ter gebräuchliche weibliche Endung, statt a, wie Klarun für Klara, Sigenun 
fiir Sigena, Scalun oder Schalun für Scala-Stieg. Der ursprüngliche Name 
Trisa konnte vielleicht den Bergbach bedeuten — man denke nur an die Tri- 
sana, jenen Bergbach jenseits der Arlberges - und die Ansiedlung von die- 
sem ihren Namen entlehnt haben. 
Mone, ein bedeutender Keltenforscher, leitet den Namen ab von den 
beiden keltischen Wörtern tric, d.h. klein, und sunn oder sonn, d.h. Wall 
oder Festung. Darnach würde Trisun soviel bedeuten als eine kleine Burg. 
Man muss sich da einen festgemauerten, zur Verteidigung eingerichteten, 
mit einer Ringmauer umgebenen Thurm auf einer Anhöhe denken, und 
zwar auf derjenigen, wo jetzt St. Mamerten steht. Dass die Rätier in jenen 
unsicheren Zeiten überall an günstigen Orten derartige Schutzbauten als 
Zufluchtsstätten erricheten, ist gewiss und sprechen auch die römischen 
Geschichtsschreiber zur Zeit der römischen Eroberung ausdrücklich von 
den Kastellen, welche die Rätier auf den Höhen erbaut hatten. Dass aber 
die Anhöhe von St. Mamerten, die auch dem Bergsturz standgehalten hat, 
einen günstigen Platz für so ein kleines Kastell bot, ist gewiss.» 
Der Name Triesen als Trisun scheint in einer Urkunde vom 
23. September 1155 auf, in welcher Kaiser Friederich I. (Barbarossa), 
(1152-1190), dem Kloster Weingarten den Besitz eines Weinberges in 
Triesen bestátigt (JBL 1902-31). Kaiser-Büchel schreibt in seiner Aus- 
gabe 1923 zur Geschichte des Fürstentums Liechtenstein Seite 61 
(Zustand Rátiens unter den Karolingern 768-911 in bezug auf Schen- 
kungs- und Verkaufsurkunden aus dieser Zeit): «Aus dem liechtensteini- 
schen Gebiete werden die Ortschaften Triesen (Trisuna)... erwähnt.» 
Damit wäre der Ortsbestand als Siedlung bereits vor dem Jahre tausend 
anzunehmen, also eine Hofsiedlung, wie wir sie nachgewiesenermassen 
seit der Römerzeit her in den Gemeinden Balzers und Schaan besitzen. 
Hans Stricker verweist in seinem 1981 erschienenen Werke «Die roma- 
nischen Orts- und Flurnamen von Wartau» auf Seite 233 auf zwei Belege 
hin, in denen einmal für die Zeit 1094-1101 Trisim und für 1155 
«vineam in Trisun» angeführt sind. Aus dem Jahre 1347 ist das Siegel des 
Johann von Trisun erhalten. 
In alten Urkunden bis ins 15. Jahrhundert herauf erscheint Triesen 
geschrieben als: trisun, trisan, trissen, thrissen, thrisen, treser, trissner 
(LUB I/4, 651), und bis ins 19. Jahrhundert herauf auch als Trysen. Trie- 
sen scheint im Alpenraum sprachlich verwandt mit der Trisana (Tirol) 
und Tresa (Grenzfluss) im Tessin. Ebenso weist die Sprachforschung 
darauf hin, dass Triesen nichts anderes als das norddeutsche ebenfalls 
keltische Tresa (von tris, trais - gemeinhin das «Dorf») und ebenso in 
der gälischen Sprache Irlands ähnlich vorkomme. Die heute für ver- 
schiedene Gegebenheiten verwendete Bezeichnung «Trisuna» geht auf 
die Ritter von Trisun (de Trisuns) zurück, in Triesen wohnend durch 
Urkunden bezeugt von 1273-1443. Die verschiedenen Schreibweisen 
alter Zeit gehen wohl weniger auf Lautverschiebung (Ausspracheände- 
rung) als die meist landfremden Urkundenschreiber zurück, die die 
Sprache der ortsansässigen Bevölkerung nicht genügend kannten und 
nur zu vieles eben in der mitgebrachten Ausdrucksweise wiedergaben 
oder in einer Urkundensprache (Kanzleistil) abfassten, die wiederum 
das Volk nicht verstand. , 
Was für die gewandelte Schreibweise Triesen gilt, das gilt noch 
viel mehr für Ortsbezeichnungen ın Karten und Druckwerken, die aus- 
wärts und von Auswärtigen hergestellt wurden. 
Name und Wappen 
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