auch fertig erstellten Binnenkanal, ebenso jener des alten Mühlebaches) 
ausgeebnet und damit verändert wurde. 
1861 (1864) wurden nach einem Grenzstreit über den Verlauf der 
Gemeindegrenzen von den «Zipfelwiesen bis hohe Platte (im Zipfel) wie- 
der neue Steine gesetzt. Nun steben sie dort beieinander, 3 Steine aus ver- 
schiedenen Zeiten, stumm zeugend, wie sich die Triesner und Balzner durch 
lange Prozesse und Verhandlungen hindurch bemühten, jede Gemeinde 
nach ihrer Meinung die Grenze rechtens festgesetzt zu erhalten». 
Der in den Spruchbriefen von 1440 und 1595 erwähnte Hinter- 
markstein in Heinz von Bachs Wiesen wird im 18.Jhdt. nochmals 
beschrieben mit: «... das unterste Hondermass Triesner Seith hinder dem 
Wur 144 Klafter und stot in dem Pfrundgut des aussere gorgnetsch genandt 
und mimmt die Schini aus der blatten in den weissen Schild unter den 
Trenkhidrógen . . . » wo ist er gestanden, der viel erwáhnte Grenzzeuge? 
Trotz des Vergleiches von 1835 wurde der Grenzstreit zwischen 
Triesen und Balzers am Sattelberg 1861 fortgesetzt. Denn die Balzner 
behaupten, nun jenes im Schiedsspruche vom 1. Mai 1595 genannte 
Grenzkreuz auf der Hohen Platte wirklich entdeckt zu haben. Ein 
schiedsrichterlicher Augenschein vom 27.8.1861 wollte die dortigen 
etwas kreuzähnlichen Vertiefungen im Felsen nicht als von Menschen- 
hand geschaffen anerkennen. Die Balzner wurden abgewiesen und die 
Grenze verblieb weiterhin im Breiten Ries. Doch wurde sie lediglich als 
«provisorische Grenze fixiert», so dass es den Balznern möglich war, den 
Kreuzgrenzpunkt von 1595 «übereinstimmend aufzufinden». 1864 ver- 
suchten die Balzner die Grenze neu festgesetzt zu erhalten. Es wurden 
die alten Marksteine regierungsamtlich aufgenommen und eine Schei- 
nung beschrieben, nach der auch die Waldgrenze auf der Platte zu 
suchen wáre. Neu wurde ein Versicherungsstein (Fixpunkt) auf einer 
anstossenden Balzner Wiese im Zepfel gesetzt. Das war aufgrund einer 
Einigung zwischen den beiden Gemeinden zustande gekommen. 
1882 lag man sich der Grenze am Sattelberg wegen schon wieder 
in den Haaren. Die Balzner hatten 18 Klafter Holz (im Wert von 81 fl) in 
dem Gebiet geschlagen, das die Triesner für sich beanspruchten. Als sie 
die Balzner exekutiv zur Zahlung zwingen wollten, kam es erneut zum 
gerichtlichen Prozesse. Die Regierung lehnte es ab, auf dem Verwal- 
tungswege sich wieder in den Grenzstreit einzulassen und verwies beide 
Gemeinden auf den Rechtsweg. Es wurden alte Männer aus Balzers und 
Triesen als Zeugen aufgeboten. Die Balzner Zeugen verneinten, je ein 
Grenzzeichen an dem Platze im breiten Ries zu kennen, das ın dem von 
Balzers vorgelegten Situationsplan mit «B» bezeichnet war, auf dem Sat- 
tel oben wären sie nie gewesen. Die Triesner Zeugen wollten ein Kreuz 
an dem von Balzers bezeichneten Punkte (ob der Hohen Platte) auch 
nicht gesehen haben. Die Balzner unterlagen. - 
1885 will am 17. Jänner ein Balzner durch Zufall einen Grenzstein 
gefunden haben, der jenem von 1595 entsprechen könne. Beim gerichtli- 
chen Augenscheine vom 19. 1. 1885 stellte man fest, dass «im Umkreis des 
Steines unlängst manipuliert wurde»... Nachdem an diesem Stein Mani- 
pulationen aus Jüngster Zeit wahrnehmbar sind, können wir es auf unser 
Gewissen nicht nehmen und bestimmt darüber zu äussern ob dieser Mark- 
stein hohen oder jüngeren Alters ist». (So die Gutachten!) — 
1888 griffen die Balzner den Grenzstreit wieder auf, indem sie 
meldeten, Waldaufseher und Gemeinderäte hätten ein in eine Steinplatte 
oberhalb der Zipfelwiesen gehauenes und mit den Grenzpunkten des 
Vom Hof zum Dorf 
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