Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
73
Erscheinungsjahr:
2014
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_73/2/
Mitteilungen Nr. 73 · April 2014 · Seite 2 Liechtensteinische Gesellschaft für 
Umweltschutz Der Autohersteller VW hat für drei Golf-Varianten eine Umweltbilanz erstellt und die Profile miteinander verglichen. Betrachtet wurden dabei nicht nur einzelne Umweltaspekte, wie etwa die Fahremissionen, sondern der gesamte Lebenszyklus: von der Herstellung über die Nutzung bis hin zur Verwertung. Bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen entsteht die grösste Umweltbelastung während der Nutzung, da fossile Kraftstoffe zum Einsatz kommen. In der vorliegenden Studie hat das Dieselmodell, das etwa einen Liter weniger Treibstoff als das Benzinmodell verbraucht, deshalb eine bessere Umweltbilanz, obwohl die Herstellung eines Benzinfahrzeugs absolut betrachtet weniger Umweltlasten verursacht. Der bei Dieselfahrzeugen u.U. problematische Feinstaub-Ausstoss wurde nicht 
untersucht. Bei Elektrofahrzeugen zertifizierten Ökostrom verwenden Bei Solarfahrzeugen entsteht die grösste Umweltbelastung bei der Herstellung, weil Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz kommen. Die Wahl des Stromproduktes wirkt sich stark auf die Umweltbilanz aus. Sie wird bei Elektroautos erst dann deutlich besser als bei herkömmlichen Autos , wenn die Batterie mit Ökostrom geladen wird. 
Welche Umweltschäden können entstehen? Treibhauspotenzial Beschreibt die Emissionen von Treibhaus- gasen, die zu einer Zunahme der Wärme- absorption der Sonnenstrahlung in der Atmosphäre führen und so zu einer Erhö- hung der globalen Durchschnittstempera- tur beitragen können. Referenzsubstanz für das Treibhauspotenzial ist CO2, zu dem alle anderen wirksamen Substanzen ins Verhältnis gesetzt 
werden.Sommersmogbildungspotenzial 
Beschreibt die Bildung von Photooxidanti- en wie Ozon, die sich unter dem Einfluss von Sonnenlicht bilden können. Sie kön- nen die menschliche Gesundheit und die Funktion von Ökosystemen beeinträchti- gen sowie Pflanzen schädigen. Referenz- substanz dafür ist Ethen, zu dem alle an- deren wirksamen Substanzen wie NOx ins Verhältnis gesetzt 
werden.Versauerungspotenzial 
Beschreibt die Emissionen versauernder Stoffe wie beispielsweise SO2, NOx mit vielfältigen Auswirkungen auf Böden, Ge- wässer, Ökosysteme, biologische Organis- men und Material. Beispiele dafür sind das Waldsterben oder das Fischsterben. Refe- renzsubstanz ist SO2, zu dem alle ande- ren wirksamen Substanzen ins Verhältnis gesetzt 
werden. 
Vergleichende Umweltprofile dreier Golf-Varianten VIIQuelle: Der e-Golf, Umweltprädikat - 
Hintergrundbericht CO2-Äquivalente [t]C2H4-Äquivalente [kg]SO2-Äquivalente 
[kg] Herstellung Nutzung Verwertung   
 5,00E–09 
4,00E–09 3,00E–09 2,00E–09 1,00E–09 0,00E–00 Golf 
VII 
TDI 
(Diesel) Golf 
VII 
TSI 
(Benzin)e-Golf (Strommix)e-Golf (Ökostrom)Golf VII 
TDI 
(Diesel) Golf 
VII 
TSI 
(Benzin)e-Golf (Strommix)e-Golf (Ökostrom)Golf VII 
TDI 
(Diesel) Golf 
VII 
TSI 
(Benzin)e-Golf (Strommix)e-Golf 
(Ökostrom) 
Informationen des VCS www.autoumweltliste.ch Erdgasfahrzeuge im Vergleich Im Vergleich zu den anderen fossilen Treibstoffen Benzin und Diesel ist Erdgas (CNG = Compressed Natural Gas) um- weltschonender. Einerseits haben Erdgas- fahrzeuge einen vergleichsweise tieferen CO2-Ausstoss (minus 20 Prozent gegen- über einem vergleichbaren Benzinmodell und minus 10 Prozent gegenüber Diesel), wobei dieser Wert in der Schweiz noch zusätzlich durch den Biogasanteil von ein Fünftel reduziert wird. Zudem sind die Emissionen von Erdgasfahrzeugen abso- lut frei von 
Feinstaub.Altes 
Auto weiter fahren? Neue Wagen haben zwar in der Regel ei- nen tieferen Treibstoffverbrauch als ver- gleichbare ältere Modelle, eine wichtige Rolle spielt aber auch die Frage, welchen Anteil die Nutzungsphase am gesamten Energie- und Ressourcenverbrauch hat. Denn das Auto belastet die Umwelt nicht nur während der Fahrt, sondern schon bei der Produktion und bei der Entsorgung. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass 80 Prozent der Gesamtbelastung eines Autos durch den Betrieb verursacht werden und 20 Prozent bei der Produk-tion 
und der Verwertung anfallen. Bei Hybridautos beträgt dieses Verhältnis 70 zu 30. Deshalb ist der Ersatz eines alten Autos nicht in jedem Fall angebracht. Gemäss Berechnungen der Eidgenössi- schen Materialprüfungs anstalt Empa ist es sowohl bezüglich der CO2-Emissionen als auch der gesamten Umweltbelastung sinnvoller, das alte Auto weiter zu fahren, wenn es noch für zwei Jahre (oder rund 30‘000 km) fahrtüchtig ist. Ein neues Auto sollte, wenn immer mög- lich, mindestens ein Fünftel weniger Treibstoff verbrauchen als das bisherige.
        

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