Anhang 
Beschaffung von Holz ohne Mühe möglich und gar 
kostengünstiger. Es wurde deshalb wieder still um 
den Servitutsstreit und es fanden auch keine neuen 
Verhandlungen vor dem Landgericht mehr statt. 
Erst im Zuge der «Integralen Berggebietssanierung» 
wurden diese alten Holz- und teils Weideservitute 
Schritt um Schritt mit Subvention durch das Land 
abgelóst. Die Triesner Klage wurde im Jahre 1983 vor 
dem Landgericht zurückgezogen, nachdem sich die 
Regierung zur Ausarbeitung eines Gutachtens über 
die Ablósung entschloss. 
Dieses Gutachten wurde im September 1983 vor- 
gelegt und trennt die Ablóse des Servitutes inhaltlich 
nach Brenn- und Bauholz auf. Es anerkennt ein bis- 
her kostenfreies Brennholzservitut, welches entschá- 
digt werden muss. Dieses wird aufgrund eines 
angenommenen jährlichen Brennholzverbrauches 
berechnet, kapitalisiert und von Seiten Triesens mit 
Förderung durch das Land entschädigt. Für das Bau- 
holzservitut schlägt der Gutachter eine ersatzlose 
Streichung vor. Bauholz konnte damals nur gegen 
Kostenfolge bezogen werden. Dieses Servitut ent- 
spricht inhaltlich den Aussagen des Art. 110 des 
Sachenrechtes, der generell ein Notholzrecht gegen 
Entschädigung vorsieht, aber nur dann, wenn für 
den Zweck, für den das Holz bestimmt ist, nicht 
anderes Material ohne übermässige Kosten verwen- 
det werden kann. Der Servitutsinhalt ist materiell 
also nicht weitergehend als was das Gesetz schon 
ermöglicht. Wenn Notsituationen für einen Holzbe- 
darf auf Gapfahl auftauchen, so ist es möglich, neuer- 
lich Notholzrechte im Rahmen von Art. 110 des 
Sachenrechtes (gegen volle Entschädigung) auch 
ohne Servitutsbestimmungen geltend zu machen. 
Dieser Ablösungsvorschlag wurde durch die 
Gemeinde Triesen, die Alpgenossenschaft Gapfahl 
wie durch die Regierung genehmigt, womit der Ab- 
lösung auch nichts mehr im Wege stand. Mit dem un- 
terzeichneten Vertragswerk werden zugleich Strei- 
tigkeiten begraben, die über ein Jahrhundert dauer- 
ten. Der gütliche Vergleich vom 29. Februar 1984 
darf demgemäss auch als «historische Stunde» für die 
beiden Vertragsparteien gewertet werden. 
Nr. 14 Enziamwurzelngraben (GAT) 
Aus einem Versteigerungsprotokoll vom 20. Juli 1851 
erfahren wir über das Enzianwurzelngraben: 
Dasselbe wird an den Meistbietenden in Lawena, 
Valüna und beiden Ochsenalpen auf vier Jahre (1851- 
1854) für 216 Gulden an Johann Michel Kindle, 
Johann Lampert und Mathies Gassner überlassen. 
Die Pächter hatten das Recht, zu einer Hütte unent- 
geltlich Holz zu hauen und die Hütte im Maiensäss ın 
Valüna ausser der Brücke zu erstellen. Nach Ablauf 
der 4 Jahre musste die Hütte der Gemeinde in gutem 
Zustand zurückgelassen werden. Dürres Brennholz 
konnten sie sammeln, grünes Holz mussten sie mit 
1064 
2 fl 42 kr. das Klafter bezahlen. Die Pächter müssen 
die Löcher, die sie aufmachen, wieder gehörig zu- 
machen, sonst werde dies auf ihre Kosten erfolgen. 
Bis zur gänzlichen Zahlung des Pachtzinses hatten sie 
zudem einen Bürgen zu stellen. 
Nr. 15 Ein Alpfest: 
Valüna — 600 Jahre den Triesnern (1978) 
(Gemeindeinformationsblatt Sept. 1978) 
«Ein einzigartiges, fröhliches Fest war die 600-Jahr- 
feier zum Besitz der Alpe Valüna, an der rund 1500 
Teilnehmer registriert wurden, also etwa die Hälfte 
aller Einwohner.» 
Das war am 20. August 1978. 
Die Triesner hatten die Alpe Valüna, die sie vorher 
bereits als Lehen besassen, am 7. Dezember 1378 
dem damaligen Landesherren, dem Grafen Heinrich 
von Werdenberg zu Sargans um 22 Pfund Pfennig 
(Constanzer Münze) abgekauft. 
Herbert Kindle rundete das Bild des von der Freizeit- 
kommission organisierten und den verschiedenen 
Dorfvereinen getragenen Festes mit einer in Triesner 
Mundart gehaltenen Versdichtung ab, die nachste- 
hend wiedergegeben werden soll, kann sie doch ein 
besinnliches kurzes Geschichtsbild der Gemeinde 
sein: 
Jubildumsansprache «600 Jahre Triesner Valina» 
von Herbert Kindle 
«Vor 600 Johr hens d'Valüna erworba» 
Herrschafta, Gescht und Lütt von Tresa, 
versammlat uf der Alpawesa! 
Am Fiira simmer dohinn ar Samina 
«6 Johrhundert Tresner Valüna». 
Grund zo Stolz, fórs Dorf an groossa und an schóóna 
Tag, 
wärt, das’m d’Sunna schtrahlt — si büttat fäschtlig 
d’Hand. 
Oni z’pralla dürfen mers hôtt säga: 
d'Alp Valüna ischt di schónscht im Land. 
Mer wend a betz Besinnig pfläga, 
den aalta Lütt Vergeltsgott säga. 
Vor 600 Johr hens d’Valüna erworba. 
D’Finanza sind viel schlächter gschtanda. 
D’Valüna ischt nô groossatääls vorhanda — 
s’Gält wär sowiso verdorba. 
D’Felsa rundum sind dua schon gse, und d’Lärcha, 
d’Bäch und d’Heng und s’Grôll und d’Tanna. 
D'Tresner hend o dua schon müassa werha, 
ums Brot, ums Huus, um d'Soppa i dr Pfanna. 
Nàbat Hirscha, Gems und Reh 
hätts seher o nô Stääbôck gee, 
 
        

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