Anhang 
liehen haben. Sie stösst zu zwei Seiten an die offene 
Gemeindestrasse, unten an Pedretschen Hofstatt, 
oben an Hänni Wernlis Hofstatt. Wir verleihen sie 
mit aller Zubehörde, mit Weg und Steg, mit Grund 
und Grat, und namentlich mit allen Rechten, allen 
Nutzungsrechten und Gewohnheiten, die dazu 
gehören, um einen jährlichen und immerwährenden, 
ewigen Zins dreier Schillinge in Konstanzer Pfenni- 
gen Churerischer Währung, oder um drei Käse 
anstatt der Schillinge in Pfennigen. Die Lehens- 
nehmer oder ihre Erben haben dieselben uns oder 
unseren Nachkommen, oder an unserer Statt unse- 
rem Zinseinnehmer alle Jahre auf den St. Martinstag, 
oder auch auf den St. Andreastag, ohne Verzug, ohne 
jedes Hindernis und ohne Gefährdung als rechten 
und redlichen Zins zu entrichten und zu geben. 
Täten sie oder ihre Leibeserben das nicht, würden 
nämlich sie oder ihre Leibeserben uns, unseren 
Nachfolgern oder unserem Zinseinnehmer den ob- 
geschriebenen jährlichen Zins, nämlich die drei 
Schilling Pfennige oder die drei Käse, aber eines 
Jahres auf den St. Martinstag nicht unverzüglich 
gewähren, geben oder bezahlen, wie vorvermerkt 
ist, so wird die vorerwähnte Hofstatt mit aller Zu- 
behörde uns und unseren Nachkommen ledig, los 
und zinsfällig und wird der Zins verfallen sein, und 
zwar ohne jede hinterhältige Gefährdung. Wir obge- 
schriebene, der Probst, der gesamte Konvent des 
Gotteshauses zu St. Luzi und unsere Nachfolger, sol- 
len und wollen auch den Oberwähnten, Jäkli Spiegel 
von Triesen, seiner ehelichen Hausfrau Elsbeth 
Stüssi und ihren Leibeserben für die vorerwähnte 
Hofstatt und für alles was dazu gehört nach Recht 
und Gerechtigkeit, in guter Treue und ohne Hinter- 
halt mit Urkunde dieses Briefes rechte und gute 
Gewähr bieten bei jedem Einspruch an geistlichem 
oder weltlichem Gericht, wo, wie und wann sie und 
ihre Leibeserben dessen immer bedürften. Dass dies 
alles bei uns und unseren Nachfolgern war, fest und 
stät seı und bleibe, und jetzt und hernach Kraft, 
Macht und verbriefte Sicherheit behalte, haben wir 
Probst und Konvent zu St. Luzi, zur wahrhaften Be- 
urkundung und zur ständigen und völligen Sicher- 
heit, für uns und unsere Nachkommen unsere Siegel 
öffentlich an diesen Brief gehängt. Dieser ist gegeben 
zu Chur in unserem obgeschriebenen Kloster St. 
Luzi, am St. Luzi-Abend, im Jahre da man zählt von 
Christi Geburt 1390 Jahre. (472) 
Triesen, 1347 Oktober 15. 
Johann von Triesen verkauft an Probst Nikolaus 
und den Konvent des Klosters St. Luzi zu Chur 
die Ácker Gapont und Quadrella im Triesner- 
felde. (LUB 1-217, KB 259) 
Jch Johans von Trisun Tuon kunt vnd vergich offen- 
lich an disem brief, allen den die disen brief/sehent 
1040 
oder hoerent lesen, das ich mit guoter vorbetrach- 
tung nach Ravt vnd mit willen miner fründ vnd / 
erben, ze den ziten vnd zu den tagen do ich es mit 
dem rechten wol getuon mochte, han geben / ze kov- 
fen recht vnd redlich, dem erwirdigen herren probst 
Nicolausen vnd dem Conuent / gemainlich des Gots- 
hus zu Sant Lucigen mine zwen aigen aker gelegen in 
trisner velde, der / aine gehaissen zu kav ponte, der 
andere gehaissen quadrellen ze rechtem aigen vnd für 
ain ledigs / vnbekümberts aigen guot, mit allen den 
rechten nützen vnd gewonhaiten dà dar zvo gehoe- 
rent, die jaerlichen geltend Sechs guote vnd vngeuar- 
liche werkaese, Vmb vier pfunt pfennigen alles/guo- 
ter vnd genger Costenzer müns, der ich ganzlich von 
inen gewert bin nach mindem willen. Jch/ebenemter 
Johans von Trisun, sol ovch rechter waer sin nach 
recht vnd min erben ob ich enwaer/dis obgenanten 
kovfes, des Conuents, vnd des Gotshus zu Sant Luci- 
gen, Swa sü sin iemer not/durftig werden an gaistli- 
chem oder an weltlichem gericht. Dirre vorgeschri- 
bener ding zue/ainem waren vnd offenem verkünd, 
han ich vorbenemter Johans von Trisen disen brief/ 
geben besigelt mit minem aigenem Jnsigel, Dis 
beschach zu trisun in dem dorf, do man/zalt von 
Gottes gebürte drüzehen hundert Jar, dar nach in 
dem Sibenden vnd vierzgosten/Jar, an dem nechsten 
Maentag vor Sant Gallen tag. 
Übersetzung 
Ich Johann von Triesen verkünde und bekenne 
öffentlich mit diesem Brief allen denen, die ihn anse- 
hen oder lesen hóren, dass ich mit guter Vorbetrach- 
tung, nach Beratung und mit Willen meiner Freunde 
und Erben, und zu den Zeiten und Tagen, da ich es 
mit Recht wohl zu tun vermochte, dem ehrwürden 
Herrn Probst Nikolaus und dem Konvent des Got- 
teshauses St. Luzi, meine zwei eigenen Acker im 
Triesner-Feld, von denen der eine Caupont, der 
andere Quadrella heisst, zu rechtem Eigentum mit 
allen Rechten, Nutzen und Gewohnheiten, die dazu 
gehoren, recht und redlich zu kaufen gegeben habe. 
Sie gelten jährlich ohne Betrug sechs gute Wertkäse 
zu vier Pfund Pfennigen guter und gangbarer Kon- 
stanzer Münze, die mir nach meinem Willen gänz- 
lich bezahlt worden sind. Ich ehegenannter Johann 
von Triesen, oder, falls ich nicht mehr wäre, meine 
Erben, sollen dem Konvent und dem Gotteshaus St. 
Luzi auch Gewährsmänner dieses oben genannten 
Kaufes sein, sofern sie dessen an geistlichem oder 
weltlichem Gericht bedürften. Zur wahren und offe- 
nen Beurkundung dieser vorgeschriebenen Dinge 
habe ich vorbenannter Johann von Triesen diesen 
Brief mit meinem Siegel besiegelt gegeben. Dies 
geschah im Dorf Triesen, da man von Gottes Geburt 
1347 zählte, am Montag vor dem St. Gallus-Tag. 
(472) 
 
        

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