Alpen und Heuberg 
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Triesnern nicht leicht zu bewirtschaften und zu halten, besonders nach- 
dem sie die besten Stücke der Alpe an Triesenberger und Balzner ver- 
kauft hatten. 
Wir vernehmen von solchen Prozessen, die dann entweder durch 
das Oberamt (1. Instanz), das Landammanngericht (2. Instanz), durch 
den Landesherrn oder sein Hofgericht (3. Instanz) oder durch Schieds- 
gerichte (letzteres in den meisten Fällen) entschieden oder durch eine 
Vereinbarung beigelegt wurden: 
1440 April 1. stellt Wolfhart von Brandis einen Spruchbrief aus, 
wodurch die Grenzen und das Schneefluchtrecht E ET den Alpen 
Valüna und Gapfahl festgelegt und ein Markstein unter der Gapfahler 
Kässeren (Sennhütte) gesetzt wird. Schon damals hiess es, dass das 
Schneefluchtrecht der Gapfahler nach Valüna wie von alters her ausge- 
übt werden kónne (muss also ein schon lange bestehendes Recht gewe- 
sen sein). Die Urkunde wurde am 14. Mai 1571 vom Grafen Alwig von 
Sulz erneuert (vidimiert, weil das Original beschádigt war). 
1460 und 1465 Markenstreit wegen Güter im «Tristel» in Triesen- 
berg. 
1474 stritten sich Schaan und Triesen der Marken und des Schnee- 
fluchtrechtes zwischen Valüna und Gritsch wegen. 
1493 standen die Triesner vor dem offenen Landgericht zu Rank- 
weil in Müsinen an der Landstrasse und führten einen Prozess gegen den 
eigenen Landesherrn Freiherr Ludwig von Brandis wegen Benützung 
(Viehauftrieb) der Alp Valüna. Der Prozess ist deswegen interessant, 
weil beide Teile sich trotz der Reichsunmittelbarkeitsverleihung 1396 
diesem alten Reichsgerichte freiwillig unterwarfen, wobei es ebenso um 
die Auslegung des Kaufsbriefes von 1378 ging: Die Triesner hátten die 
Alpe allzu wohlfeil verkauft. 
Das damalige «freye Landgericht zu Rankwyl» muss eine bedeu- 
tende Machtspháre gehabt haben. KB 97 gibt dazu an: «Die Uberliefe- 
rung und ye Urkunden beweisen, dass der Bann des Landgerichts, wel- 
ches auf den Feldern bei Vinom (Rankweil) gebalten wurde, sich bis zum 
Bodensee, zum Arlberg, bis zur Landquart und zum Wallensee erstreckt 
habe, was mit Ausnahme dessen, was unterhalb Gózis dem Bodensee liegt, 
genau die Grenzen von Unterrätien bezeichnet.» 
1497 Am 5. Mai schlichtete Freiherr Ludwig von Brandis einen 
Streit zwischen den Triesnern und den Wallisern am Berg wegen ihrer 
gemeinsam benützten Weide ob Vanolen (Gebiet der Litzenen etc. bis an 
den Grat hinauf). 
1584 Am 30. April entschied Graf Karl Ludwig von Sulz-Vaduz 
einen abermaligen Streit wegen des Weidgangs und Akerts in diesem 
Gebiete, wobei die March (Grenze) gezogen wurde. Es ist dies der erste 
Grenzbrief zwischen Triesen und dem Triesenberg. 
1515/1516 standen nicht die Triesner, sondern die Triesenberger 
und Schaaner wegen eines Holzfrevels im Schindelholzwald (Wald un- 
ter dem Berger Garselli) vor dem Landgericht in Rankweil (das strittige 
Gebiet wurde den Wallisern zugesprochen, nachdem ein aufwendiges 
Gerichtsverfahren mit Zeugeneinvernahmen óffentlich durchgeführt 
worden war). 
1514/1516 stritten sich die Triesner mit denen von Vaduz-Schaan 
des Wissfleckens wegen. Die Gerichtsverhandlung (Schiedsgericht) 
fand im Hause des Heinrich Satler statt. Es betraf das Gebiet am Triesen-
        

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