Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
8
Erscheinungsjahr:
1988
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_8/2/
LGU-Mitteilungen 
November 1988 Motorfahrzeugsteuer Unbefriedigender Vorschlag Erstmals seit 1961 liegt ein Entwurf zur Änderung des Gesetzes über die Motor- fahrzeugsteuer vor. Die LGU-Geschäfts- stelle hat sich in einer Pressemitteilung entschieden gegen den Geist des neuen Gesetzes ausgesprochen, das mehrheit-, lich die Bestimmungen von 1961 fort- schreibt. In der Zwischenzeit haben aber eine Ölkrise, das Waldsterben, Klimaver- änderung aufgrund des Energiever- brauchs, beinaher Verkehrszusammen- bruch usw. stattgefunden, sodass ein MFZ-Gesetz neuen Zuschnitts völlig an- ders ausgerichtet sein muss. Es sollte nämlich möglichst Anreiz schaffen, Mo- torfahrzeuge wenig und sparsam zu ge- brauchen. Eine Erhöhung der Steuer um rund 20 Prozent erfüllt diesen Zweck kaum. Gefordert ist die Einführung einer kilo- meterabhängigen Motorfahrzeugsteuer (Öko-Bonus). In der Pressemitteilung wird das Prinzip des Öko-Bonus wie zu- vor im Liechtensteiner Umweltbericht, der an alle Haushaltungen ging, erklärt. Bodenschutzgesetz Zu wenig konkrete Bestimmungen Der Gesetzesentwurf zum Schutz des Bo- dens, den die Regierung in diesem Som- mer in die Vernehmlassung geschickt hat, enthält nach Meinung der LGU viel zu wenig konkrete Bestimmungen. In der Stellungnahme vom 12. September spricht sich die LGU für einen umfassen- den Schutz des Bodens aus. Wenn es darum geht, den Zustand des Bodens zu untersuchen, sollen nicht nur chemische oder physikalische Methoden angewandt werden, sondern ebenso das Leben im Boden als Bemessungsgrundlage dienen. Die landwirtschaftliche Bodenbearbei- tung sollte nach Ansicht der LGU grund- sätzlich gemäss der Eignung des Bodens erfolgen. 
Entsprechende Grundlagen sind erarbeitet, sodass hier konsequent gehandelt werden sollte. Die LGU spricht sich ferner ausdrücklich gegen die Düngung von Waldböden und den Ein- satz chemischer Hilfsstoffe auf Alpböden aus. Des weiteren verlangt die LGU klare und strenge Richtlinien über die Schad- stoffbelastung der Böden. Ein anderer Einwand der LGU bezieht sich auf die Ausbringung von Klärschlamm: Hier sollte endlich eine genaue Kontrolle über Zeitpunkt und Ort der Verteilung des Klärschlammes eingeführt und dessen Einsatz in begründeten Fällen einge- 
schränkt oder verboten werden. Eine Einschränkung sollte ebenfalls für die Zahl der Grossvieheinheiten je Hektar Betriebsfläche eingeführt werden, um eine Übernutzung und Überdüngung der Weiden zu verhindern. Schliesslich be- zweifelt die LGU in der Stellungnahme, dass die Gemeinden als Vollzugsorgane ihrer Aufgabe nachkommen könnten. Die Kontrolle müsste unbedingt von fachlich geschulter Seite durchgeführt werden. Radweg Gamprin- Ruggell Erhaltung eines Grabens erreicht Die LGU hat sich in einer dringenden Stellungnahme gegen ein Vorhaben aus- gesprochen, den Radweg von Gamprin nach Ruggell nördlich des Gampriner Seeleins auf die westliche Strassenseite zu 'verlegen. Gegen diesen Plan sprach einerseits die Verkehrssicherheit, da Rad- fahrer/innen zwischen Bendern und Rug- gell dreimal die Strasse überqueren müss- ten. Andererseits hätte der Graben ent- lang der Strasse Gamprin-Ruggell zuge- schüttet werden müssen. In der heutigen Intensivlandwirtschaft ist die Natur aber gerade auf solche Ökonischen und -adern angewiesen, um überhaupt noch überle- ben zu können. Die Gemeinderäte von Ruggell und Gamprin haben die Bedenken der LGU geteilt und den Beschluss gefasst, den Radweg auf der östlichen Seite der Stras- se weiterzuführen. Ein Dankschön daher an die Gemeinderäte von Gamprin und Ruggell und an Herrn Kutschera vom EL. Tiefbauamt, die sich für Umweltan- liegen offen gezeigt haben. Rhy-Fäscht 1988 Wiederum schöner Erfolg Das Rhy-Fäscht 1988 vom 28. August, diesmal an der alten Holzbrücke Vaduz- Sevelen, konnte bei guter Stimmung und ausgezeichneter Witterung durchgeführt werden. Schwerpunkte, des diesjährigen Rhy-Fäschtes, einer Gemeinschaftsak- tion der Vereinigung zum Schutze des Rheins (VSR), der LGU, der Botanisch- Zoologischen Gesellschaft (BZG), von Fischerei- und Ornitholgischen Vereinen, waren die Geschichte des Rheins, Alter- nativenergien, der Stand der Planung der Rheinkraftwerke, naturkundliche Infor- mationen, sowie auf der geselligen Seite 
ein Ponyreiten für Kinder und eine Fest- wirtschaft. Mehr als 1000 Besucherinnen und Besu- cher informierten sich im Verlaufe des Sonntags an den verschiedenen Ständen. Die Bedenken gegenüber den Rhein- kraftwerken, die in ihrer geplanten Form von der LGU abgelehnt werden, konnten wiederholt öffentlich vertreten werden. Es hat sich herausgestellt, dass durch konsequentes Energiesparen und Förde- rung von Alternativenergien und ange- passten Technologien der Energieertrag der Rheinkraftwerke mehr als wettge- macht werden könnte. Die LGU hält darüberhinaus nach wie vor an der Forderung fest, Alternativen zu den bestehenden Projektplänen auszu- arbeiten, da die Nutzung der Wasser- kraft, solange sie nicht auf Kosten von Naturwerten, Erholungswerten und Landschaftsbild gehen, sinnvoll ist. Die geplanten Rheinkraftwerke erfüllen diese Auflagen nicht. Tunnelsanierung Minimalsanierung fand 
Mehrheit In der Frage der Tunnelsanierung ist nun endlich eine Entscheidung gefallen. Die Mehrheit der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wünscht eine Sanierung des bestehenden Tunnels und den Bau eines separaten Werkleitungsstollens. In diese Richtung hat auch die LGU vor der Ab- stimmung in einer Stellungnahme in der Presse votiert. Diskussionen um eine neue Tunnelröhre dürften damit vom Tisch sein. Endlich kann auch die Abwas- sersituation im Malbun definitiv gelöst werden. Binding-Preis an LGU! Hohe Auszeichnung für Umweltschutzarbeit Der diesjährige Binding-Preis für Natur- und Umweltschutz ist der Liechtensteini- schen Gesellschaft für Umweltschutz zu- gesprochen worden. Der mit hohem An- sehen verbundene Preis ehrt die LGU und ihre Tätigkeit im Bereich des Um- weltschutzes in den vergangenen 15 Jah- ren seit der Gründung. Die Würdigung anlässlich der Preisverleihung vom 28. Oktober, vorgetragen von Univ.Prof. Wolf Jürgen Reith, drucken wir in diesen Mitteilungen vollumfänglich ab. Die Preissumme von 25 000.— Franken will die LGU nach Bekanntgabe des Prä- sidenten Dr.Peter Goop zur Finanzierung und Unterstützung von Projekten, die im Sinne der LGU liegen, verwenden.
        

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