Bevölkerungsentwicklung 
getröstet werden konnte, und nur in Anhoffung der Erfüllung dieses Trostes 
sich in die letztjährigen Anstrengungen fügte, dieser Unterthan wird, der 
nun nichts mehr zu gewinnen, nıchts mehr zu verlieren hat, sich der Ver- 
zweiflung überlassen und schwer mit Vernunfisgründen geleitet werden 
können.» Besser könnte keine Statistik und keine Schilderung das tiefe 
Elend und den brutalen Jammer aufzeigen, als die Worte des Landvogtes 
selbst! 
Trotzdem, die Konvention mit Baden von 1814 wurde wieder in 
Kraft gesetzt. Badische Offiziere kamen. Das Kontingent wurde erneut 
aufgestellt, und mit einiger Verspätung verliess 1815 die Mannschaft die 
Heimat. 
Die Regierung (Landvogt Schuppler) lehnte die Lieferung von 
Lebensmitteln ab, weil es ihm unmóglich erschien, vom Volke Natura- 
lien zu verlangen. Wieder musste der Landesfürst bezahlen. Doch die 
Lieferung an die Alliierten überstiegen diejenigen an Napoleon um mehr 
als das Doppelte. Der kurze Krieg 1813 hatte Liechtenstein 20 000 Gul- 
den gekostet. Ende Juli 1815 betrugen die Ausgaben der fürstlichen 
Kasse 14 358 fl 34 kr. Die meisten Soldaten waren schon am 15. Novem- 
ber 1815 wieder zurück. Diesmal erlitt das Kontingent keine Verluste. 
Napoleon war am 18. Juni 1815 von den Englándern und Preussen bei 
Waterloo geschlagen worden. Unsere Truppen haben an diesem Ent- 
scheidungskampfe nicht mehr teilgenommen. 
f) Das Bundeskontingent (1815-1868) 
1814/1816 wurde auf dem Wiener Kongress der Deutsche Bund 
gebildet, der aus 35 Fürsten (Ländern) und 4 freien Städten bestand. 
Liechtenstein hatte als Mitglied des Deutschen Bundes ein Kontingent 
von 1 Offizier und 80 Mann als Schützenkompanie aufzustellen und zu 
unterhalten. Das Kontingent war selbständig und keinem fremden 
Kommando unterstellt, jedoch wurde es mit den drei weiteren Infante- 
riekompanien, die von Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern- 
Sigmaringen zu stellen waren, zusammengefasst. 
In Liechtenstein wurden die wehrfihigen Mánner durch Losen 
(man nannte es «Spielen») ausgewählt. Die Rekruten, etwa 10-20 Mann, 
mussten im April einrücken und 2-3 Monate auf dem Schlosse zu Vaduz 
Ausbildung geniessen. Ein Liechtensteiner Offizier und Feldweibel lei- 
teten die Ausbildung. Bekannt sind für uns die letzten, das sind Peter 
Rheinberger als Kommandant und Andreas Walch als Feldweibel, die 
nach dem 1866er Feldzug zum Stilfserjoch und nach der folgenden Auf- 
lósung des liechtensteinischen Kontingents im Dienst des Landes tätig 
waren. Rheinberger wurde 1868 Landestechniker. Als solcher besorgte 
er auch die Melioration des Augebietes von der Vaduzer Grenze bis ins 
Dorf Triesen (1870er Jahre). Walch wurde Wuhrkommissár (Strassen- 
und Rüfebau). s 
Wer beim Auslosen zur Dienstleistung betroffen wurde, konnte 
einen Ersatz stellen. Aus riesen sind nur wenige Fille bekannt, in 
denen ein Auslánder Ersatz für einen Triesner leistete. : 
Aus Triesen nahmen am letzten Feldzug 1866 (26. Juli bis 4. Sep- 
tember) teil: 
1. Joseph Anton Kindle, Trompeter und Korporal 
1844-1905, s'Ammas, Haus Nr. 94, Poschga 
2. Franz Xaver Negele, Korporal, 
1839-1917, Messmer, Nr. 168 neu 
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