Anhang 
Liechtenstein zu nehmen. 1850 kam die Strasse dann 
direkt an den Fuss des Berges in die Ebene. Auf der 
liechtensteinischen Seite heisst es schon für Triesen 
in einer Urkunde aus dem Jahre 1420 (JBL 12-91), 
dass eine Haushofstatt teils an die alte, teils an die 
neue Landstrasse stosse. Eine Karte des Wuhrplanes 
Vaduz/Sevelen 1698 (Peter, Wartau, Anhang 50) 
zeigt, dass in Triesen die Landstrasse unten in der 
Ebene durchs Dorf ging. Ebenso zeigten Hebers 
Landkarte von Liechtenstein (1721) und Sesselin's 
Kartenskizze von Gutenberg (1750) die Landstrasse 
unten in der Rheinebene. Wie man die Landstrasse 
1772 erneuerte, folgte man der alten Strasse, die so 
verblieb bis heute, abgesehen von mehrmaligen Kor- 
rekturen und Verlegungen im Heilos, dort bedrängt 
durch Lawena- und Badtobelrüfen (1830, 1932 und 
1943 «alte und neue Landstrasse»), in alter Zeit im 
Meierhof von der Erble- oder eigentlichen 
Meierhofrüfe, dann durch das Rutschgebiet im 
Nasshaken und in der Gletti, durch den Dorfbach in 
Triesen, weiter südlich davon durch den Schindel- 
holzbach (Guggerbodenrüfe), die Badtobelrüfe und 
zuletzt die Lawenarüfe. Auf einer Strecke von 4 km 
konnte die Strasse gleich an mindestens sechs Stellen 
verrüfnet werden. Das «Verlegen» der Landstrasse — 
schon 1420 von alter und neuer Landstrasse gespro- 
chen — beweist, dass man auswich so gut man 
konnte. Erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts ging 
man daran, der Rüfegefahr mit Verbauungen zu 
wehren. Davon wissen wir aus der Römerzeit noch 
nichts. 
Gepflästerte Strasse bei der Kirche 
Dr. Rudolf Rheinberger beobachtete, dass bei der 
Strassenregulierung bei der Pfarrkirche in Triesen 
eine Pflästerung zum Vorschein kam und meldete 
dies dem Historischen Verein am 30. März 1973. 
Da in unmittelbarer Nähe römische Baureste gefun- 
den worden waren (vgl. JBL 1909, Seite 15, JBL 1911, 
Seite 174-179 und JBL 1950, Seite 133-135), dachte 
man an eine römische Strasse. 
Die Pflästerung wurde durch die Regiegruppe des 
Bauamtes freigelegt und für die Aufnahme vorberei- 
tet. Sie war auf eine Strecke von ca. 15 m gut erhal- 
ten, jedoch auf beiden Seiten durch Grabung von 
Leitungen zerstört. Daher war die ursprüngliche 
Breite nicht mehr feststellbar. Weiter oben war die 
Pflästerung vermutlich durch den Trax ausgehoben 
worden. Abwärts konnte sie nicht weiter verfolgt 
werden. Sie ist aber dort ziemlich sicher zerstört, da 
sich wenige Meter unterhalb der unteren Begren- 
zung ein grosser Sammelschacht befindet. 
Die Pflästerung besteht aus gut verkeilten, teils 
senkrecht eingelegten Steinen, die zum Teil aus dem 
Rhein stammen. Die Lagerung im Sand ist noch gut 
feststellbar. Sie befindet sich ca. 0,50 bis 1,00 m 
unter dem jetzigen Strassenniveau. Eine Plan- 
1038 
aufnahme des Ingenieurbüros J. Gassner, Triesen, 
befindet sich im Landesmuseum. 
Als Funde ergaben sich Scherben, die vielleicht ins 
Mittelalter zu datieren sind, einige verkrustete 
Eisenreste und einige Glasscherben, wovon zwei 
Stück Reste von Gefässen sind, die in regelmässiger 
Abfolge mit Knuppen verziert waren. Im ganzen 
fand sich wenig typisches Material und kein Stück, 
das man als römisch hätte ansprechen können. 
In Triesen heisst die Ortlichkeit allgemein «Uf der 
Bsetzi». Obwohl die Pflästerung nicht sichtbar war, 
ist ihr Vorhandensein, wie der Ortsname zeigt, 
bekannt. 
Nach der Skizze von Egon Rheinberger im JBL 11 
wäre eine Fundamentmauer des römischen Gebäu- 
des bei der Mühle über die Strasse bis zum Kirch- 
platz gegangen. Daher kann zu römischer Zeit, oder 
wenigstens zur Zeit, als das römische Gebäude 
bestand, dort keine Strasse geführt haben. 
Die gepflästerte Strasse ist also jüngeren Datums. 
Felix Marxer 
Der Triesner Chronist Josef Sele schreibt auf Seite 
157 seiner Chronik zur Hochwasserkatastrophe in 
Triesen vom 15. auf den 16. Juni 1910 was der Dorf- 
bach an Schaden angerichtet habe: «Von der alten 
Mühle (HNr. 29) abwärts, bis zur Fabrik ist durch 
die Wühlung vom Wasser in der Dorfstrasse eine 
Vertiefung (Graben) von 1,20 m bis 1,50 m entstan- 
den. Ob der Fabrik kam noch die alte «Bsetze» von 
der Gasse, aus früheren Jahren zum Vorschein» (79) 
16. Chur, 1194 22. Mai 
Aus Triesner Lehenurkunden 
  
Von Ritter Rüdiger von Limpach an St. Luzi in 
Chur (JBL 1923) 
Die Güter des St. Luzilehens —zum gróssten Teil 
im Gebiete von Gapont gelegen — kamen am 
22. Mai 1194 an das Kloster St. Luzi in Chur. 
Vorher besass sie der schwäbische Ritter Rüdiger von 
Limpach (hohenstaufischer Dienstmann an der 
Reichsstrasse wie andere Ritter in Triesen z. B. von 
Trisun, von Bach etc.). Er besass ein Reichslehen mit 
Besitz am Eschnerberg und in Triesen, das er Kaiser 
Heinrich VI. mit der Bitte zurückgab, das Lehen dem 
Kloster St. Luzi in Chur weiterzugeben, was dann 
erfolgte. 
Rüdiger von Limpach hatte das Lehen nur kurze Zeit 
besessen. Vorher gehórte es dem Frauenstift von 
Schänis (Nonnen des Benediktinerordens). Wie die 
 
        

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