schaftlichen Produkte (Zehntfrüchte, Naturalien von Schublehen- und 
Bodenzinsen, sowie die in eigener Regie erzengten Produkte) auf Schloss 
Vaduz oder wo es gerade nötig war, zu führen. Alles geschossene Grosswild 
musste von den Planknern und Triesenbergern gegen einen Lohn von 4 kr. 
pro Mann zum Amt gebracht werden, ebenso das Deputatholz. (Das hatten 
die Triesner mit 30 fl. Fronersatz abgelöst.) Die Unterländer schliesslich 
hätten der Herrschaft gegenüber einen Frontag jährlich leisten müssen, was 
von diesen aber bestritten wurde: «Sie behaupteten von jeher, dass dies ihre 
Schuldigkeit nicht sey, nie gefordert, und nie verrichtet worden», und 
waren weder mit Güte noch mit Gewalt dazu zu bringen. 
J.B. Büchel schildert in JBL 1902 die Frondienste der Triesner: 
«Unter den Bewobnern gab es Leibeigene, die mit ihrer Person das 
Eigentum eines Anderen waren, für den sie arbeiten mussten. Doch war 
diese Leibeigenschaft bierzulande selten. Wer aus der Grafschaft wegzog, 
oder Güter verkaufte, musste von letzteren der Herrschaft (dem Grafen) 
den zehnten und der Gemeinde den fünften Teil des Erlóses bezablen. Wer 
in die Grafschaft kam, um sich darin báuslich niederzulassen, musste der 
Herrschaft wie der Gemeinde den «Einzug» bezablen und Steuern, Tag- 
werke, Umlagen, Weinbergdünger und Fastnachtshennen geben wie jeder 
ansássige Bürger. Jede Hausbaltung musste dem Grafen an der Fastnacht 
eine Henne geben als Tribut für das Gerichtswesen. [n Triesen gehórte der 
Herrschaft der Maierhof, samt Zubehör, alles in einem Einfang. Ob dem 
Maierbof besass sie die sog. Hertemwiese, die bis an die damalige Land- 
strasse hinabreichte (angekauft Anno 1503 und 1505 von einem Ludwig 
Getzi aus Vaduz durch den Freiberrn Ludwig von Brandis) in der Grosse 
von 100 Mammet, mit grosser Stallung und Sennerei. Da mussten die Tries- 
ner einen Tag mit zwei Pflügen bauen, wobei Leute und Vieb «zu essen» 
bekamen. Bisweilen wurde FU Wiese verpachtet um 135 fl. Auch musste 
das halbe Dorf von Triesen im Maierhof einen Tag mähen und das andere 
halbe Dorf heuen, wobei man zu essen bekam und zu trinken. Die Triesner 
hatten ferner dem Grafen in den oberen Weinberg Stickel zu liefern, Zäune 
zu erstellen, zu bauen, zu gruben (dabei erbielten sie «Imbiss und Marend 
und am Abend einen Hopfen Schlossbrot»), die Trauben in den Torkel und 
den Wein vom Torkel ins Schloss zu fahren (wo sie gespeist und die Zugtiere 
gefüttert wurden). Das Gleiche hatten die Balzner im untern Weinberg von 
Triesen zu thun. (Brief des Ludwig von Brandis 1496.) 
Die Triesenberger batten, da man ibnen die Rechte der anderen Un- 
terthanen gab, auch die gleichen Lasten zu tragen. 
Die Frobnden wurden zwvor angefragt und durften nicht nachgefor- 
dert werden. Oft war das von Gutsberrn Gespendete an Kost und Lohn 
sicher mehr wert als der Dienst. Die Rechtsbestimmungen über die Frobn- 
den biessen «Weisthümer». 
Die Herrschaft bezog aus allen Alpen auch das Vogelrecht, d.h. das 
Molken von einem Tag. Dies bestand z.B. in 2 Viertel Schmalz und 8 Vier- 
tel Kis aus Valüna, 1. Viertel Schmalz und 6 Viertel Kas aus Lawena 
(1 Viertel — 14 Pfund, 1 Pfund Schmalz galt um 1700 5 Kreuzer). 
Die Fischenz im Triesnerbach vom Rbein bis zum Dorf war um 1 '/ 
Gulden verpachtet. 
Der Herrschaft gehörten ferner alle Hoch- und Fronwälder, so im 
Triesner Gebiet die Wälder beim Maierbof, die Triesner Au, das Gestáud 
im Triesner Forst, der grosse Buchwald in Triesen und der Guggerboden- 
wald (um den sich später die Triesner und Triesenberger lange stritten), das 
Menschenwäldle am Triesenberg und mehrere Wälder in den Alpen. 
Die Landwirtschaft 
  
 
        

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