Wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes 
digung ibrer geringen Kreditbedürfnisse und die Besorgung ihres Zahlungs- 
verkehrs zu erleichtern. Sie war daher nicht imstande, die genannte lebens- 
wichtige Aufgabe zu übernehmen.» 
Das 19. Jahrhundert brachte der Landwirtschaft die Loslöse von 
all den Grundlasten (1848-1863). Fürst Alois II. (1836-1853) erliess 
ohne Entschädigung an Feudallasten: Neugreutzinse, behebte Steuer, 
Mühlzwangablóse, Lehenübergabegeld (Laudemium), Pleuelgeld, 
Vogelrecht oder Alpmolken, Fasnachtshennen, Scháfhaber, Fron- 
Dungfuhren (darunter den Triesnern 100 Fuhren à 35 kr. bewertet), 
Handfronen, Fuhrfronen im Werte des jáhrlichen Landesertrages von 
2030 fl 36 kr. Dem Lande (an die neu ins Leben gerufene Landeskasse) 
überliess er Fischwasserzins, Jagderträgnis, Zoll- und Weggelder, Ohm- 
geld (Weinsteuer) bewertet mit 5.493 fl 38 kr. Die durch das ganze 
Mittelalter herauf bestandenen Grundlasten waren beseitigt. Der Staat 
erhielt bis dahin vom Landesherrn für sich bezogene Einkünfte 
geschenkt. 
Der Landesfürst verkaufte einen Teil seiner hiesigen Güter, so ın 
Triesen den Meierhof und alle Weingärten. Ins 19. Jahrhundert fällt der 
Grossteil der Zuteilung von einstigem Gemeindeboden an die Hausbe- 
sitzer im. Zusammenhang mit der Einführung des Grundbuches auf 
1. Jánner 1809 sowie die Ausgabe von sog. Familienteilungen auch an 
Gemeindebürger, die keinen Hausbesitz ihr eigen nennen konnten 
(Pflanzland an die hungernde Bevólkerung) und Melioration desselben. 
In Triesen war der Zehent viellach schon früher von der 
Gemeinde ausgekauft worden, so dass noch abzulósen der Neubruchze- 
hent mit 48 fl 45 kr (jáhrlicher Ertrag) und 28 Viertel Weisswein war. 
Das 19. Jahrhundert brachte die erste Bank ins Land (1861). Man 
konnte Geld anlegen und Geld entlehnen. Die Kronenentwertung am 
Ende des 1. Weltkrieges entwertete das ganze dort angelegte Spargeld, 
man mufte - auch in der Industrie - neu beginnen. Es kommt nicht von 
ungefähr, dass die Industrie erst 1933 wieder soviel Leute beschäftigte, 
wie sie es zu Beginn des 1. Weltkrieges getan hatte. Bis 1982 noch neben- 
einander und seit dieser Zeit ohne die Textilindustrie wuchs die neue 
Metallindustrie heran, heute die Hauptarbeitgeberin im Lande. 
In jener schweren Zeit, als hier buchstäblich nichts mehr vorhan- 
den war, womit man zahlen konnte und auch kein Kredit aufzutreiben 
war, war es wiederum der Landesfürst, der helfend einsprang und Geld 
zum Ankaufe von Lebensmitteln in der Schweiz lieh und am 22. 11. 1923 
erst noch die ganze Lebensmittelschuld von einer halben Million Fran- 
ken schenkte. Auch der Staat besass kein Geld und nichts, das er hätte zu 
Geld machen kônnen. 
Ins 19. Jahrhundert fällt der Rheinwuhrbau, der 3 Generationen 
die grôssten Opfer abforderte. Hierzu gab der Landesfürst Darlehen 
und Beiträge. Im 19. Jahrhundert begann die erste Melioration der 
Rheinebene, so in Triesen ab 1870 das Gebiet nördlich des Dorfes. Des- 
gleichen wurden die Alpen erschlossen (Wegbauten dorthin). 
Im 19. Jahrhundert setzte man die Hoffnung auf die wirtschaft- 
liche Gesundung noch ganz auf die Landwirtschaft, damit der ange- 
wachsenen Bevölkerung wenigstens der Hunger gestillt werden konnte. 
Nach 1852 
Nach 1852 (Zollanschluss an Österreich) öffnete sich der Weg für 
die Industrie dank der vorhandenen Wasserkräfte und der Möglichkeit 
 
        

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