Die Landwirtschaft 
Gegenden einen beinahe mustergültigen Rindviehschlag gezüchtet hat- 
ten. Sie verkauften nicht selten dreiwöchige Kälber um 4-6 und 3-4jäh- 
rige Kühe um 40-45 Kronentaler. Im Durchschnitt galt im Lande ein 
dreiwôchiges Kalb 3-5 fl und eine 3-4jährige Kuh oder ein gleichaltriger 
Zuchtochs 15-20 Kronentaler. Zur Verbesserung der Viehzucht machte 
Wanger mehrere Vorschläge. Vor allem sollte durch Auswahl einheimi- 
scher und durch Ankauf fremder Zuchtstiere eine Rassenveredlung 
erreicht werden. Die Zuchtstierhaltung sollte entschieden verbessert 
werden. Neben den von der Obrigkeit ausgewählten Zuchtstieren soll- 
ten keine anderen zugelassen werden. 
Die Viehveredlung 
Das Land nahm sich der Viehveredlung - diese Bezeichnung blieb 
bis heute für die Fôrderungsmassnahmen des Staates bestehen - an und 
erklärte die Viehzuchtveredlung als Landessache. So kaufte das Land 
z.B. 1843 schon 10 Zuchtstiere im Prättigau auf und verteilte sie auf die 
Gemeinden. In jeder Gemeinde wachte eine ôrtliche Kommission über 
die mit der Viehveredlung gestellten Aufgaben und im besonderen 
darüber, dass nur rss Tiere zur Zucht zugelassen wurden. 
Einen Teil der Fórderungsmassnahmen nahm das Herdebuch ab. Die 
seit 1843/1845 bestehende Fórderung wurde im Laufe der Zeit immer 
weiter ausgebaut. Ein entscheidender Schritt neben der Bekämpfung der 
Tierseuchen bildete die Einführung der künstlichen Besamung in den 
1960er Jahren und die Ausmerzung untauglicher Aufzuchttiere mit 
staatlicher Beihilfe seit 1964. Förderungsmassnahmen lässt der Staat nur 
Haltern von Braunvieh angedeihen. Der ganze Viehverkehr kam durch 
Einrichten des Viehinspektorates - wohl in erster Linie aus seuchenpoli- 
zeilichen Gründen - mit dem Zollanschlussvertrag mit der Schweiz un- 
ter staatliche Kontrolle. Es gelten nun hier die schweizerischen Vor- 
schriften. Neben der eigentlichen Rindviehzucht hatten die andern Tier- 
haltegebiete nur eine nebensáchliche wirtschaftliche Bedeutung. 
Die Pferdehaltung 
Die Pferdehaltung erlangte hierzulande nie eine gróssere wirt- 
schaftliche Bedeutung. Pferde wurden nur in Landwirtschaftsbetrieben 
als Zugtiere gehalten. Das liechtensteinische Militür besass keine Kaval- 
lerie. Etwas Pferde wurden wohl noch wegen dem Rodfuhrwerk als Ver- 
dienstquelle gehalten, jedoch in Triesen seit jeher weniger, weil das Rod- 
fuhrwerk hier nur untergeordnet spielen konnte (Hauptstationen mit 
Verteilerámtern waren in Balzers, Schaan und Schaanwald). Trotzdem 
erreichte die Ausfuhr von Pferden nach den Nachbarstaaten zu Anfang 
des 18. Jahrhunderts noch rund 200 Stück. Der liechtensteinische Bauer, 
dem Viehverkauf fast als einziges Geld brachte, musste eben das für den 
Verkauf ins Ausland richten und bereitstellen, was gefragt war, so eben 
damals Pferde. Die Ausfuhr hier gezüchteter Pferde verlor sich zwi- 
schen den beiden Weltkriegen ganz. Eine landeseigene Beschálstation 
hatte nur zwei Jahrzehnte um die Mitte des 19. Jahrhunderts bestanden. 
Die Ziege 
Die Ziege war das Milchtier der kleinen Bauern und spáter auch 
der Industriearbeiter als nebenberufliche Landwirte. In guten Zeiten 
wenig gehalten, wurde sie es bei Krisen desto mehr. Triesen war wohl die 
(95) 
(J 
MO 
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.