Lehen und Grossgrundbestiz 
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Das St. Luzi-Lehen. 
In Chur, da wo jetzt das Priesterseminar ist, war früher das Prä- 
monstratenser-Kloster St. Luzi. Bischof Konrad I. von Chur hatte es 
gegründet ım Jahre 1140, und sein grosser Nachfolger, der hl. Adalgott, 
war des Klosters grosser Wohltäter. Von grosser Bedeutung aber war die 
Stiftung, welche Ritter Rudger von Limpach machte, wodurch die 
Kirche in Bendern mit ihren Gütern an dieses Kloster kam, 22. Mai 1194. 
Mit diesem Kloster war lange Zeit verbunden das naheliegende Prämon- 
stratenser-Kloster zu Churwalden. Am 6. Mai 1208 bestätigte Papst 
Inocenz III. dem Kloster Churwalden einen Hof (curtem unam) in Silva 
plana. Da dieses Gut zwischen denen von Balzers und Schaan aufgezählt 
wird, die Pfarrei Balzers überhaupt dem genannten Kloster gehórte, ist 
sicher hier von jenem Silva plana die Rede, das zwischen Balzers und 
Triesen lag (da wo die Kapellen stehen), zumal da die anderen Orte z.B. 
Luppins (Maienfeld), Balzols (Balzers), Sevellen u.a. «villa», d.h. «Dorf» 
genannt werden, Silva plana dagegen ohne weitere Benennung steht. 
In einer Urkunde vom 6. Mai 1209 bestátigte derselbe Papst dem 
Kloster St. Luzi den Besitz verschiedener Güter, unter diesen auch einen 
Hof samt Zugehór zu Eschen und einen Hof zu Trisun. In dieser 
Urkunde ist also die Rede von einem Hofe, Curtins genannt, d.h. von 
Haus und Stall und dazu gehórenden Gütern, die schon vor dem Jahre 
1209 an das Kloster St. Luzi gekommen waren und deren Besitz Papst 
Innocenz III. bestátigte. Da hier von einer Kapelle noch nicht die Rede 
ist, muss die später auf denselben Gütern errichtete Marienkapelle 
damals noch nicht gestanden haben. Wie dieser Hof an das Kloster kam, 
ist unbekannt. Schr wahrscheinlich aber gehörten diese Güter der 
Kirche von Bendern, an welche sie durch Humfrid, den Gaugrafen von 
Rätien, um das Jahr 800 gekommen sein mögen. Dieser Graf, der 
Stammvater der späteren Herzöge von Ritien und Alemannien, 
schenkte die Kirche von Bendern dem von ihm gestifteten Frauen- 
kloster in Schänis. Von diesem Kloster kam sie wahrscheinlich durch 
Tausch an den Ritter Rüdiger von Limpach, der am Eschnerberg andere 
Güter und Gerechtsame besass. 
Es war die Zeit, in der die Hohenstaufenkaiser (1138-1254) zum 
Schutze der «alten freien Strasse des Reiches» an Adelige viel Reichslehen 
vergaben, womit fremder niederer Adel hier ansässıg wurde, so sicher- 
lich auch Rüdiger von Limpach. Dieser schenkte die Kirche samt allen 
ihren gehórigen Gütern dem Kloster St. Luzi am 22. Ma1 1194 in Gegen- 
wart und mit Gutheissen des Kaisers Heinrich VI. und des Herzogs 
Konrad von Schwaben. Papst Innocenz III. bestátigte dem Kloster die- 
sen Besitz am 6. Mai 1209 in der erwähnten Urkunde. 
Im Jahre 1347, am Montag vor St. Gallustag, verkaufte Johann 
von Trisun dem Propst Nikolaus zu St. Luzi seine zwei Acker im Tries- 
nerfelde, Capont und Quadrella, die sein freies Eigentum waren und 
jahrlich 6 gute «ungefihrliche» Wertkas galten, um 4 Pfund Konstanzer 
Münze. Im Jahre 1390, am St. Luziusabend, gaben Propst Ulrich und 
Convent zu St. Luzi dem Ammann Jäkli Spiegel von Triesen und seiner 
Frau Elsbeth Griss und ihren Nachkommen ihre Hofstatt, gelegen zu 
Triesen im Dorf, mit allem Zubehör zu Lehen gegen einen Jáhrlichen 
ewigen Zins von 3 Schilling Pfennig. 
Am Freitag vor Johannis des Täufers Tag 1408 erhielt Nikolaus 
Brunner ab dem Triesenberg von Propst Dietrich zu St. Luzi das Gut 
 
        

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