Herausgeber:
LGU Mitteilungen
Bandzählung:
71
Erscheinungsjahr:
2013
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000030015_71/6/
Mitteilungen Nr. 71 · Februar 2013 · Seite 6 Liechtensteinische Gesellschaft für 
Umweltschutz Mit Gas gefüllte Luftballons zeigten den Schul- kindern aus Schaan im Herbst 2012, wie viel Treibhausgase Eltern-Taxis auf dem Weg zur Schule ausstossen. Die Kommission Schulweg- sicherung warb auf sympathische Art dafür, Schulwege zu Fuss oder mit dem Rad zurück- zulegen. Weil regelmässige Bewegung den Kin- dern gut tut, während Autofahren krank macht: Durch Bewegungsmangel, Luftverschmutzung, Lärm und Unfälle. In allen Gemeinden Liechtensteins setzen sich Menschen für die Aktion „Zu Fuss zur Schule“ ein, in etlichen Gemeinden engagieren sie sich zudem fürs Radfahren. Ein Einsatz, der sich auf- grund der positiven Auswirkungen für Gesund- heit und Umwelt lohnt. Moderat bewegen Schon eine halbe Stunde moderater Bewe- gung täglich hilft beim Stressabbau und verrin- gert das Risiko, an Übergewicht und Diabetes zu erkranken. Laut einer Untersuchung des Deutschen Krebsforschungszentrums sinkt das Brustkrebsrisiko bei Frauen, die mehr als drei Stunden pro Woche bei mittlerem Tempo ra- deln, um 34 Prozent. Einfach lässt sich die Be- wegung in den Tagesablauf einbauen, wenn Schul- und Arbeitswege aktiv, also zu Fuss oder mit dem Rad, zurückgelegt werden. Länger leben ohne Feinstaub Um rund acht Monate verkürzt die Feinstaub- belastung die durchschnittliche Lebenserwar- tung eines Menschen in Österreich. Das gilt so auch in Liechtenstein, da hier regelmässig hohe Belastungen um den Grenzwert herum 
gemes- 
Tatort Strasse Jeder Mensch wird - statistisch betrachtet - einmal in   seinem Leben im Strassenverkehr verletzt oder wegen der Luft- und Lärmbelastung krank. Das lässt sich ändern. sen werden. Ein Drittel der extrem feinen, mit blossem Auge nicht erkennbaren Feinstaub- teilchen entsteht durch den Strassenverkehr. Der Luftschadstoff Stickstoffdioxid wird sogar zu knapp zwei Dritteln vom Strassenverkehr erzeugt. Das Reizgas schädigt die Atemwege, reduziert die Infektionsabwehr und lässt das Herzinfarktrisiko um ein Fünftel ansteigen. Die Luftbelastung steigt, je näher man sich an der Strasse befindet. Am höchsten ist die Schad- stoffkonzentration in der Regel im Auto selbst. Besser lernen ohne Lärm 1100 Gebäude in Liechtenstein, also in etwa eines von acht Gebäuden, sind durch Strassen- lärm belastet. Bei ihnen wurden 2010 die Im- missionsgrenzwerte für Lärm überschritten. Anhaltender Dauerschall ermüdet Menschen. Er lenkt ab und mindert die Leistung. Beispiels- weise brauchen lärmgeplagte Kinder länger, um lesen zu lernen, als Kinder aus ruhigen Wohngegenden. Studien belegen zudem, dass das Herzinfarktrisiko entlang stark befahrener Strassen 
steigt. Hohe Gesundheitskosten Das Leid, das durch Verkehrsunfälle und ver- kehrsbedingte Erkrankungen entsteht, lässt sich nicht in Worte fassen oder beziffern. Wie hoch es wohl ist, lässt sich an den Kosten ablesen: 16 Millionen Franken werden in Liechtenstein für verkehrsbedingte Gesundheitskosten aus- gegeben. Basis dieser Schätzung ist eine Studie des Verkehrsclubs Österreich, wonach die Be- lastungen – konservativ betrachtet - mindestens ein Zehntel der Gesundheitskosten ausmachen. Was tun? Etwa zwei Drittel der Wege, die Menschen in Liechtenstein zurücklegen, sind kürzer als zehn Kilometer und lassen sich mit dem Rad bewälti- gen. Mit einem E-Bike sogar ohne zu schwitzen auch in Geschäftskleidung. Würden alle Men- schen, die in Liechtenstein leben oder arbeiten, nur einmal in der Woche einen Weg zu Fuss oder mit dem Rad zurücklegen, wäre dies spür- bar, ja sogar messbar. Denn eine sinkende Luft- belastung und weniger Lärm wirken sich positiv auf die Lebensqualität der Menschen aus. Die Aktion „Zu Fuss zur Schule“ ist ein Schritt in diese Richtung und deshalb vorbildlich. So wie die Initiativen „Mit dem Rad zur Schule“,„Mit dem Rad zur Arbeit“ und der Wettbewerb „Radfahren für Ihre Gesundheit“.(am) 
Je schlechter die Luft,   desto häufiger leiden Kinder an chronischem Husten,   grippalen Infekten und akuter Bronchitis, da ihre Lungen noch nicht voll entwickelt sind.
        

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