Bänderlis (Enderlis) Weingarten» wieder ein 
Stuck in der Helebarten, einen Acker «der grosse Lehenacker genannt, 
am Bächle gelegen, 1 Äckerle im Triesnerfeld, 1 Acker ob Arg, endlich 1 
Äckerle im Feld. Jährlicher Lehenzins war 6 Pfund weniger 3 Pfennig. 
Anstösser waren: Ammann Intel Paulin, Georg Kress, Maria Nigg, 
Anna Varling, Hans Nigg, Hans Senn, Geörg Eberlin, Ulrich Thóni, 
Lenz Banzer, Georg Wolf, Greta Lampartin, Georg Gasner, Hans 
Schurtin, Barbara Bargezin, Fridle Marogg, Jakob Welz, Stina Gahenni, 
Andreas Hitz, Greta Bertsch u.a. Der nach Bendern alljährlich zu lei- 
stende Zins betrug 6 Pfd. weniger 3 Pfg. Wollten früher m spáter die 
Lehenleute dieses Lehen veráussern, so mussten sie es vorerst dem Klo- 
ster wieder anbieten und es diesem um 4 Pfd. Pfg. billiger überlassen, als 
jemand anderem. Wurde auch nur eine dieser Pflichten nicht gehalten, 
so fiel das Lehen an das Kloster zurück. Die Lehenleute verpllichteten 
sich, die Kapelle auf ihre Kosten in baulichen Ehren zu erhalten und alles 
für den Gottesdienst Nótige zu besorgen, mit «gmiir, dach und gemach 
zu beheben, dazu mit liechtern und wax zu versehen und zu bezunden». 
«Welches Jahrs abr wir den genannten Zins auf Zil und Tag nit rich- 
ten, oder dass wir die vorgeschribenen Artikel nit hielten, von stund an, so 
ist das lehen dem Gotts C beimgefallen». 
Kaum hatten die Lehenleute ihr Lehen, das sie nun vom Kloster- 
abte empfangen hatten, einige Jahre besessen, als der Nachfolger des 
Abtes Simon und dessen Oberer, der Abt von Roggenburg abermals das 
Lehen zurückforderten, weil auch die Lehenübergabe durch Abt Simon 
ohne die nötige Zustimmung des Abtes von Roggenburg und gegen die 
üblichen Lehenrechte geschehen sei, weil ferner die Lehenleute ihrer 
Pflicht abermals nicht nachgekommen seien usw. Es schien sich ein aber- 
maliger Prozess vorzubereiten; aber der Tod des Grafen Wilhelm von 
Sulz, der auf Seiten des Klosters stand, sowie der beiden Abte von Rog- 
genburg und St. Luzi, sowie besonders der in diese Zeit fallende Schwes 
denkrieg verursachten eine Verzögerung der Streitsache. 
Es war eine Zeit grósster Drangsal und Not, die, wie ein Schrift- 
stück aus jenen Tagen sagt, den armen Leuten bluuge Thránen aus- 
presste. Ein Triesener Pfarrer bekannte dem Landesherrn, dem Grafen 
Kaspar, dass er nicht den dritten Teil seines Einkommens selbst genies- 
sen UR und, um leben zu kónnen, von seinem váterlichen Vermógen 
zehren müsse. 
Es muss aber auch anerkannt werden, dass der Lehenzins 6 Pfd. 
weniger 3 Pfennig für ein so viele und grosse Güter umfassendes Lehen 
viel zu gering war. Dies war der Lehenzins von 1429; aber in den 200 
Jahren, die inzwischen verflossen waren, hatte das Geld sehr viel an 
Wert verloren; was 1429 6 Pfund Pfennig wert war, wurde 1629 viel- 
leicht mit 20 Pfund bezahlt. Überdies war das Kloster durch die Wirren
        

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