Über die Bedeutung der Maiensässe für die Triesner äussert sich 
Klenze (auszugsweise): «Ein Marken-Brief zwischen der Gemeinde Trie- 
sen und Triesenberg vom 30. Aprıl 1584 gibt Nachricht über neuerliche 
Gränzstreitigkeiten entzwüschen Unsern lieben getreuen Unterthanen der 
Gemeind am Triesenberg an einem, und dann der Gemeind zu Triesen am 
andern Theil, etliche nachbiirliche Irrungen, Spin und Missverstand wegen 
des Weidganges. Unter Berufung auf den Brief vom 5. Mai 1497 wird fest- 
gesetzt, dass oberhalb der bezeichneten Grinze gemeindschaftliche Nut- 
zung stattfinden solle, nur die dort wachsenden Nuss, (Kriesse) und Biern, 
Apfel und dergleichen Obstwachs wollen die vom Triesenberg allein, unter 
der Gränze soll Alles den Triesnern allein gehören. Die von Triesen dürfen 
ihr Vieh vor Mitte Mai nicht allein auftreiben, dann haben sie gleiches 
Recht. Und wann die ordentliche rechte Zeit der Alpfahrt e sol- 
len die an dem Triesenberg ein jeder, er sey gleich reich oder arm mit mehr 
als nur ein Sommerkube, und wieviel einer Kálber bat anbeimsch zu bebal- 
ten Macht haben und befugt seyn, da aber ein solcher Hausarmer Mann 
vorhanden wäre, der sich samt seinem Weib, und Kinder mit einer einzigen 
Sommerkuhe nicht erhalten könnte, derselbig solle sich vor Uns selbsten, 
oder Unserem Landvogt und Amtleuten erklagen, und darüber nach ein- 
genommenem Bericht gstaltsame der Sachen gnädiges und gebührliches 
Bescheids erwarten.» 
Dieser Brief gibt uns Aufschluss über das damalige Verhältnis zwi- 
schen beiden Gemeinden bezüglich des Weiderechtes auf den um Triesen- 
berg bis an den Gulmengrat hinauf gelegenen Wiesen. Beim Verkauf des 
Territoriums, auf welchem sich die Walser bei ihrer Einwanderung nieder- 
liessen, haben sich die Triesner offenbar die Frühjahrs- und hi 
auf den erwähnten Wiesen vorbehalten, auf welchen die Häuser der Walli- 
ser nun zerstreut liegen, was um so nothwendiger war, als die Triesner keine 
Maiensásse besitzen. Mit Rücksichtnabme darauf ist der obige Vertrag leicht 
verstandlich. Die beiden Parteien schützen sich durch sámmtliche Bestim- 
mungen lediglich gegen die einseitige Ausnutzung der Wiesen, wodurch 
Vorweide (vor der Alpfabrt), Heuertrag und Nachweide beeintráchtigt 
würden. 
«Der Futtermangel scheint bei den Triesnern mit der Zeit immer 
füblbarer geworden zu sein, als sie so vieles von ibren Alpen verkauft bat- 
ten. Ihre Maisásslage wurde mehr und mehr von den Háusern und Gärten 
der sich rasch vermebrenden Walser eingenommen und das Gras dadurch 
vermindert, wodurch sie gezwungen wurden, Wälder auszureuten, um 
mehr Weiden zu erhalten.» 
Die aus Reuten in der Nähe des Dorfes geschaffenen neuen Vor- 
weiden wie im Forst, in Scherris, auf Matruola, auf den äussern Wiesen 
und Münz konnten keinen gleichwertigen Ersatz für den Verlust der 
Maiensásse im Gebiete des heutigen Triesenberg bieten. Zu ungleich 
waren die Bodenverhaltnisse: dort griindige und futterreiche Boden, 
hier vielfach nur trockene oder saure Rüfestossgebiete, die sich schlecht 
für Kuhweide eigneten. 
Alpstreitigkeiten 
Unsichere Grenzmarken, Schneefluchtrecht, Holzbezugsrecht 
und Alprechtsansprüche bildeten seit Kauf der Alpe Valüna 1378 bis zur 
letzten Servitutbereinigung mit Gapfahl 1984 immer und immer wieder 
Anlass zu langwierigen Prozessen. Man darf ruhig sagen, die von den 
Nachbarn mit Ansprüchen dauernd bedrängte Alpe Valüna war von den 
Alpen und Heuberg 
 
        

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