Die Landwirtschaft 
Die Schutzwuhre am Rhein sind gebaut, die Talsohle trockengelegt, die 
einstigen Oden und Gestrüppe im Tale verschwunden und mit der letz- 
ten grossen Melioration mit dem Baue des Binnenkanals von 1931-1943 
wurden mehr als 10 km? neues Kulturland gewonnen. Wehrte man sich 
damit gegen zuviel Wasser im Rheintale, so beginnen wir seit einem 
Jahrzehnt zu klagen, der Grundwasserspiegel sei um einige Meter 
gesunken, die kiesigen Rheinebenebóden werden zu trocken und dro- 
hen zu versteppen. Den dadurch drohenden Schäden gilt es nun am 
Ende des 20. Jahrhunderts zu wehren. 
Der Kampf gegen die Rüfen wird energisch weitergehen. Wie der 
Lauf des Rheines, so soll auch der Lauf der Rüfen gelenkt und damit 
Kulturland erhalten bleiben. 
Seit. Kartoffeln genügend gepflanzt werden konnten, war die 
ärgste Hungersnot gebannt. Aber schon um 1800 jammerte der Bauer, 
die Kartoffeln wären krank, an Krautfäule gingen sie ein. Mit neuem 
guten Saatgut, das der Staat teilweise selbst besorgte oder den Zukauf bis 
ın die letzten Jahre subventionierte und ebenso mit Spritzen von Gift 
suchte man den Kartoffelanbau zu retten. Im Kartoffelacker begann ab 
1939 der Kartoffelkäfer (Coloradokäfer) zu schaden. Mit Ablesen der 
Käfer und entsprechenden Spritzmitteln wurde man seiner Herr, so dass | 
er heute kaum mehr schadhaft auftritt. In Triesen wurde er erstmals 
1945 gefunden und bekämpft. 
Als vor rund zwanzig Jahren vor allem die Weisstannenwälder zu 
erkranken begannen, der Borkenkäfer vermehrt auftrat, musste man 
sich daranmachen, Schädlinge des Waldes zu beseitigen. Am Waldster- 
ben ist nach Ansicht der Forstfachleute zunehmende Luftverschmut- 
zung schuld, so dass der Kampf um Verringerung der Schadstoffe welt- 
weit eingesetzt hat. 
Wohl am sichtbarsten zeigt sich die staatliche Förderungshilfe in 
der bäuerlichen Tierhaltung. Als erstes sorgte der Staat und tut es heute 
noch, gutes männliches Zuchtmaterial 0 ERA und seit 1950 die 
künstliche Besamung zu fórdern. Viehprámiierungen, Zuchttiersub- Ee 
ventionen, Absatzfórderung (für Vieh und Milchprodukte) nehmen von 
Jahrzehnt zu Jahrzehnt in unserem Lande zu. Die Plage der Bauern, das 
sind Maul- und Klauenseuche, konnte durch práventive Impfungen und 
Kontrolle des Viehverkehrs praktisch verbannt werden, war doch der 
letzte Seuchenzug 1962/63 in unserem Lande. Andere seuchenhaft auf- 
tretende Krankheit beim Vieh: Tuberkulose, Bang, Trichonomaden- 
seuche und Milzbrand etc. wurden mit staatlichen Mitteln bekämpft, 
kranke oder unrentabel gewordene Tiere aus den Beständen ausge- 
merzt, der Mindererlós vom Staate übernommen und damit in den letz- 
ten Jahrzehnten erreicht, dass praktisch der Nutztierbestand des ganzen 
Landes als seuchenfrei erklärt werden konnte, eine wesentliche Voraus- 
setzung für einen môglichen Verkauf von Vieh ins Ausland. 
Von Maul- und Klauenseuche beim Rindvieh vernehmen wir aus 
den Jahren: 
1876 im Kanton St. Gallen mit Viehverkehrssperre gegenüber Liech- 
tenstein 
1884 desgleichen 
1889 in St. Gallen und Vorarlberg mit Viehhandelssperre für Liechten- 
stein 
 
        

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