Anhang 
Fiiner ischt hôtt s’Brot und d’Koscht, 
ma trinkt Bier schtatt Tresner Moscht. 
Verschwunda ischt dr Hóóbergschletta. 
Ma muass di aalta Saha no fórs Museum retta. 
Ma kónts bewiisa oni Müa: 
s’hätt me Turischta hôtt as Küa. 
S’Dorf, as endrat s’Gsecht und d’Aart, 
d’Wandl ischt i voller Fahrt. 
Mer müand is langsam umma Schproochschatz 
wehra, 
an tütscha Pfar us Schwyz — zom Tresnertütsch 
bekehra. 
S’Dorf, as endrat d’Brüüch und d’Aart — 
d’Demokratie ischt voll ir Fahrt. 
Und doch wiiss Tresa hott nd nett, 
ob ma s’Frauastimmrächt wett. 
Viel ischt liichter, viil ischt anderscht. 
D’Erfahrig goot is net verloora. 
Abr net vergássa müammers: 
O üüsri Zitt hátt groossi Gfohra. 
S’neu Wohlschtands-Lendli Liachtastää 
ischt ir Wält halt net alää. 
Viel Not gitt’s 1 dr Vôlkerreia. 
Wer z'hoch flügt ka viel tüüfer keia. 
D'Freiheit verkrafta, 
s’Neu verkrafta, 
und trotzdem ufm Boda bliiba, 
dr Zog net ääfach wittertriiba, 
dr Sinn fôrs Wäsa wahra, schpüüra, 
Sinn und Grenza net verlüüra — 
nooch Johrhundert Gschtróvl, Ploog, 
ischt das hótt Uufgab, Schicksalsfroog. 
O d'Samina kas üüs lehra, 
dr Sinn fórs Flüüssa und fórs Ziel, 
tor d'Fród am Làba und am Schóóna, 
fôrs Zwenig und fôrs Zviel. 
D'Vorfahra us allna Zitta — tróóscht si Gott! 
Verbunda met da Tresner Ahna 
sôll d’Valüna-Fiir üüs mahna, 
d'Sach z'erhalta, rächt z'verwalta — 
fór dia wo hótt nó umma sind, 
för d'Zuakunft und för üüsri Kind.» 
Nr. 16 Grosser Schneefall und Lawinengefahr 
(nach Seles Chronik im Gemeindeinformationsblatt 
Dezember 1978) 
«Wie feindlich sind die gewaltigen Elemente der 
Natur dem Menschen im Kampf ums Dasein gegen- 
überstellen, mit welchen Hindernissen besonders der 
Gebirgsbewohner im Winter zu kämpfen hat, 
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wenn ihm herabdonnernde Lawinen sein Hab und 
Gut fortzureissen drohen, davon mögen die folgen- 
den Zeiten erzählen: 
Im Jahr 1890 fiel am 30. und 31. August ein sehr star- 
ker Regen, dass der Rhein gewaltig anschwoll, und 
viel Holz mit sich führte, welches der ganzen Strecke 
vom Dreiangelweg abwärts, bis an die Vaduzer 
Grenze, zwischen Wuhr und Damm angeschwemmt 
wurde. 
In der Nacht vom letzten August auf den ersten Sep- 
tember trat ein so grosser Schneefall ein, dass alle 
Alpen tief eingeschneit wurden. Auf Dus und in 
Lawena bei der Hütte lagen 60 cm Schnee. Drei Tage 
lang musste das Futter für das Vieh von Triesen nach 
Lawena hineingetragen werden, wobei die Tiere vor 
Hunger furchtbar brüllten. 
Erst am vierten Tage vormittags konnte von Lawena 
abgefahren werden. Mit unságlicher Mühe und unter 
steter Gefahr wurde das Vieh nach Triesen ver- 
bracht, doch lief alles noch glücklich ab. 
Damals mussten auch die Bürger, die sich in Lawena 
befanden, das Gelóbnis machen: Bringen wir das 
Vieh wohlbehalten nach Hause, dann wollen wir am 
náchsten Sonntag mit den Bewohnern der Gemeinde 
einen Bittgang nach Maria Hilf (Mails) machen. Un- 
ter überaus zahlreicher Beteiligung wurde der Bitt- 
gang abgehalten. 
An jenen drei Abenden wurden in der Hütte in 
Lawena ein Rosenkranz gebetet und zwar mit Ernst. 
Not lernt beten und zwar gut beten. In der Nähe bei 
der Hütte waren die Schafe eingeschneit. 
Ferdinand Sprenger HNr. 103 (in der Poska), wel- 
cher sich in jenen Tagen ebenfalls mit Futter für sein 
Vieh auf dem Weg nach Lawena befand, war unter 
180 Schritten hinter den Dus-Hütten, als plötzlich 
eine Lawina von der Anhöhe herunter kam und ihn 
aus dem Wege mit sich fortriss. Acht Männer gingen 
hinter ihm und sahen es mit an. Da sie nichts von ihm 
wahrnehmen konnten, kehrten sie voll Schrecken 
um und gingen zur Dus-Hütte zurück, wo sich noch 
mehrere Männer befanden und teilten ihnen das 
schreckliche Ereignis mit. 
Trotz der immer noch drohenden Lawinengefahr 
wagte sich ein Mann bis zur Unglücksstelle hin, rief 
den Verunglückten bei seinem Namen, bekam aber 
keine Antwort. Der Weg von Dus nach Lawena war 
infolge der niedergegangenen Lawinen nicht begeh- 
bar. Da hielten die Männer auf Dus Rat, um den Ver- 
unglückten zu retten oder doch wenigstens seine 
Leiche zu bergen. 
Sie kamen zu dem Beschluss: 
Zwei Männer sollten auf Dus zurückbleiben, im Falle 
noch jemand gegen Abend aus Lawena heraus- 
kommen sollte, denn dort befanden sich auch meh- 
rere Männer beim Vieh, diesen davon zu benachrich- 
tigen, damit sie nach Lawena, wenn es möglich wäre, 
die Nachricht von dem Unglück überbringen, mit 
 
        

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