Die Landwirtschaft 
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Schubkarre, Handwanne, 
Butterkübel 
  
hundert eine weitgehende Aufteilung von Gemeinheiten (Gemeinde- 
boden) und begann die freie Ackerwirtschaft (ausgeschiedenes frei ver- 
fügbares Ackerland, Beseitigung des Atzungs- oder Trattrechtes auf 
dem Ackerland). 
Hier bestand das alte Lehenwesen noch bis um die Mitte des 19. 
Jahrhunderts weiter. Der Bauer bewirtschaftete wenig eigenen Grund. 
Der Boden gehörte dem Lehenherrn, der Zehnten und Fronen forderte, 
oder dann der Gemeinde, die ihn lediglich zur Nutzung den Bürgern 
«lieb» (Bürgernutzen). Wohl der letzte Zopf des ausgehenden mittel- 
alterlichen Feudalwesens war noch die Beanspruchung des Neugereut- 
zinses. Rodeten die Bewohner mühsam in den Rheinauen oder am Berg 
neues Nutzland, so verlangte man von diesem noch im 19. Jahrhundert 
zusátzlich zum Zehent und zu den Steuern und sonstigen Fronen den 
Neugereutschilling, eine dem Landesherrn zu entrichtende Abgabe. 
Das traf gerade die Triesner bedeutend, weil sie einfach um Jeden Preis 
für die hungernden besitzlosen Einwohner Pflanzplátze (Ackerland) 
schaffen mussten. Der Novalzehnt umfasste in Triesen alle Neufelder, 
welche sich vom Vaduzer Neugut an auf beiden Seiten der Landstrasse, 
mit Ausnahme des sog. alten Aeule, bis zum Dorf Triesen erstreckten 
und ebenso die südlich des Dorfes in der Ebene liegenden Felder (Unter- 
feld, Neufeld etc.). 
Wegen der Bevólkerungszunahme im 17./18. Jahrhundert kam es 
zu besonderen Festlegungen der Nutzungsrechte am Gemeindeeigen- 
tum und zu verschiedenen Einschránkungen der Nutzungsberechti- 
gung. Es kam zu Streitigkeiten. Immer i war Gemeindeboden zur 
Sondernutzung (meist Ackerbau) an die «zugsberechtigten Hausräuche» 
verteilt und eingezäunt worden. Die Besitzer von Häusern, die mit sol- 
chen alten Gemeindsteilungen ausgestattet waren, suchten inbesondere 
im 18. Jahrhundert ihre ER zu wahren und gleich- 
zeitig von neu gegründeten Haushaltungen und Zugewanderten abzu- 
weisen. Aus diesem Grunde sollten der Bau neuer Häuser, der Zuzug 
und die Einbürgerung von Fremden und die weitere «Einschlagung» von 
Gemeinheiten zu Austeilung an neu nutzungsberechtigt gewordene
        

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