Vom Hof zum Dorf 
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zurückgezogen batte.» Unterhalb Balzers bis ausser die Ortschaft Vaduz 
wurde der Liechtensteiner See durch zahlreiche Rüfekegel rasch und tief 
verschüttet. ... Das Sarganserland lásst einen alten Seeboden erkennen, 
der aber nach Entriegelung der Landquart rasch verschüttet wurde. 
Auch im Oberfeld nórdlich des Flàscherberges, besonders im Balzner 
Riet ist ein verwachsener Seeboden zu erkennen. Einen kleinen See barg 
auch die Seveler Au. Gegenüber unserem Liechtsteiner See, hat sich 
linksrheinisch der Buchser See bis zum Kobelwalder Sporn ausgedehnt. 
Am lángsten dürfte sich der Liechtensteiner See in der Tostner Bucht 
erhalten haben, worauf der Flurname «am See» hinweist...» (Gunz in 
JBL 1944). 
Sicherlich deckte der Rheintal-Bodensee anfänglich auch das 
Gebiet des Tales in Triesen zu. Doch hat der Rheinstrom, vom Scholl- 
berg nach Triesen herüber geworfen, später das Gebiet mit Kies, Sand 
und Letten überlagert. Der Grund im Rheintal ist als Folge dieser ver- 
schiedenen abwechselnden Ablagerungen von durch Rüfen herbeige- 
führten Bergschutt, Lehm und Lóss, später mit dem Rheine herangetra- 
gene Auffüllungen von Letten, Sand und Kies im Gebiete von Triesen 
nicht einheitlich. Vom festen sich als Baugrund gut anbietenden Unter- 
grund (Kies, Rüfestösse) bis zur schwächsten Deckenschicht (mit 
Grundbruchgefahr) im Gebiete vom Aeule/Rietteile ist alles anzutref- 
fen. Das Riet unter Maschlina darf als ein letzter Rest des einstig auch 
hier bestandenen Sees angesehen werden. 
5. Vom Hof zum Dorf 
Land und Herrschaft 
Es rechtfertigt sich wohl, zur Geschichte des Dorfes und seiner 
Entstehung einen kurzen Blick auf die Entstehung des Landes voranzu- 
stellen. Das Gebiet des Fürstentums Liechtenstein war bis zum 12. Juli 
1806 ein Bestandteil des Deutschen Reiches, das ursprünglich in mehr 
oder weniger unabhängige Stammesgebiete aufgeteilt war. Jeder Stamm 
hatte seinen Herzog. Den Franken (736-911) und besonders Karl dem 
Grossen (768-814) gelang es, die andern Stämme zu unterwerfen. Es 
wurde eine zentrale Staatsgewalt geschaffen, das Land neu in Gaue ein- 
geteilt (806) und an deren Spitze Beamte als Gaugrafen oder Herzöge 
gestellt. Viel Land wurde durch die Franken an Klöster, Bischöfe und 
Geistliche zu Lehen gegeben, ebenso an Beamte, Gaugrafen, Herzöge 
als Belohnung für Verwaltungs- und Kriegsdienste oder als getreue Ver- 
bündete. Es handelte sich dabei um Ländereien, die bereits zur Römer- 
zeit als Reichsgut, als Eigentum des Kaisers erklärt und so auch von den 
Nachfolgern als solches betrachtet und darüber verfügt wurde. Andere 
begaben sich in den Schutz eines Mächtigen (Kaiser, Kirchenfürsten) 
und erhielten von ihm das hingegebene Gut wieder als Erblehen zurück. 
So entstand das Lehenrecht, das auch in unserer Gegend bis in die Neu- 
zeit herauf herrschte. 
Während die zentrale Kaisergewalt zerfiel, Deutschland seit 911 
in bezug auf seinen Kaiser ein Wahlreich wurde, festigte sich das Reichs- 
lehen immer mehr. In unserer Gegend starben die Herzóge von Schwa- 
  
  
 
        

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