Wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes 
bünden. Die an der Strasse befindlichen Stände müssten mitarbeiten, 
ohne die ganzen Kosten zu tragen. Bedeutsam ist ferner der Vorschlag, 
eie Fahrstrasse überden Arlberg zubauen. Alle diese Gedan- 
ken sind erst unter Maria Theresia und Josef II. aufgegriffen worden. 
«Bei diesem Anlass (1814) kamen die Stánde auf einen Antrag, in 
den früheren Zeiten zurück, eine Brücke über den Rhein im Liechtensteini- 
schen zur Erleichterung des Verkehrs mit der Schweiz und namentlich mit 
den Kantonen Glarus und Zürich herzustellen, um die Linie Bozen - 
Zürich für das Land zu sichern. Dies sei besonders wichtig, seit eine Strasse 
über den Simplon gebaut sei.» 
«Im Jahre 1814 wünschten die Stände die alte Mautverfassung vom 
Jahre 1751 und den alten ”montfortischen Transitozoll”. Sie beriefen sich 
beim Kaiser ın Wien auf die uralte, eigene Mautverfassung Vorarlbergs, die 
auch zur geographischen Lage gut passe. Der Handel mit der Schweiz und 
dem übrigen Auslande mache diese abweichende Einrichtung notwendig. 
Erschwerungen des Transitverkehrs und Erhöhung der Viehausfuhrzölle 
würden wie unter Bayern den bedeutenden Kleinhandel nach der Schweiz 
und Liechtenstein vernichten, den Transit lähmen und eine der wichtigsten 
Nahrungsquellen verstopfen.» 
Liechtenstein hat diese Strasse 1770-1782 in Fronarbeit der 
Gemeinden gebaut, damit Transit und Post verkehren konnten. 
Auf die grosse wirtschaftliche Bedeutung des Transitverkehrs 
wies Landvogt Schuppler 1819 hin, wie die Gemeinden ersuchten, man 
môchte ihnen an die Strassenfron doch das von der Herrschaft eingezo- 
gene Weggeld überlassen. 
Das JBL 1969 berichtet dazu: 
«Die dritte Bitte um Uberlassung des Weggeldes war von besonderer 
Bedeutung für das Land. Die Strassen mussten vom Land unentgeltlich un- 
terhalten werden und dazu wurde noch ein Weggeld eingezogen, wenn 
Frachtgüter um Lohn geführt oder ins Ausland gebracht wurden. In der 
Bittschaft hiess es nun, dass entweder für die Arbeiten an den Strassen ein 
Lohn bezahlt oder bei unentgeltlicher Unterhaltung der Strasse das Weg- 
geld der Landschaft überlassen werde. Die Instandhaltung der Strassen war 
wichtig für das Rodwesen, das eine bedeutende Einnahmequelle für das 
Land war. Das Hauptprodukt, das im Transitverkehr durch das Land ging, 
war Salz. Wenn die Strassen in schlechtem Zustand waren, so bestand die 
Gefahr, dass der Transitverkehr nicht mehr durch Liechtenstein, sondern 
durch die Kantone St. Gallen und Graubünden erfolgte. Die jährlichen 
Ausgaben für die Strassenreparaturen, die aus dem Weggeldfonds bestritten 
wurden, waren verhältnismässig hoch, weshalb sich das Oberamt damit 
begnügen musste, bei der Wiederherstellung der verdorbenen Strassen sich 
auf das Notwendigste zu beschränken.» 
Aus der Rodordnung: 
€^ wurden von den Vorarlbergern nach Schaan, *^ von den Unter- 
lándern von Feldkirch bis Balzers gebracht. Von Schaan wurde die Fubre 
von Schaanern, Vaduzern und Triesnern bis Balzers befordert. Von da alles 
von den Balznern mit Vorspann bis Maienfeld. 
1817/18 wurden 17975 Fass Salz von Feldkirch durch Liechtenstein 
nach der Schweiz ausgeführt, was wohl für manche Fubrleute der einzige 
Bargeld-Verdienst bedeutete. 
Nach 1853 war die Rod beendet. In vielen an der alten Reichsstrasse 
liegenden Orten fiel der Verdienst aus, die Armut zog ein und zwang zur 
Auswanderung. Mehr als Triesen wurde Balzers betroffen.» 
 
        

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