Wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes 
das Leben schwer. Immer wieder verwüsteten beide fruchtbares Land, 
trieben die Dorfbewohner dazu, entweder zu hungern, auszuwandern 
oder dann neues Land zu roden. So wissen wir in der geschichtlich fass- 
baren Zeit von der Reute auf Runkels, von den Heureutenen, von den 
Litzenen im Nasshaken, Neugereuten, von den Waldrodungen in 
Magrüel, Scherris, Tuass und Waldschlägen in den Alpen, wozu noch 
die kaum geschichtlich erfassten nach und nach fortschreitenden 
Rodungen Privater, wie etwa ın Gaselva, am Matillaberg, im Bovel etc. 
kommen. 
Die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung 
Das Dorf Triesen hat sich im Laufe der historisch bekannten Ent- 
wicklungszeit flächenmässig verändert. Verloren hat es von der alten 
Wirtschaftsgenossenschaft die linksrheinischen und in alter Zeit land- 
wirtschaftlich geschätzten Gebiete der sog. Heuwiesen (restlich zur 
Gänze verloren erst im 19. Jahrhundert nach Erstellen der Hochwuhre 
am Rhein und nach dem Zollanschluss an Osterreich 1852), dann das 
Allmeind- und Waldgebiet des heutigen Triesenberg mit Silum nach der 
Einwanderung der Walliser nach 1280, Verkäufe der besten Alpgründe 
von Valüna weg und Zuteilung von Silvaplana bei Aufteilung der 
gemeinsamen Weidegründe an die Balzner. 
Geändert hat im Laufe der Zeit die Nutzung dieses Dorfgebietes. 
Wesentliche Gründe, die wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes 
anziehen zu lassen, waren Hand in Hand: 
Die intensivere Nutzung des Dorf-Etters (so nannte man das ab- 
gegrenzte Weidegebiet des Dorfes), der Wegfall der Seuchen und 
Kriegszüge, die andauernd die Bevôlkerung dezimierten oder ihr das 
Wohnen hier zum Uberdruss machten und sie zur Auswanderung 
zwang, dann die aufkommende Textilindustrie, dank der vorhandenen 
Wasserkraft und zu guter Letzt nun die um die Jahrhundertwende ein- 
setzende Elektrifizierung, wozu die Firma Jenny, Spoerry & Cie. und 
nachfolgend das Lawenawerk den Grundstock legten. 
Nicht vergessen soll sein der Bau der Strassen und Eisenbahn, das 
Trockenlegen der Talsohle und die Rüfeverbauung, sowie die Erschlies- 
sung der Alpen. Dann kam der Sprung nach vorne: mit den grossen 
Fabriken Jenny & Spoerry, Hoval, Elastin, Grosshandwerksbetriebe, 
vor allem auf Bau und Holz, Bauzonenöffnung, Wasserversorgung, 
Kanalisation, genügend Arbeitsplätze in nächster Nähe (erreichbar als 
Pendler). 
Bis um 1800 herum ist Triesen das Dorf des Mittelalters verblie- 
ben. Die Bevölkerung konnte und musste sich aus der Landwirtschaft | 
selbst versorgen. Sie hatte sich selbst zu helfen, wenn Seuchen und | 
Kriegszüge die Háuser leerten, das Dorf 1446 und 1499 zur Gänze durch 
fremde "Iruppen niedergebrannt, Rheineinbrüche und Unwetter die 
Ernten ganz oder teilweise vernichteten etc., kurz, sie war auf sich selbst 
gestellt. Was das Rodfuhrwerk und der Verkehr an der alten Reichs- 
strasse etwa brachten, ebenso gelegentlicher Wein- und Viehverkaut, 
das ging reichlich wieder im Unterhalt der Strasse, an Zehnten und Steu- 
ern auf. Um 1800 herum finden wir Triesen und seine Bevólkerung arm 
und verschuldet, bedrängt von Rheinüberschwemmungen, von Rüfe- 
gängen, hungernd und Not an allen Enden leidend vor. Dies musste sich 
ändern. Die Bevölkerung hatte sich im Laufe von zweihundert Jahren 
  
 
        

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