Alpen und Heuberg 
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Hochfürstliche Regierung! 
Im Jahre 1882 hatte die Gemeinde Triesen mit dem Strassenbau nach 
der Alpe Lawena begonnen. Derselbe wurde in den Jahren 1883 + 1884 + 
1885 fortgesetzt und bis auf die Ochsenalpe Münz vollendet. 
Wie aus Beilage A ersichtlich ist, wurden zu diesem Baue von der 
Gemeinde Triesen ca. 5000 fl verausgabt, wovon dieselbe eine vom hohen 
Landtage bewilligte Subvention von 300 fl aus Landesmitteln als Zuschuss 
erhielt, die andere Summe aber aus Gemeindemitteln aufgebracht wurde. 
Wenn man die Strassenlänge von nur 4 km gegenüber der Kostensumme in 
Betracht zieht, so wird es Jedermann sofort klar, wie schwierig und kostspie- 
lig dieser Strassenbau auszuführen ist und dies noch umsomehr, wenn man 
bedenkt, dass bei den meisten Abteilungen die Übernehmer (Arbeiter) pro 
Tag nur 60-80 kr. verdienten. Auch kann die weiter vorliegende Kosten- 
abrechnung, Beil. B. von Herrn Andreas Walch in Vaduz, für die noch zu 
erstellende Strassenstrecke von ca. 2,5 km mit einem Kostenvoranschlage 
von 6000 fl, der jedenfalls, wie die Erfahrung bisher lehrte, noch bedeutend 
überschritten werden dürfte, Zeugnis ablegen von der Schwierigkeit und 
Kostspieligkeit dieses Strassenbaues. Zu bemerken ist noch, dass mit diesen 
2,5 km dıe Strasse erst bis anfangs der Alpe erstellt wäre und würde noch in 
der Alpe selbst bis zur Hütte zu erstellen sein. Gestützt auf das Vorausge- 
schickte könnte vielleicht die Vermuthung Platz greifen, dass die Gemeinde 
Triesen bereits aus Übermuth solche Bauten ausführe; allein wenn man die 
Anlage, der bauliche Zustand und die Gefährlichkeit des gegenwärtigen 
Alpweges in Betracht zieht, so wird jedem Unbefangenen sofort einleuch- 
ten, dass es kein Luxus ist, sich in besagte Alpe einen besseren Verkehrsweg 
anzustreben. Die Nothwendigkeit, in die Alpe Lawena, die bisher nur als 
Galtviehalpe benutzt wird, einen besseren Verkehrsweg anzustreben, 
ergibt sich auch hieraus, dass dieselbe über kurz oder lang unbedingt theil- 
weise als Kuhalpe benützt werden muss, da die jetzige Kuhalpe Valina 
infolge von Elementarereignissen ziemlich zurückgegangen ist, sich Jahr für 
Jahr verschlimmert und schliesslich die Kühe der Triesner-Bürger nicht 
mehr zu sömmern vermag. Es ist nun aber der Gemeinde Triesen, da dersel- 
ben weiter keine Mittel mehr zur Verfügung stehen und eine Umlage, wie 
immer Namen habend, nach so vielen Jahren wo die Steuertráger und auch 
jeder unbemittelte Biirger so stark belastet wurden, einfach unmöglich aus 
eigenen Kräften, ohne anderweitige Beihilfe, das begonnene Werk zu voll- 
enden und es stellen daher die ergebenst gefertigten Vertreter der Gemeinde 
Triesen an eine hochfürstl. Regierung das ergebenste Ansuchen: Hochdie- 
selbe wolle beim hohen Landtage dahin wirken, dass Hochderselbe der 
Gemeinde Triesen zur Erstellung der Strassenstrecke von der Ochsenalpe 
Münz bis Lawena ein Darlehen aus der Landescasse in der Höhe des 
Kostenvoranschlages (Beil. B.) von 6000 fl, zu 3% verzinslich und in 30 
Jabren rückzablbar, bewilligen. 
Um nun aber nicht den Schein auf sich zu laden, als wolle die 
Gemeinde Triesen keine Opfer bringen, so wird den hohen Behörden noch 
folgendes zur Berücksichtigung bemerkt: 
In den letzten 20 Jahren wurde im hiesigen Gemeindegebiete die 
Entwässerung des Binnenlandes durchgeführt. Es wurden ferner die Hoch- 
bauten am Rheine erstellt, welche folgen noch in den rückzuzahlenden 
Wuhrkosten seitens der Gemeinde und in Hypothekarschulden bei der 
Gemeinde, Sparcasse, Fonden und Privaten, seitens der Bürger bemerkbar 
sind. Ferner wurde in dieser Zeit die Armenanstalt errichtet, was ebenfalls 
sehr grosse Opfer erforderte, wie jene Gemeinden, welche ebenfalls 
 
        

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