Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
9
Erscheinungsjahr:
1989
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_9/3/
LGU-Mitteilungen Februar 1989 Binding-Preis-Fonds Unterstützung für Umstellung auf Biolandbau Der Vorstand der LGU hat beschlossen, einen Teil des Binding-Preises 
in der Hö- he von 25 000.  — 
Franken, der im Okto- ber des vergangenen 
Jahres an die LGU verliehen wurde, für die Unterstützung 
  eines Landwirten aufzuwenden, der be- reit ist, seinen Landwirtschaftsbetrieb auf den biologischen 
Landbau umzustellen. Die LGU hat neben der Umstellung 
 der Bewirtschaftungsweise 
auf den Bioland- bau ein besonderes Interesse daran, dass ein solcher Betrieb ökologische 
Aus- gleichsflächen 
für das Wirken der Natur zu Verfügung 
 stellt. Ökologische 
Aus- gleichsflächen 
können z. B. Ackerränder oder Bachböschungen 
sein, die extensiv bewirtschaftet werden. Es können aber auch Hecken, Gräben, Tümpel usw. sein, die natürliche Funktionen in der Kultur- landschaft übernehmen, welche in der in- tensivierten Landwirtschaft stark zurück- gedrängt 
worden sind. Die Landwirte Liechtensteins werden an- geschrieben 
mit der Bitte, sich bei der LGU zu melden, falls ein Interesse am Angebot der LGU besteht. Öko-Bonus-Malus LGU-Vorschlag vom Landtag abgelehnt Die LGU hat den Landtagsabgeordneten vor der Sitzung  im Dezember den be- gründeten 
Vorschlag  unterbreitet, das neue Motorfahrzeugsteuergesetz abzu- lehnen und stattdessen ein Bonus-Malus- System einzuführen. Wir haben dieses Modell im Liechtensteiner Umweltbe- richt vom September 1988 ausführlich dargestellt. Trotz einiger 
Sympathiebe- kundungen 
(insbesondere der Abgeord- neten Dieter Walch, Helmuth Matt und Josef Biedermann) im Landtag  für das Bonus-Malus-System hat der Landtag  das MFZ-Steuergesetz 
nach altem Muster in erster Lesung  in Beratung gezogen. Der Vorstand der LGU hat beschlossen, bei den neuen Landtagsabgeordneten nochmals vorstellig 
 zu werden, damit die Gesetzesnovelle zurückgestellt 
wird und ein Bonus-Malus-System geprüft 
wird. Übrig ens: Der Verkehrsclub Liechten- stein (VCL) hat sich in gleicher 
Angele- genheit 
ebenfalls an die Abgeordneten gewendet. 
Die Idee des Öko-Bonus-Ma- lus-Sytstems wurde bekanntlich erstmals vom Verkehrsclub Schweiz (VCS) in grösserem 
Stil in die Diskussion gebracht. Naturschutz Ziele der LGU Der Vorstand der LGU hat sich für das Jahr 1989 vorgenommen, Anliegen des 
Naturschutzes verstärkt aufzugreifen. Drei Vorhaben stehen dabei im Vorder- grund. 1. Zunächst muss das Naturschutzgesetz aus dem Jahr 1933 endlich überarbei- tet werden. Diesbezügliche Anträge der LGU gehen 
bis in die 70er Jahre zurück. Das geltende 
Naturschutzge- setz entspricht schon lange nicht mehr den aktuellen Erfordernissen, da es aus einer Zeit stammt, da Naturschutz noch vor allem Artenschutz bedeute- te. Inzwischen ist nicht nur erkannt worden, dass der Artenschutz zu einem Schutz der Lebensräume ausge- weitet werden muss. Mehr noch hat sich in der letzten Zeit die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Lebensräume miteinander vernetzt sein müssen, um zu verhindern, dass nur noch kleine Biotopinseln, die für bestimmte Tier- und Pflanzenarten zu klein sind, übrig- bleiben. In einem Liechtensteiner Umweltbericht, den wir wie immer an alle Haushaltungen schicken, werden wir detailliert auf den Biotopverbund eingehen. 2. Bereits im Herbst des vergangenen Jahres haben wir bei der Regierung   den Antrag gestellt, 
das Naturschutz- Gutachten aus dem Jahr 1977 zu ak- tualisieren. Das. Naturschutz-Gutach- «Tuarbahötta» Wo sind sie geblieben, 
könnte man fra- gen. 
Vor wenigen Jahrzehnten waren das Ruggeller und Schellenberger Riet über- sät mit Torfhütten. Manche unter uns können sich noch gut 
daran erinnern. Nur wenige Hütten sind bis heute übriggeblie- ben. Das nasse Riet, nagt unentwegt an 
ten stellt ein Sammelwerk dar, in wel- chem alle geschützten 
und schützens- werten Gebiete Liechtensteins erfasst, sowie nach ihrem Naturwert beschrie- ben worden sind. Wir hoffen, dass die Aktualisierung  1989 vorgenommen wird. 3. Bekanntlich setzen wir uns auch dafür ein, dass die Naturwerte in unserem Berggebiet besser als bis anhin gesetz- lich geschützt 
werden. Entsprechende Anträge haben wir gemeinsam 
mit an- deren Vereinen vor geraumer 
Zeit bei der Regierung  eingereicht. Es handelt sich zum einen um den Vorschlag, das Berggebiet in folgende klare Zonen einzuteilen: Wald, Weidefläche für Vieh, Schafweidefläche, Baugebiet, traditionelle Heuwiesen, Pflanzen- schutzgebiet auf den restlichen Flä- chen. Zum anderen liegt unser Antrag   zur rechtlichen Absicherung  des Unte- ren Saminatales seit Herbst 1986 im- mer noch unbeantwortet bei der Re- gierung. 
Das Untere Saminatal sollte seinen heutigen Status als abgeschie- denes, unerschlossenes Ruhe- und Rückzugsgebiet für die Natur beibe- halten können. Hierfür ist eine geeig- nete rechtliche Absicherung  notwen- dig. Die Schrift Nr. 4 der LGU wird den künftigen Schutzgebieten gewid- met sein. den Hütten, sodass eine nach der anderen einfällt, sobald sie längere 
Zeit nicht mehr renoviert wird. Die LGU ist entschlossen, wenigstens einige dieser Zeugen aus der Zeit des Torfabbaus zu erhalten. Die Torfhütten sind ein typisches Kulturmerkmal des Torfrietes. Es wäre schade, wenn sie alle sang- und klanglos verschwinden würden.
        

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