Lawena, dann den Bárawang in Valüna, ja sogar Heuzüge beim Gold- 
loch im Gebiete von Wang etc. Man schätzt, dass durchschnittlich 
1500-1600 Zentner Heu ab den Heubergen jährlich zu Tal gebracht 
wurde, wirtschaftlich sicherlich von nicht zu unterschätzender Bedeu- 
tung für das Halten des Viehstandes; damit konnten damals 100 Stück 
Galtvieh gewintert werden. Die Viehwirtschaft in alter Zeit war im 
Gegensatz zu der heutigen Intensivwirtschaft im Tale auf die Alpen, 
Vorweiden und die Heuberge abgestützt sowie auf die grossen Gebiete 
zwischen den Rheingiessen und über dem Rhein (Wartauer Au, Heu- 
wiesen, mit deren Verlust Triesen im 17. Jahrhundert an die 300 Fuder 
Heu einbüsste). Die Heuberge wurden nur jedes zweite Jahr — ausser 
Magrüel - gemäht. Heumähder (Wildheu) wurden jedes Jahr vergantet. 
In früheren Jahrzehnten waren es Leute von Guscha oder Maienfeld, die 
hie und da in der Bockweid (Lawena) mähten, und im Horn (Unge- 
heuer) auch Balzner. 
Mit Ende des 2. Weltkrieges ging das «Heubergen» ein. Vereinzelt 
wurde noch im Blüemler und auf Hintertuas bis um 1980 gemäht und 
geheut, weil von dort der Transport des Heues leichter war. Ebenso 
wurden für das Wild Schochen geheut. Einzig Magrüel wird noch zu 
einem kleinen Teile jáhrlich geheut. Andere Gebiete sind bereits dem 
Walde zurückgegeben (z. B. Reala Teil, Hintermagrüel, Wanneteile 
etc.). Die Gemeinde kauft seit mehr als hundert Jahren Heuberge wieder 
auf und gibt sie dem Walde zurück. 
Über die Triesner Heuberge vernehmen wir aus Urkunden nicht 
allzuviel, doch etwas weniges ist vorhanden und im GAT enthalten, so 
wie auch schon in der Geschichte der Pfarrei Triesen (JBL 1902) wieder- 
gegeben. So vernehmen wir: Im Grundbuch 1809 und im Urbarium der 
Gemeinde Triesen von 1833 wird die Alpe Lawena beschrieben mit 
«Eine Alpe hinter dem Heuberg». Danach war Tuas damals der eigent- 
liche Heuberg der Triesner. Über Tuas führte seit jeher der Alpweg von 
der Heulede im Wilden Bongert aus nach Lawena. Der Tuasweg diente 
auch dem Heutransport von Tuas ins Tal (zur Winterzeit als Burden fest 
gebunden über den Boden gezogen «geschleipft», bis 1900 den ganzen 
Weg bis in die Heulede und von dort an die fertig erstellte Lawena- 
strasse). Für den Heuzug ab Tuas erstellten die Bauern 1910 den Weg 
durch den Tuaswald. Und von Hintertuas konnte Heu direkt zur Lawe- 
nastrasse abtransportiert werden. Allen Heubergbenützern bis auf 
Maschera war der Heutransport mit dem Bau der Lawenastrasse 
erleichtert worden. 
«Am Martinitag 1672 verkauften die Triesner den Triesenbergern 
(Bascha Beck auf Gartnalp, Hans Büeler, Peter Lampert, Michel Quieker 
und Genossen) das sogenannte Walser Heubergle für 360 Gulden. Vor- 
behalten wurde das Recht, den alten Weg durch die Heuberge zu benützen. 
Den Gaissen sollen die alten Gánge nicht versperrt werden. Die Berger 
dürfen sie nicht pfanden, noch viel weniger erschlagen (!), doch sollen sie 
nicht mit Absicht und Gewalt in das Bergergebiet getrieben werden. Aus 
dem verkauften Gebiete dürfen die Verkäufer Föhren beziehen zu Deu- 
cheln.» (JBL 1902-227) 
Wenn die Triesner an diesem Datum von ihrer Alpe Wang weg 
einen Heuberg verkaufen, der spiter von den kaufenden Triesenbergern 
in mehreren Parzellen genutzt wurde, so deutet das darauf hin, dass es 
diesen Heuberg bereits schon lange vorher gegeben hatte und er nicht 
nur ein Stück Alpweide war. Denn Wang besass damals auf dem Hobel 
Alpen und Heuberg 
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