Alpen und Heuberg 
Mit der Dorfordnung vom 1. Mai 1595 wurde Lawena den Ober- 
dörflern, Valüna den Unterdörflern zur Nutzung zugewiesen, das aus 
Valüna von fremden Weidvieh bezogene Weidgeld aber beiden zu glei- 
chen Teilen zugesprochen. Alprecht besassen nur Einwohner. Am 20. 
September 1718 erhielt Triesen nach einem halben Jahrhundert Streit 
zwischen den Unterdórflern und Oberdórflern vor allem des Aufteilens 
des Weidgeldes von fremden Alpvieh in Valüna und des Alpeinkaufes 
zwischen Ober- und Unterdorf eine neue Dorfordnung in Form einer 
Vereinbarung. Diese kam unter dem fürstlichen Kommissár Harpprecht 
zustande. Sie sagt zum Alprecht: 
1. Was die beiden strittigen Alpen und das Weidgeld anbelangt, 
solle die alte Dorfordnung und aller Streit tot und ab sein. 
2. Alle Alpen und Gemeindegüter ohne Ausnahme werden fortan 
gemeinschaftlich benutzt und jeder Bürger kann alles Vieh, das er win- 
tert, in die Alpen treiben. 
3. Alle Alpkosten werden gemeinsam getragen und das Weidgeld 
in die gemeinsame Alprechnung genommen. 
4. Von Gemeindeangehôrigen sind von nun an keine Einkäufe 
mehr zu bezahlen und soll jeder nach Belieben in das Ober- oder Unter- 
dorf ziehen können. 
Darauf beziehen sich alle späteren Alpstatuten der Triesner. 
Doch brachte der Vergleich vom 1.9.1718 noch nicht den Dorf- 
und Alpfrieden. Bereits am 12. Juni 1728 musste in einem neuen Ver- 
gleiche festgelegt werden, dass über Viehaufnahme und Bestossung der 
Alpen allein die gewählten Alpvögte zu entscheiden haben. Weiters 
erhielten jene, die es nicht vermochten, ihr gewintertes Vieh zu alpen, 
Jährlich von der Genossenschaft einen Gulden bezahlt. (Daraus ergibt 
sich, dass die Alpbewirtschaftung weiterhin durch jene, die an der 
Alpung teilnahmen, ausser der allgemeinen Gemeinderechnung abrech- 
neten.) Die Nutzungsgenossenschaften bestanden also ziemlich selb- 
stándig weiter. Seit ab 1957 alle Alpen verpachtet werden, tritt die 
Gemeinde in der Bewirtschaftung noch mehr zurück. 
Diese alte Dorfordnung und das Alprecht von 1718 sind uns nur 
mehr aus manchen Prozessen bekannt. 1686 klagten die Landschaften 
bei der kaiserlichen Kommission (der Graf war seines Amtes enthoben 
worden), dass die Alpen Malbun und Valüna nicht von der Herrschaft 
eigenmächtig und widerrechtlich mit Pferden und Rindvieh befahren 
werden dirt. Denn im Kaufvertrage vom 7. Dezember 1378 über 
Valüna an die Triesner hatten sich die gräflichen Verkäufer ein nicht 
nàher umschriebenes Alprecht vorbehalten «Davon ausgeschlossen und 
ausgeklammert seien unser Alprecht und unsere Dienstleistungen, die wir 
von den Alpen haben. In diesem Belange bleibe es, wie es gewöhnlich war 
. » LUB 1/4-92). 1403 (Vergabe des Alple als Lehen) und 1406 (Ver- 
gabe des Kleinsteg als Lehen) vernehmen wir erstmals von einem 
Schneefluchtrecht und einem Rechte, auch bei Krieg mit dem Vieh dort- 
hin zu fliehen. 
In einem Prozess 1493 vor dem Landgericht zu Rankweil kam das 
Alprecht des Landesherrn in Valüna zur Sprache. Die Triesner sprachen 
dem Landesherrn das Recht, Vieh zu alpen, ab und wollten unter 
«Alprecbt» nur mehr das sog. «Vogelrecht» (Vogelmolken) verstanden 
wissen, wihrend der Landesherr (Freiherr Ludwig von Brandis) sich 
berechtigt fühlte, das auf seinem Hof in Triesen (Meierhof) gehaltene 
Vieh in Valüna zu alpen. «Überdies sei die Alp so gross, dass weder er noch 
 
        

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