gehende Aufteilung in Grafschaften und die bessere Ausscheidung des 
Königsgutes vermochte nicht allzuviel zu ändern. Auch hier galt das 
Wort: Der Kaiser ist weit fort! Es führte lediglich dazu, dass sich ein- 
zelne Herrscher, seien es weltliche oder geistliche, mehr und mehr 
Rechte anmassten. Und als 831 Kaiser Ludwig der Fromme den Kir- 
chenfürsten Immunitätsrechte besonderer Art v verlich, führte das dazu, 
dass man die Oberherrschaft eines Krummstabes geradezu suchte. 916 
kam dann unser Gebiet zum Herzogtum Schwaben, das deutsche Ele- 
ment verdrängte immer mehr die alte Bevölkerung, Sprache und Kultur, 
was allerdings an der Stellung der Bewohner ım Verhältnis zu den 
Grundherren vorerst nicht viel änderte. 
Aber alemannisches Denken setzte sich immer mehr durch. Ein 
Alemanne hasste es, bis in die kleinsten Begebenheiten hinein sich der 
Anweisung und dem Diktate eines Oberherren beugen zu müssen. Es ist 
daher für die nächsten Jahrhunderte herauf bis zur Zeit nach der Retor- 
mation typisch, wie sich die früheren Zinsbauern, die Lehensleute, die 
Leibeigenen verbissen wehrten, Sonderrechte und Sondereigentum an 
den Allmeinden an einzelne abzugeben. 
Allerdings erhielt in der Zeit von 1250-1400 in Triesen der Land- 
adel seine besondere Stellung (z.B. die Ritter von Trisun, von denen 
heute die Gemeinde das Wappen führt, bereits seit 1273 urkundlich als 
Herren auf St. Mamerten nachgewiesen, die Herren von Richenstein, 
bekannt seit 1253 mit ihrem Sitze vermutlich ob oder gegen Garnis hin 
aus, von Schiel im 14. Jahrhundert, dann die von Roners ebenfalls im 
15. Ja hrhundert, die von Bach auf einem Lehenhof des Klosters St. Luzi 
in Triesen, weiters die Junker Vaistli, bekannt hier seit 1273 und aus 
Nüziders stammend, dann wohnten hier auch ; jene von Gutenberg im 
14. Jahrhundert als Inhaber von Lehen, nachdem sie die Burg in Balzers 
1314 verlassen mussten, und endlich noch die von Quader, die gegen 
Gazis hinaus wohnten). Der Landadel war in Triesen stark vertreten. 
Seine Grundlage bildete das Kónigsgut, das also bereits seit der Rómer- 
zeit hier sehr ergiebig gewesen sein muss, mehr als in anderen Gemein- 
den. Der Landadel waren Dienstmannen, die zu Kriegsdienst verpflich- 
tet waren und dafür mit solchen ehemaligen Kônigsgüter n und Lehen 
besoldet, bezahlt oder belehnt wurden. Natürlich mussten die 
herrsch altver pflichteten Zinsbauern und Lehenleute ihnen mit Natural- 
leistungen (z.B. Hilfe bei Burgbauten, Zehent etc.) oder Geld dienen, 
dafür aber selber keinen Kriegsdienst ı in fremden Landen leisten. Manch 
freier Bauer begab sich ohne Rücksicht auf den Verlust von Freiheiten 
und Rechten in die Obhut eines solchen Herrn, mit Vorliebe aber in jene 
einer geistlichen Macht, die am wenigsten Kriegsdienste leisten musste 
und daher von den eigenen Leuten am wenigsten forderte. Nur damit er 
nicht Kriegsdienst leisten musste, wurde er ein Lehenmann! Trotz der 
bestehenden Oberherrschaft seitens einer geistlichen oder weltlichen 
Macht, die mit eigenen Vögten oder Meiern oder Ammännern über ihre 
Leute regierten, gab es freie Bauern, die nicht diesen, sondern nur dem 
Landesherrn, dem Grafen, unterstanden. Zwischen diesen und ebenso 
zwischen den verschiedenen Eigenleuten der Grundherren und unter 
letzteren selbst musste für die gemeinsame Bewirtschaftung des Landes 
eine es dnung geschaffen werden, sei dies urspr ünglich nur münd- 
lich und als Gewohnheitsrecht und erst später ¢ geschrieben oder ın 
Streitbescheiden enthalten. Mit der L Landnahme S der alemannischen 
Bevólkerung kam auch alemannisches Recht - wie schon früher ange- 
Vom Hof zum Dorf 
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